Bannon: Amerika ändert die Laufrichtung der Weltgeschichte 

„Die bizarre Annäherung zwischen Washington und Moskau verschlägt einem die Sprache.“ meint Thomas Assheuer in der ZEIT:
„Bannon und Dugin verbindet mehr als nur die fanatische Liebe zum Nationalismus und der libidinöse Hass auf Linke, Liberale und globalists. Beide verstehen sich als Epochendenker, beide fühlen sich dazu berufen, eine neue Ära einzuleiten, ein Zeitalter ohne liberale Schwächlinge, Autoritätsverächter, Atheisten, Posthumanisten, „LGBT-Maniacs“ und Davoser Eliten. Schuld an allem, auch am gottlos verwilderten Kapitalismus (Bannon: “ a system of fat cats“), sei die Säkularisierung, der Teufel der Moderne. Die Wall Street, wer möchte das bestreiten, „betrachtet alles Menschliche nur noch als Rohstoff und verwandelt alles in ein Wertpapier“. Das klingt nach Dugin, stammt aber von Bannon.
(…) Dugin jubelt derweil über die Konvergenz der Systeme; für ihn ist Trump offenbar der Gorbatschow des Westens, der das liberale System durch einen Staatsstreich zum Einsturz bringt. Damit endet der lange Weg nach Westen; Amerika, schwärmt Dugin, „befreit sich selbst“ und ändert die Laufrichtung der Weltgeschichte. Der Westen neigt sich gen Osten, nach Moskau, dem „dritten Rom“. Es muss viel schiefgelaufen sein im kapitalistischen Westen, wenn solche Ideen es bis ins Weiße Haus schaffen.“
Quelle: ZEIT ONLINE, 23. Februar 2017 

Erstveröffentlichung: DIE ZEIT Nr. 7/2017, 9. Februar 2017

Schüler-Union Leipzig: Auf dem Schulhof verprügelt? 

„Ihr kennt dieses kleine miese Mitschüler-Arschloch, das früher immer zum Lehrer petzen gelaufen ist? Und dann kluggeschwätzt hat, dass Ordnung sein müsse, und Sekundärtugenden und so? Der war bestimmt auch in der Schüler-Union Leipzig und würde heute die Abschiebung seiner Mitschüler voll in Ordnung finden.hr kennt dieses kleine miese Mitschüler-Arschloch, das früher immer zum Lehrer petzen gelaufen ist? Und dann kluggeschwätzt hat, dass Ordnung sein müsse, und Sekundärtugenden und so? Der war bestimmt auch in der Schüler-Union Leipzig und würde heute die Abschiebung seiner Mitschüler voll in Ordnung finden.“

Dein Reich komme, Bernd 

„Vergebung!
Wir glauben ihm wirklich. Er hat seine Rede auch nicht überzeugend vorgetragen, sondern wir haben die ganze Zeit bemerkt, dass er neben sich stand. Kein bißchen Herzblut, keine echte Überzeugung. Nur lieblos vorgelesen, was auf dem Zettel stand. Wer hat Dich nur zu so bösen Worten gezwungen, die überhaupt nicht Deinen tiefsten Überzeugungen entsprechen? Eine Schande ist das! So soll doch nur Dein patriotischer Volkskörper zersetzt werden! 
Björn, wir vergeben Dir. Du willst doch nur unser Bestes. Die Frauke hat Dir bestimmt gehörig den Marsch geblasen, oder? Einen Marsch von Wagner, soviel Zeit muss sein. 
Bitte, bleib uns treu! Wir brauchen einen echten Patrioten in der einzig wahren Partei, die Klartext redet und sich offen gegen das System stellt. Die einzig(st)e Alternative! Die Heilsbringer der völkisch-gerechten Erinnerungskultur.
Dein Reich komme, Björn! Das Reich der Entrechteten, Vergessenen, Hinterlassenen, wahrhaft Trauernden! Lang lebe die AfD! Lang lebe die Entschuldigung. Amen.
Euer mausgerutschtes Meißen Watch Team“

