Antisemiten-Bullshitbingo bei #Maischberger

Bei Maischberger fand ein „israelkritisches“ Bullshitbingo statt. Vier besonders schöne Perlen daraus:
„israelischer Terror“ Norbert Blüm
„dass nicht nur über den Holocaust gesprochen wird, sondern dass auch palästinensische Narrative ihren Platz haben.“ Gemma Pörzgen
„Der menschgewordene Gott der Christen war Semit.“ Norbert Blüm
„Der Zentralrat der Juden kritisiert völlig zu Recht, was in Berlin-Friedenau mit diesem Schüler passiert, aber er kritisiert nicht, was in Gaza an Menschenrechtsverletzungen von Israel begangen wird!“ Rolf Verleger
Bei den Salonkolumnisten zur Diskussionsrunde: http://www.salonkolumnisten.com/hellste-kerze-bluem/
In ein paar Stunden bringen wir noch einen kleinen Faktencheck zum sog. „Faktencheck“. 
Screenshot: https://twitter.com/maischberger/status/877657453428580357
„Es ist zu hoffen, dass der Film wenigstens unter den Zuschauern etwas in Bewegung gesetzt hat. Gewiss, er ist einseitig, angreifbar, teilweise geschwätzig, selbstverliebt – und ja, er verfolgt eine Agenda, nämlich eine Kritik der einseitigen „Israelkritik“: Er dürfte deshalb weiterhin eine Ausnahme im öffentlich-rechtlichen Fernsehen sein, das auf keinen Fall in den Verdacht kommen will einen „projüdischen“ Film zu zeigen.“ Beitrag in der Welt
 

#G20-Proteste: „BILD öffnete uns die Augen“

Von “ Gruppe des organisierten Widerstandes“

++EILMELDUNG++

PROTESTE GEGEN G20 FALLEN AUS!
Wie soeben bekannt wurde, haben sämtliche Protestbündnisse ihre Demonstrationen gegen den G20-Gipfel abgesagt. Als Grund gilt ein heute veröffentlichter Artikel der Bild, in dem alle Demonstranten als „jämmerliche Vollidioten“ kritisiert wurden. P. Flasterstein, der Vorsitzende des Antifa e.V., äußert sich in einer Presseerklärung wie folgt: „Eigentlich dachten wir ja, es sei eine gute Sache, wenn wir im Juli mit zehntausenden Menschen gegen den G20 demonstrieren und für eine Welt, in der Flüchtlinge nicht mehr im Mittelmeer ertrinken müssen. Doch die sachliche Argumentation der BILD hat uns die Augen geöffnet. Wir sind schockiert und traurig, dass sich der Springerkonzern überraschend gegen uns stellt.“ Da man jetzt nicht einfach zur Tagesordnung übergehen könne, habe sich die linke Szene in einem Delegiertenplenum bei ICQ darauf verständigt, die Mobilisierung gegen den G20 mit sofortiger Wirkung einzustellen, so Flasterstein weiter. 
Hochrangige Polit-Kader aus den Demobündnissen ließen hinter vorgehaltener Hand verlauten, dass sie auch die Manöverkritik diverser BILD-Leser zum Umdenken bewegt habe. So hatte in der Kommentarspalte unter dem Artikel etwa „Dynamo-Ronny64“ kritisch angemerkt, dass die Demonstranten „alles versiffte Hurensöhne“ seien, die „mal lieber arbeiten gehen“ sollen, „wenn die Zecken denn überhaupt wissen, was Arbeit ist haha lolz“. Der User „Brombeerkalle_STOLZER DEUTSCHER“ ergänzte, dass „die Zecken mal ordentlich den Arsch voll bekommen“ sollen und „SIND WIR DENN IN ABSURDISTAN“. 
Antifa-Sprecher Flasterstein zeigt sich angesichts dieses unerwartet negativen Feedbacks selbstkritisch: „Wir hatten eigentlich gedacht, dass wir mit unseren Protesten die BILD-Leser überzeugen könnten. Da dem anscheinend nicht so ist, müssen wir daraus Lehren ziehen: Womöglich werden wir bei zukünftigen Protesten stärker darauf achten, dass auf unseren Flugblättern mehr nackte Frauen abgedruckt werden oder unerlaubterweise aus dem Internet geklaute Fotos toter Kinder, damit wir die BILD-Redaktion wieder ins Boot holen“. 
Auch werde nun darüber nachgedacht, in zukünftigen Demo-Mottos öfter Wörter wie „Asyl-Terrorist“, „Hartz IV-Schmarotzer“ und „Stalins Nazi-Orang Utans“ einzubauen, um den Springerkonzern zu besänftigen. Flasterstein gab ebenfalls bekannt, dass er jetzt erst einmal eine Auszeit nimmt und sich von seinem Zahnarztvater ein paar Monate Work&Travel in Bali bezahlen lässt, um danach mit seinem Foodtruck-Startup das urbane Gastro-Segment zu disrupten.

