„taz.zahl ich nicht mehr!“

Zuerst eine Aufforderung: „Liebe TAZ-Genossenschaftsmitglieder, bitte machen Sie der Anzeigenleitung der TAZ deutlich, dass Sie Ihre Anteile kündigen werden, wenn die TAZ nochmals Wahlwerbung für Parteien wie die AfD abdruckt. Danke.“

Ein treuer Leser der taz geht von Bord. Grund ist eine erschienene Annonce der AfD: 

„Sehr geehrte Frau Pohl,
Sehr geehrter Herr Rütenauer,

in der “taz.am wochenende” vom 17. Mai erschien im Berlin-Teil auf Seite 2 (42) eine Anzeige der Partei Alternative für Deutschland (AfD). Über dem Parteilogo wirbt die AfD mit vier kurzen Sätzen:

Das Erscheinen dieser Anzeige hat mich veranlasst, Ihrer Abonnement-Abteilung mitzuteilen, dass ich mein Abonnement zum nächst möglichen Zeitpunkt kündigen werde. Im folgenden möchte ich Ihnen darlegen, wie ich diese Entscheidung getroffen habe:

Ein Stück Lebensgefühl 

Seit Jahren ist die taz. das für mich wichtigste Printmedium. Mein erstes Abo hatte ich zu Schulzeiten, damals kam sie sogar jeden Tag. Als das Geld zum Beginn meines Studiums knapp wurde, kündigte ich und kam wieder, als ich mehr Geld hatte. Ich wurde Kunde der Wochenend-Printausgabe und der digitalen Ausgabe täglich. Es folgte die Umstellung zur taz.am Wochenende, die ich sehr begrüßte und etwas später der Relaunch der Webseite. Bei diesem schrieb ich einen Leserbrief, in dem ich dem neuen Konzept & Layout zujubelte. Er wurde abgedruckt.

Die taz war immer mit dabei. Sie trug entscheidend zu meiner Positionsfindung in vielen Bereichen mit. Im Wahlkampf zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern trug ich das “taz.zahl ich”-Shirt an Grünen Wahlkampfständen. Als bei Demonstrationen gegen Nazis kein vor- oder zurück mehr denkbar war, packte ich die taz in der Blockade aus und freute mich über kluge Analysen zur deutschen Steuerpolitik. Die taz war immer politisch.  Sie politisierte. Bin heute gehört das Attribut “links” zur Selbstwahrnehmung der taz. Alternatives Medium für alternative Politik. Während andere Medien Paywalls hochziehen versucht die taz sich an freiwilliger Bezahlung von Online-Content. Immer ein bisschen gegen den Trend. Die taz war immer ein Stück Lebensgefühl. …“

Der ganze Beitrag von Alexander Nabert

 

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