Aluhut-Diplomatie auf der Krim 

Von Kentrail-Verschwörung 

„Delegation“ mit Aluhut: Jebsen und Wimmer auf der Krim
Der Verschwörungs-DJ Ken Jebsen macht gemeinsam mit  Ex-CDU-Mann Willy Wimmer Urlaub auf der von Russland besetzten Krim. Mit dabei: die Linke-Politiker Andreas Maurer und Artur Leier, sowie die Aluhut-Reporter Dirk Sadlowski und Paul Jan Meyer. Er fühle sich wie im Paradies, sagte Wimmer gegenüber der lokalen Website Yalta-24.ru. [1] Kein Wunder, die Gäste aus Deutschland wurden offenbar wie eine offizielle Delegation behandelt. In bester Sowjettradition inspizierten die wichtigen Herren eine Schule und ein Chemielabor. Zum Abendessen gab es Fisch und Pfannkuchen. 
Auf seiner Facebookseite veröffentlichte Jebsen gestern ein Gespräch der Aluhut-Diplomaten im Hof der „Sommerresidenz des Zaren“. Jalta ist ein Ort, der „für Geschichte bekannt“ ist, so Jebsen. Mit stolz geschwellter Brust plappern im Video vier Männer im besten Alter über allerlei Banalitäten, breiten noch einmal alte Verschwörungstheorien zum Ukraine-Konflikt aus und genießen die Sonne. Auch ein österreichischer Förster meldet sich zur internationalen Lage zu Wort. Der „Spezialist  für Holz“ (Jebsen) bringt gewissermaßen seine energiepolitische Expertise in die Runde mit ein… [2]
Für Willy Wimmer war die Schulinspektion indes nicht die erste Gelegenheit, bei der er in den Kreml-Medien einen richtigen Politiker spielen durfte. Im Dezember 2015 saß er sogar bei einer Gala des Fernsehnetzwerks „RT“ an einem Tisch mit Putin und dem US-General Michael Flynn. [2] Flynn war für sehr kurze Zeit  Sicherheitsberater von Präsident Donald J. Trump, bis er wegen dubioser Russland-Verbindungen entlassen wurde. Allein für die Teilnahme an der Gala soll er 45.000 Dollar erhalten haben. Ob Willy Wimmer auch Geld bekommen hat oder seinen Flug selbst zahlen musste, ist ungewiss.
Andreas Maurer ist nicht zum ersten Mal auf der Krim. Tatsächlich scheint er eine Art Organisator solcher Reisen zu sein. Maurer ist Linke-Fraktionschef im Stadtrat der niedersächsischen Kleinstadt Quakenbrück. Das Kreml-Portal „RT Deutsch“ bejubelte das gute Wahlergebnis des „russlandfreundlichen“ Politikers Ende letzten Jahres in höchsten Tönen. [3] Kurz danach ermittelten die Behörden wegen des Verdachts massiver Wahlfälschungen. Im Januar wurden Hausdurchsuchungen durchgeführt. [4] Ob Maurer seine politischen Methoden bei Auslandsreisen erlernt hat, ist derzeit nicht bekannt.
Anmerkungen

[1] Yalta 24 am 25.04.2017 http://www.yalta-24.ru/vsya-yalta/sobytiya/10052-nemetskaya-delegatsiya-v-vostorge-ot-poseshcheniya-arteka-my-kak-budto-popali-v-paradiz

[2] KenFM vom 26.042017 https://www.facebook.com/KenFM.de/?fref=ts

[2] NBC News vom 18.04.2017 http://www.nbcnews.com/news/world/guess-who-came-dinner-flynn-putin-n742696

[3] RT Deutsch vom 12.09.2016 https://deutsch.rt.com/inland/40533-kommt-beim-wahler-an-russlandfreundlicher/

[4] NDR.de vom 25.01.2017 http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/Wahlbetrug-Wohnungen-in-Quakenbrueck-durchsucht,quakenbrueck230.html