BVV Pankow: Es ist nicht gerade jetzt ratsam, auf die Interessen der Bürger*innen zu scheissen 

Politik ist kein Partner der Bürger*innen. Versagen auf ganzer Linie. Über 1700 Unterschriften für ein dringend benötigten Grünzug für die Tonne. Die Arroganz und Ignoranz der gewählten Lokakpolitiker in der bvv Pankow ist damit kaum übertroffen. Jede Hoffnung, die Linke als stärkste Kraft,  könnte mit der zählgemeinschaft mit SPD und Grünen einen Paradigmenwechsel im Haifischbecken der renditegeilen Investoren herbeiführenund sich wenigstens behaupten, wurde eine derbe Abfuhr bereitet. Sie sind keinen Deut besser. Dafür ist man aber Bürgermeister (sören benn) geworden und hat Interessen und die Wünsche der Bürger*innen komplett verraten. Es bleibt tiefe Enttäuschung und Leere. Das Vertrauen ist vollständig zerstört. DAS macht die AfD stark, euer Versagen! 

Der offene Brief zur Ablehnung des Einwohnerantrages auf dem Meinungsblog der Anwohnerinitiative Thälmannpark

Buddhacremetorte für Barbara 

Von Lorenz Meyer 

„Nee, Heilige St. Barbara, Schutzpatronin der Hersteller von schwarzen Druckerpatronen und uneheliche Tochter von Kapitän Schwandt, dem von einem pfiffigen Verlagsmenschen ausgeheckten Haltungs-Klabautermann und Freibeuter der werbegetexteten Bildbotschaften:

Warum sollte man „zumindest einen Tag“ den Mund halten, nachdem eine Person der Zeitgeschichte gestorben ist, wenn man „nichts Gutes über sie zu sagen hat“? Um all den Nachruflyrikern in Presse, Funk und Fernsehen, all den befangenen Parteifreunden und vor sich hin schwampfenden Lobhudlern das mediale Feld zu überlassen? Das kann doch nicht Dein Ernst sein. 

Abgesehen davon: Was heißt denn bitte: „egal, wie berechtigt die Kritik auch sein mag“? 
Nein! Warum sollte berechtigte Kritik an einem Politiker, dessen politisches Wirken große Auswirkungen auf Gesellschaft und Individuum hatte, an irgendwelche Uhrzeiten gebunden sein? 

Und nun zum Thema von Dir erlaubter und nicht erlaubter Spott: Ich zum Beispiel kann oft nur wenig mit Deiner industriell geflauschten Zeitgeist-Zettelfabrikation, Deiner Kalenderspruchprosa und den für jedermann und jederfrau bequem und risikolos teilbaren Bildtafel-Selbstverständlichkeiten anfangen. Dennoch würde ich Dir nicht vorschreiben, wann Du den Mund zu halten hast, bzw. Dir verbieten, schon wieder den Tintenstrahldrucker anzuwerfen. 

Kriegst aber dennoch nen Basmati-Tee (laktosefrei) und nen großes Stück Buddhacremetorte zum Sonntag. Hast es ja wahrscheinlich gut gemeint.