So schrecklich und widerlich ist McDonalds 

– Arbeitsgeschichten #2: McDonalds, my job, my life, my enemy –
Das Schlimme an der Arbeit bei McDonalds sind nicht die Kunden, die dich wie ein Stück scheiße behandeln, weil man in Deutschland nach oben buckelt und nach unten tritt. Das Schlimme an der Arbeit bei McDonalds ist nicht die Schichtleitung, die dich mit Zuckerbrot und Peitsche motiviert. Das Schlimme an der Arbeit bei McDonalds ist nicht die Asthmagefahr, wenn du in der Nachtschicht mit Chemie die noch heißen Herdplatten reinigen musst (und die Suppe dann einatmest). Das Schlimme an der Arbeit bei McDonalds sind nicht die bestochenen Schweine, die für den Chef nach Gewerkschaftern suchen. Das Schlimme an der Arbeit bei McDonalds ist nicht, dass du danach wie eine Fritteuse riechst. 
Was dich wirklich fertig macht, ist diese Arbeit, die so viel Konzentration fordert, dass du mit den Gedanken nicht abschweifen darfst, weil du sonst zu langsam für den Takt der Maschine bist und Fehler machst. Jedoch gleichzeitig so stumpf ist, dass du wahnsinnig dabei wirst, dich tatsächlich darauf zu konzentrieren. 
Wenn viel Betrieb ist, sind an der Hamburger Station vier Leute, aber meistens sind es zwei. Einer macht die Brötchen und packt ein, der andere belegt die Brötchen mit Salat und Soße und macht die Patties. Wenn der Soßenbold die Brötchen rübergelegt bekommt, dann muss er die Patties auf den Herd packen, und dann hat er keine 45 Sekunden Zeit um die Brötchen zu belegen, denn dann sind die Patties fertig. Das bedeutet, dass die Maschine die Geschwindigkeit von deinem Willen entkoppelt. Du musst in ihrem Takt arbeiten oder der Produktionsprozess geht schief. Die Maschine ist die Verkörperung des feindlichen Interesses des Kapitals. 
Wenn du dann irgendwann nach den ersten vier Stunden Pause bekommst, darfst du nicht mal essen was du willst. Du musst dir aus der Kontrolle Sachen nehmen, damit abrechenbar ist, für wie viel Geld du isst. Keine Ahnung wie hoch der Betrag ist, daran habe ich mich nie gehalten. Ich habe immer die ganze Zeit Chicken Nuggets gefressen und in der Pause habe ich mir nen Communism Crime Life Royal Käse mit Fritten gemacht und ne Obstüte geschnappt. Das muss man sich mal klar machen. Du produzierst da in den ersten zehn Minuten Cheeseburger im Wert von deinem gesamten Stundenlohn für die ganze Schicht. Und dann rechnen die dir noch das Fressen nach. Dann wagen die es auch noch im Pausenraum Plakate mit dem Spruch „My job, my life, my company“ aufzuhängen. 
Richtig lecker ist es auch, wenn an der Seife gespart wird. Da arbeitest du drei Tage in Folge und drei Tage in Folge ist keine Seife für die Mitarbeiter da. Yumyumyum. 
Was geil ist an der Arbeit bei McDonalds sind die verrückten Geschichten. Irgendwelche Leute, die in die Lobby kacken. Schlägereien, die wirken als wären sie von WWE inspiriert. Und Raubüberfälle für Cheeseburger. Alles schon gesehen. Völlig durch. 
Das täuscht aber alles nicht über den ekelhaftesten Teil der Arbeit hinweg. Wenn die Schichtleitung dich dazu zwingen will, Obdachlose aus dem Laden zu werfen. Das können sie auch nicht. Steht nicht in deinem Vertrag. In der Regel folgt daraus auch kein Problem, wenn du in der Hinsicht auf dem Vertrag bestehst. Du musst dich nicht an der Scheiße beteiligen, dass sie gegen die Leute denen es am dreckigsten geht ihr Profitinteresse durchsetzen wollen. „Die zahlen nicht!“, „Die blockieren Tische!“. Scheiß auf McDonalds

Oh Gott, Jared ist auch noch Jude

Von Michael Groys

Jared Kushner- Schwiegersohn, Berater, Jude
Ich habe noch immer nicht aufgegeben Artikel über den neuen amerikanischen Präsidenten Donald Trump  zu lesen, wobei ich im Prinzip den Inhalt in den meisten Fällen schon voraussagen kann.  In diesen unzähligen Artikeln in der deutschen Presse taucht immer wieder ein Name auf: Jared Kushner. 
Dieser junge Mann ist Schwiegersohn von Trump, sein Berater und ja einen interessanten Daseinszustand hat er ebenfalls noch. Er ist Jude, bekennender Jude, also einer der seinen Sohn am achten Tag beschneidet, der koscher isst und was so alles eben dazu gehört. 
Hier kommen wir zu einem hochinteressanten Punt, den Jean Paul Sartre unglaublich präzise aufgeführt hat und hier so beispielhaft vergegenwärtig wird. Er ist nicht nur ein skrupelloser Geschäftsmann, ein schlechter Berater und ein Finanzhai sondern  hat er offensichtlich noch eine weitere schlechte Eigenschaft und zwar die, dass er Jude ist. 