Jedem sein Holocaust 

Von Felix Bartels 

„Sigmar Gabriel, der in Israel auf genau die Weise gedemütigt worden ist, die er verdient und nebenbei gesagt auch provoziert hat, dieser Gabriel hat jetzt nachgelegt: »Sozialdemokraten waren wie Juden die ersten Opfer des Holocaustes«, lässt er sich in der Frankfurter Rundschau vernehmen. Es gibt Dinge, die bringt nur er fertig. Sich auf Reise in Israel mal eben als Mit-Opfer des Holocausts ins Gespräch bringen zum Beispiel, und mit Rücksicht auf . . .“

Weiter im Text 

Blanke Provokation, unsensibel, undiplomatisch, arrogant 

Bravo, „Tagesspiegel“:

„Dieser Staat (Israel) sieht sich als einzige Demokratie der Region. Und bei allen Einwänden zu vielen Themen, nicht zuletzt zum Siedlungsbau – auch nur der Versuch der Gleichsetzung mit anderen Ländern, die mit Deutschland vor allem durch Meinungsunterschiede verbunden sind, ist nicht nur ungeschickt. Er verbietet sich auch. 

Die Türkei Erdogans, das Russland Putins und das China Xi Jinpings lassen sich mit Israel nicht vergleichen. Aber dieser Vergleich wird implizit von Gabriel gezogen, wenn er sagt, Gespräche mit Nichtregierungsorganisationen seien seit vielen Jahren in vielen Ländern üblich. 

Das kommt – in den Tagen des Holocaustgedenkens – einer Provokation gleich. Und von deutscher Seite einer Anmaßung, der israelischen erklären zu wollen, was unter demokratischen Staaten üblich sei.“

„In Deutschland dürfen Muslime auf die Straße gehen und Juden ins Gas brüllen. Eine Gruppe, die sich Jugendwiderstand nennt, darf Fick Israel schreiben und es ist kein Problem, wenn man den Holocaust relativiert und Israel das Existenzrecht abspricht. Aber wenn Netanjahu ein Gespräch mit Apartheidssiggi absagt, weil der sich mit scheinheiligen Menschenrechtlern bzw. Terroristenunterstützern an den Tisch setzen will, um zu sagen, wie böse Israel doch ist, dann ist das natürlich Alarmstufe rot und Israel ist schlimmer als Russland, Türkei, China, Nordkorea und Iran zusammen. 

Diese widerlichen Doppelstandards gegen die einzige Demokratie im mittleren Osten sind kaum noch auszuhalten. Willkommen in Deutschland 2017, wo Holocaustleugnung und das absprechen von Israels Existenzrecht als legitime Israelkritik gelten.“ Facebook Kommentar 

Gabriels Instinktlosigkeit öffnet die antisemitische Büchse der Pandora 

Von Aviel Sebastian Ben Joachim 

Eigentlich wollte ich mich gar nicht zu diesem Thema äußern und ich bin auch kein Fan des jetzigen israelischen Ministerpräsidenten. Aber mir geht die Galle über, wenn ich sehe, welch hämische Mist in den deutschen Medien und in den sozialen Netzwerke verbreitet wird. 