Gurugrüße, Dein Lorenz“

AG Dok: #arte hat Exempel statuiert

Ein Dokumentarfilm über Antisemitismus wird – wie wir alle mitbekommen haben – von arte nicht gezeigt, obwohl er von der zuständigen Redaktion abgenommen war: Die Hintergründe sind das wirkliche Problem: 
Denn: ob es nun eine gute oder schlechte Dokumentation ist, ist hier für uns als Filmemacher, die wir für und mit arte arbeiten, nur ein Nebenschauplatz. Was BILD daraus gemacht hat, unterliegt der BILD Logik.
Viel brisanter ist der Hintergrund der ganzen Geschichte, dass eine durch den senderverantwortlichen  Redakteur angenommene Produktion von Arte zurückgewiesen werden kann. Dies ist neu und es liegt an einer neuen Regel, die vom Arte-Programmchef aufgesetzt wurde:
Jede Veränderung am Konzept eines Films, seien es die Protagonisten, der Stab oder gar weitere inhaltliche Aspekte oder Nebenstränge müssen von der zentralen Programmkonferenz neu abgenommen werden. Das heißt auch, dass jeder Film von Arte zurückgewiesen werden kann, der nicht exakt dem eingereichten Konzept entspricht. Damit gibt es bei der Produktion von Dokumentationen und Dokumentarfilmen eine grundsätzliche finanzielle Unsicherheit, ob Arte als Partner mit finanziert oder sich mitten in der Produktion verabschiedet.
Mit der Entscheidung, diesen Film bei Arte nicht anzunehmen und dies mit dem veränderten filmischen Konzept im Kontrast zum eingereichten Konzept zu begründen, wurde das erste Exempel statuiert.

#AntisemitismusDoku: Der schwarze Peter liegt beim #WDR 

Einige warten schon drauf. Ein Versuch Licht ins Dunkel zu bringen. Oder warum der Vorwurf der Zensur gegenüber ARTE schlicht einfach nur völlig falsch adressiert ist. Darf gerne geteilt werden…. 
Seit einigen Tagen berichten mehrere bundesweite Medien, über eine bei ARTE nicht ausgestrahlte Dokumentation zum Thema „Antisemitismus in Europa“. Dem Sender und vor allem den Entscheidungsträger_innen wird vorgeworfen, sie würden aus politischen Gründen, diese Doku nicht zeigen wollen. Ich habe alle relevanten Informationen im Vorfeld sowohl vom Filmteam als auch von ARTE selbst bekommen und aufwändig durchgearbeitet. Offene Fragen wurden dann heute nicht nur von mir im Beirat von ARTE GEIE aufgeworfen und beantwortet. Damit es nicht so lang wird, mache ich es mit Anstrichen.
1. Die Dokumentation ist großartig und muss dringend im Öffentlich Rechtlichen System gezeigt werden. 
2. Diese Dokumentation war ein WDR Angebot an ARTE und die inhaltliche und generelle Verantwortung hat dann auch eben der zuliefernde WDR. (Westdeutscher Rundfunk, eine Anstalt der ARD) So läuft das grundsätzlich. Es gibt Zulieferungen an ARTE die vorher in einem gemeinsamen Verfahren im Deutsch – Französisch besetzten Programmausschuss besprochen werden. 
3. Beim WDR gibt es es für die technische und inhaltliche Abnahme zuständige Kolleginnen und Kollegen. Die Kollegin, die für diese Reportage zuständig ist, sagt momentan wenig bis gar nichts dazu. Abgenommen hat sie dem Filmteam die Reportage aber, so dass diese davon ausgehen mussten, dass alles in Ordnung sei. Leider hat diese Kollegin jetzt auch ihren einstweiligen Ruhestand beantragt. (Dazu fällt mir erstmal nichts mehr ein außer: Was ist mit Verantwortung übernehmen?) 
4. ARTE ist aktuell zu zwei Dingen gezwungen. Es muss öffentlich erklärt werden, dass die Reportage tatsächlich nicht das ist, was quasi bestellt wurde. Antisemitismus in 5 europäischen Ländern beleuchten und aufklären, das war der Auftrag. So gut ich auch persönlich diese Reportage finde, so sehr verfehlt sie ja tatsächlich den eigentlichen Auftrag. Deshalb konnte die Programmkonferenz nicht anders. Schließlich geht es hier auch um sehr viel Geld der Beitragszahler_innen. Die zweite Sache zu der ARTE gezwungen ist, ist nichts zu den Interna mit dem WDR zu sagen. Ich habe im Beirat aber offen gesagt, dass mich das überhaupt nicht interessiert. Ich verstehe, dass die ARTE Verantwortlichen gerade mit Blick auf das Deutsch – Französische Verhältnis diesen Satz nicht sagen, aber ich sage ihn und zwar als 5. 
5. „Die Verantwortliche beim WDR, Frau Prof. Dr. Sabine Rollberg, (sie leitet die ARTE Abteilung beim WDR) die den Film abgenommen hat, trägt die Verantwortung. Aufgrund ihrer Fehler und ihres ohrenbetäubenden Schweigens dazu, steht ARTE jetzt im Fokus. Frau Dr. Rollberg ist Expertin. Sie hatte auch bei ARTE länger gearbeitet und kennt alle Regeln. Sie hat wirklich Erfahrungen über Erfahrungen in diesem Bereich. 
Das bringt mich zu 6. 
Die Verantwortung für die Doku, die Verantwortung für den internationalen Clinch den es jetzt gibt, diese Verantwortung liegt beim WDR und der WDR sollte das endlich aufklären und sich öffentlich dazu verhalten. Das wäre solidarisch gegenüber denen, die bei ARTE gerade öffentlich angegangen werden, als gäbe es kein Morgen.
7. YouTube und die Bild (Zeitung darf man das nicht nennen) haben den Film unter Verletzung der Verwertungsrechte jetzt öffentlich gemacht. Ich finde das richtig und gut. Bezahlt haben wir als Beitragszahler_innen sowieso schon dafür. Ich bin gespannt, wie damit insgesamt im dualen System umgegangen wird. 
8. Alle Zuarbeiten, von honorigen Persönlichkeiten, die allesamt die Doku positiv bewertet haben, müssen sich endlich an den WDR wenden. Dort muss der Druck hin. Und dort kann letztlich diese wichtige Dokumentation auch ausgestrahlt werden. 
9. und das ist ein Appell. Es gab und gibt bei ARTE keine Zensur. Es gibt ein sensibles gemeinsames Verfahren und es gibt auch keinen einsamen Wolf oder eine Wölfin, der oder die Entscheidungen in solchen Fällen trifft. Diese Behauptungen sind genauso öffentlich in einigen Artikeln gefallen. Dem will ich ausdrücklich widersprechen. Wenn ARTE jetzt die Kriterien von Verträgen öffentlich in Frage stellen würde, können sich alle Filmemacher_innen in einer Reihe aufstellen und es braucht keine Drehbücher und Absprachen mehr. 
10. Schaut euch bitte die Doku in Ruhe an. Es ist ein ganz toller Film, eine ehrliche und schonungslose Dokumentation. Wäre die Anmeldung vom WDR bei ARTE inhaltlich diese gewesen oder hätte die Änderung des Planes in der Entstehung der Doku eine Rolle in den dafür konzipierten Gesprächen gespielt, könnten alle diese Doku bei ARTE anschauen. Wendet euch an den WDR und die dortigen Verantwortlichen. Dort wurde das verzapft. 
Ich bin auf eure Reaktionen gespannt. Es ist der Versuch von Transparenz in einem Prozess der schwer zu durchschauen und zu durchbrechen ist. Wenn Kampagnen einmal laufen… Ich will ARTE aus der Schusslinie nehmen, damit die Richtigen reagieren müssen. 
Sandro Witt

