‏@9Nov38: Hunderte Tweeds zur Reichsprogromnacht vor 75 Jahren (20 Tweeds als Auswahl)

  1. Herr Meyer bekommt gesagt: „Du mußt sofort zu deinem Vater fahren, der ist so übel zugerichtet, daß ich es dir gar nicht sagen kann.“

  2. Professor Philippson sitzt still weinend in seiner Wohnung in Bonn: „Daß ich 75 Jahre alt geworden bin, um das jetzt zu erleben!“

  3. Der Feuerwehr in Baden-Baden wird nur erlaubt, ein Übergreifen der Flammen von der Synagoge auf die Nachbarhäuser zu verhindern.

  4. Münster: Der Kaufmann Leopold Stein erleidet nach der Verhaftung eine Herzattacke.

  5. Die Synagoge in Baden-Baden brennt.

  6. Göring und Goebbels treffen mit Hitler zusammen und einigen sich darauf, den deutschen Juden eine „Buße“ von 1 Milliarde RM aufzuerlegen.

  7. Wertsachen und religiöse Gegenstände der Baden-Badener Synagoge werden in die Gestapo-Diensträume gebracht.

  8. Nachmittags wird in Münster das neue HJ-Freizeitheim im Zwinger eingeweiht. Der Chor singt „Vom Aufbruch und Glauben der deutschen Seele“.

  9. „Meine Brandlegung war prima, es ist vom Synagogeninventar auch nichts übriggeblieben. 1000 Grüsse von Deinem SA-Mann und Brandstifter“

  10. Wilhelm Schrader schreibt an seine Verlobte: „Ich habe mich so richtig mal wieder austoben können und meine Kräfte spielen lassen.“

  11. Julius Voss und Alex Matthes sowie 67 weitere Juden werden in Aachen in Schutzhaft genommen.

  12. Neue Presseanweisung: Zurückhaltend berichten. „Synagogen hätten sich selbst entzündet.“ http://9nov38.de/2013/11/10/dnb-rundruf-vom-10-november/ …

  13. Die Baden-Badener Juden dürfen im benachbarten Hotel zu Mittag essen. Danach werden sie in „Schutzhaft“ genommen und medizinisch untersucht.

  14. Ein breit grinsender Friseur steht vor seinem Laden und ruft den die Zerstörung betrachtenden Juden „Telech man, du Jude!“ zu.

  15. Einigen Juden gelingt es, bei Freunden oder Verwandten außerhalb von Münster unterzukommen oder sich bei Bauern zu verstecken.

  16. Eine 83-jährige Frau in München fragt einen SA-Mann, wo sie nun hin solle. Antwort: „Der Starnberger See hat genug Platz für euch alle!“

  17. Reichswirtschaftsminister Funk beschwert sich bei Goebbels über die durch die Ausschreitungen entstandenen ökonomischen Schäden.

  18. Die Schaufenster, Theken, Wandschränke und Tischchen im Geschäft Heumann in Bonn sind zerschlagen.

  19. In der Baden-Badener Synagoge werden die Juden gezwungen, das Horst-Wessel-Lied „einzuüben“.

  20. In der Synagoge wird den Juden befohlen, ihre Kopfbedeckung abzunehmen. Danach werden einige gezwungen, aus „Mein Kampf“ vorzulesen.

    mehr gibt es hier

    Falling Leaves in November – Novemberpogrome und Gedenken.

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