Es ist schon erstaunlich, wieviele Kommentatoren auf Fazebuch als „Experten“ für den Nahen Osten und für israelische Nichtregierungsorganisationen auftreten und eifrig ihren geistigen Dünnpfiff hinausposaunen müssen. Und es ist bemerkenswert, in wie vielen Kommentaren wieder einmal die Politik Israels mit doppelten Standards gemessen und bewertet wird und ich bekomme den Eindruck, daß man mit großer Freude uns Juden incl. Israel mal endlich zeigen möchte, wo der Hammer hängt. 
Der leider viel zu früh verstorbene scharfzüngige Publizist Eike Geisel hatte diese eifernde Beschäftigung vieler Deutscher mit uns Juden und Israel aufs Korn genommen und sehr treffend beschrieben: 
„Die Deutschen glauben sich durch die eifrige Vergangenheitsbewältigung selbst geläutert ergo aus der Geschichte gelernt und sich sich dadurch ein Verzeihen redlich verdient zu haben. Sie glauben, daß es sich bei den Juden genau umgekehrt verhält: Statt Auschwitz als Besserungsanstalt zu begreifen, führten sie sich wie ihre vormaligen Peiniger auf und bedürften daher einer ganz besonderen Fürsorge. Es ist, wie bereits Adorno befand: „Wenn man schon zugibt, dass Verbrechen geschehen sind, dann will man auch, dass das Opfer mitschuldig ist“. Wer sich dieser Sonderbehandlung der etwas anderen Art verweigert, wird bestraft, vorerst noch mit Liebesentzug in Form der „Israelkritik“, die Eike Geisel anlässlich des Golfkriegs 1991, aber nicht zum ersten Mal, als das identifizierte, was sie ist:
    „Im Namen des Friedens gegen Israel zu sein, ist etwas Neues. Denn dieses Ressentiment hat alle praktischen und politischen Beweggründe abgestreift. […] Dieser neue Antisemitismus erwächst weder aus niedrigen Instinkten noch ist er Ausfluss ehrbarer politischer Absichten. Er ist die Moralität von Debilen. Das antijüdische Ressentiment entspringt den reinsten menschlichen Bedürfnissen, es kommt aus der Friedenssehnsucht. Es ist daher absolut unschuldig, es ist so universell wie moralisch. Dieser moralische Antisemitismus beschließt die deutsche Wiedergutwerdung insofern, als sich durch ihn die Vollendung der Inhumanität ankündigt: die Banalität des Guten.
Diesen „hilflosen Antisemitismus“ fand Geisel nicht nur bei „Otto Normalvergaser“, sondern auch und vor allem bei den Linken aller Schattierungen, bei den Leitern evangelischer Akademien und in den Redaktionen linksliberaler Periodika wie auch bei den Paechs, Krippendorffs und anderen friedensbewegten, guten Deutschen. Schließlich waren sie es, die mit dem Verweis auf ihre vorgeblich tadellose Gesinnung und über den Umweg der Parteinahme für die Palästinenser als den „Opfern der Opfer“ Kategorien wie Nation, Volk und Heimat zu retten versuchten und den Antisemitismus in Gestalt des Antizionismus rehabilitierten. Auschwitz wurde – nicht nur von den Linken – als Chiffre für ins Äußerste gesteigertes Unrecht gebraucht (nicht zuletzt in Bezug auf Israel) und ansonsten für die nationale Sinnstiftung beansprucht, die im Berliner Holocaust-Mahnmal, dem „Monument der Vernichtungsgewinnler“, (14) schließlich Stein werden sollte (15):
    „Auschwitz war also doch noch gut ausgegangen. Dieser Unort war nicht das Massengrab nationaler Aufgaben und Verpflichtungen gewesen, vielmehr hatte dort die von den Juden geschaukelte Wiege eines ganz besonderen Gemeinschaftsgefühls gestanden. […] In Anerkennung ihrer Verdienste schenkt Deutschland den Ermordeten ein Denkmal. Diese waren zwar für nichts und wegen nichts umgebracht worden, aber vielleicht dafür, dass Lea Rosh in marktgängiger Edelbetroffenheit wieder ‚Wir Deutsche’ schreiben konnte.““ (Zitat aus „In memoriam Eike Geisel, 6. August 2007 von Lizas Welt )