Mitglied Beirat ARTE GEIE 

14.6.2017

Am Grab des letzten Antisemiten schau ich Arte 

Von Michael Groys

„Antisemitismus-Doku gesehen! 
Ich verstehe nun, wieso ARTE die Doku nicht zeigen wollte. So viel unangenehme Wahrheit über Antisemitismus ist scheinbar dem deutschen Publikum nicht anzumuten. Es gibt linke Judenhasser? Bloß nicht. Muslimischer Judenhass? Nein, die sind doch selber Opfer von Rassismus und Islamophobie. 
Keine Doku hat bisher Antisemiten aufgehalten ihre kranke Ideologie auszuüben, ich bin aber wirklich sehr froh darüber, dass BILD und das Axel-Springer-Verlagshaus einfach mal es gewagt haben. In meiner Timeline haben Menschen sich dazu gemeldet, die sonst bei dem Thema nicht viel schreiben. Linke Presse kriegt sowas nicht auf die Reihe. Aus Gründen. 
Man fragt mich oft, wieso ich so viel über Antisemitismus rede und schreibe und wann ich aufhören werde dies zu tun. Es würde nämlich reichen. 
Ich werde aufhören, wenn ich am Grab des letzten Antisemiten stehe. Dort werde ich sehr laut die Internationale oder Hatikvah singen.“

Der Beitrag in der BILD