Es wird für mich nicht ersichtlich, wieso es derartige Ausführungen über seine jüdische Herkunft gibt, wenn man doch eigentlich seine Qualitäten als Berater von Trump kritisieren möchte. Wieso ist bei dieser Kritik seine jüdische Herkunft so wichtig?  
In dem folgenden Ausschnitt aus dem Artikel von Christoph von Marshall im Tagesspiegel wird ein Argument genannt, wieso nun Kushners jüdischsein problematisch sein könnte: ,,Kushners Bild von der Region ist geprägt vom Holocaust, der Gründung des Staates Israel als Konsequenz aus dem Völkermord und dessen heldenhafter Behauptung in einer feindlichen Umgebung. Die Perspektive der Palästinenser fehlt in diesem Bild. Seine Erfahrungen mit der arabischen Welt beschränken sich auf Stipvisiten in Golfstaaten und Jordanien.“
Was bedeutet hier eigentlich der Satz ,,geprägt von dem Holocaust“? Was sagt er uns? Man soll nicht vom Holocaust geprägt sein? Wenn man von Holocaust geprägt ist, dann ist man nicht zu etwas  nicht in der Lage? Wenn ja, kann man bitte aufzählen zu was man nicht in der Lage ist ? Versteht man denn die Lage der Palästinenser besser, wenn der Holocaust einem am Arsch vorbeigeht? 
Über Heldentum kann man natürlich streiten, aber ich denke, dass es mehr als heldenhaft und ehrwürdig ist als ein Land von der Größe Hessens seit dem ersten Tag seiner Existenz sich gegen seine Feinde zu behaupten und sie sogar zu besiegen, vor allem wenn sie einen bedingungslosen Vernichtungswillen haben.  
Trump zu kritisieren, ist notwendig. Die Rolle von Geschäftsleuten in der Politik kann man zu recht hinterfragen, aber mit einem will und kann ich nicht leben, wenn jüdischsein zu negativen Qualitäten und Charaktereigenschaften dazu zählt, denn dann sprechen wir von einem ganz gewöhnlichen Judenhass.

#Trump: Chronisch bipolar mit Borderline?

Von Karl Kobs 

Trump ist nicht verückt, er ist nur anders begabt. Die täglichen Volten des POTUS verwirren mittlerweile Freund und Feind, so dass viele dahinter sogar einen Masterplan erkennen wollen. Was ist, wenn es sich nicht um die Symptome eines narzisstischen ADHS-Parienten handelt, sondern um teuflisches Kalkül? „Die Kunst des Krieges“ von Sunzi: Siegen durch Antäuschen. Sorry! Klingt für mich im Fall Trump nach ziemlich starkem Tobak – „Die Weisen von Zion“ auf Dope. Dazu macht er auch einfach zu viele handwerkliche Fehler, als dass man eine Absicht oder sogar planvolles Handeln vermuten könnte.
Bleiben wir einfach mal bei der naheliegendsten Verschwörungstheorie – und die ist schon irre genug. Vernünftige Menschen aus der amerikanischen Administration, Geheimdienstkoryphäen und Elder Statesmen aus der GOP haben beschlossen, dass nun genug getrumpt wurde. Sie haben die Loose Cannon wieder eingefangen und bringen Sie mit Sprechzetteln und erheblichem Druck wieder auf Kurs. Siehe Rausschmiss Flynn und Krim-Rückgabe. Erfolgsaussichten unklar! Denn die Krankheit, die Trump befallen hat, ist leider ziemlich maligne. Wenn einer dummes Zeug macht, ist er meistens auch ziemlich dumm.

#Dresden: Rettender Luftangriff 

​»Wenn es ein Datum gibt, an dem sich ablesen ließe, dass ein entmenschlichtes Regime nicht nur seine Anhänger, sondern auch seine Gegner dehumanisiert, dann ist es für mich der 15. November 1943. An jenem Tag hatte Radio London in deutscher Sprache verkündet, die Royal Air Force werde die Reichshauptstadt bis Ende Dezember des Jahres Nacht für Nacht in ununterbrochener Folge aus der Luft angreifen.
Ich hörte die Nachricht gegen 22 Uhr, in einem kleinen Dorf in der Altmark, wo wir nach unserer Ausbombung in Hamburg vom 29. auf den 30. Juli 1943 untergekommen waren. Bald darauf setzte auch schon das Dröhnen über uns ein – eine der Angriffsrouten führte über diesen Teil Deutschlands. Es klang wie die Schläge einer ungeheuren Glocke, ein stählernes Schnauben, brüllende Kriegsmotoren, endlose Geschwader, ostwärts brausend – noch 20 Minuten bis Berlin.
»OPERATION GOMORRHA« Und dann, mir sträubt sich die Feder, geschah es. Obwohl ich den Luftkrieg und seine Schrecken durch die »Operation Gomorrha« doch gerade am eigenen Leibe gespürt hatte; obwohl ich genau wusste, was Minen, Stabbrandbomben und Phosphor anrichten, und dass in weniger als einer halben Stunde die todbringende Last über Berlin ausgeklinkt werden würde – ich rannte nach draußen, jubelte in der Dunkelheit auf der leeren Dorfstraße, jauchzte und schickte meine glühenden Grüße und Wünsche hoch in den lärmzerfetzten Himmel. Ohne Gedanken an die Männer, Frauen und Kinder, die verstümmelt, verschüttet, verbrennen würden und deren letzte Lebensnacht angebrochen war.«

Ralph Giordano über Dresden 1945