#koeln #Polizei #afdBPT Der gewollte Ausnahmezustand 

Liebe Kölner Polizei,
könnte es sein, dass Ihr da ein klitzekleines bisschen übertrieben habt? Das klang ja schwer nach Ausnahmezustand, was Ihr da wochenlang beschworen habt: Linkextremistische Gewalttäter drohten in Horden nach Köln einzufallen, eine Stadt im Würgegriff der Autonomen. Düster düster, was Ihr da an die Wand gemalt hattet. Am Ende fuhr nicht mal mehr die KVB zum Ort der Demonstration. 
Ja ja, vom Ausnahmezustand sprach auch die AfD, aber das sind ja sozusagen Selbstviktimierungsprofis aus durchsichtigem Kalkül. Und die haben sich auch gleich erkenntlich gezeigt. Spenden für die Kölner Polizei: Was für ein selbstgefälliger Schabernack.
Dabei lief es doch ganz friedlich ab: Zehn- bis zwanzigtausend Menschen demonstrierten friedlich gegen Rassismus in der Innenstadt, sogar die Karnevalisten waren dabei. Wahrscheinlich wären es sogar deutlich mehr gewesen, wenn Ihr nicht so auf den Putz gehauen hättet. Und nicht nur Familien mit Kindern hatten’s schwer. Wie gesagt: Die Bahnen fuhren nicht, und die Innenstadt war weiträumig abgesperrt. Weil Ihr das so wolltet.
Vielleicht seid Ihr und Eure Chefs ja ein bisschen übernervös nach all der Kritik in den letzten Jahren. Die kam ja schließlich besonders laut auch von Rechtsaußen. Deshalb nochmal zur Erinnerung: Ja, es gehört zu Eurer Aufgabe, Versammlungen zu schützen – und nicht, sie zu behindern. Genau: Und das gilt nicht nur für die AfD.
Georg Restle

#Shoah an der FU 

Einleitender Vortrag (Christoph Hesse) und Teil 1: Mittwoch, 26. April, 18:30 Uhr
Teil 2: Mittwoch, 3. Mai, 18:30 Uhr
Bis zum Erscheinen des Films Shoah im Jahr 1985 kannten dieses hebräische Wort, das man als großes Unheil übersetzen könnte, nur wenige; auch Claude Lanzmann nicht, der seinem Film am liebsten gar keinen Namen gegeben hätte. Deshalb entschied er sich schlechterdings für diesen, wie er hoffte, ganz unverständlichen Titel. Wovon der Film handelt, entzieht sich jeglichem Verständnis. Wer ihn sich anschaut, bekommt allerdings eine ungeheuer detaillierte Vorstellung dessen, was das so leicht gesagte Wort Holocaust (oder inzwischen auch Shoah) bezeichnet. Historische Aufnahmen sind nicht zu sehen, keine aus dem Archiv hervorgeholten Bilder der Vernichtung, die ohnehin kaum vorhanden sind. Gezeigt werden einerseits ehemalige Tatorte, die sich selbst dort, wo sie heute als Gedenkstätten zu besichtigen sind, in scheinbar gewöhnliche Landschaften zurückverwandelt haben, andererseits diejenigen, die dort einst zugegen waren. Zwölf Jahre lang hat Lanzmann Zeugen ausfindig gemacht und befragt: nicht nur einige der wenigen Überlebenden der Vernichtungslager, sondern auch Täter ebenso wie Zuschauer. Wer auch sonst nichts mehr von ‚all dem‘ hören und sehen wollte, sollte sich diesen neun Stunden langen Film einmal zumuten. „Das kann man nicht erzählen“, sagt Simon Srebnik, als Lanzmann mit ihm nach Chelmno zurückkehrt.
Einleitung von Christoph Hesse (Film- und Literaturwissenschaftler am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der FU Berlin).

Das Ereignis der jüdischen Identität des Widerstandes

74. Jahrestag des Aufstandes im Warschauer Ghetto
Am 19. April 1943 geschah etwas unvorstellbares. Im Warschauer Ghetto begann ein Aufstand der Würde. Dieser wird in die Geschichte des jüdischen Volkes als ein Zeichen von Mut, Heroismus und ungebrochenen Geist eingehen. 
Bewaffnete jüdische Verbände rund um den 24-jährigen Mordechaj Anielewicz organisierten einen Widerstnad gegen den deutschen Herrenmenschen. Sie hatten über dem Ghetto eine Flagge mit einem Davidstern gehisst und erbittert gekämpft. Am 16. Mai um 20:15 Uhr wurde das Ghetto völlig zerstört, 56.000 Juden ermordet und die Überlebenden in die Öfen von Auschwitz-Birkenau geschickt.
Dieser Kampf war im militärischen Sinne aussichtslos. Das war den Widerstandskämpfern klar. Sie hatten aber den Deutschen gezeigt, dass Juden in der Lage waren sich zu verteidigen und dies aus der Situation heraus sogar erfolgreich. 
Heute lebt der Geist von Anielewicz weiter.