Heult doch! oder Kippings Säuberung

Katja Kippings innerparteiliche Strategie scheint aufzugehen: Die Partei sollte in nächster Zeit nicht mehr von Strömungen dominiert werden. Das FDS will sich in absehbarer Zeit auflösen, unliebsame Genossinnen, wie die Bundestagsabgeordnete Wawzyniak, werfen schon mal das Handtuch.

Nachdem Kipping bereits den Internetbeautragten Seibert, einen lang gedienten Mitarbeiter, der dem Reformlager zuzuschreiben ist, gefeuert hatte, war das Gejammer bereits groß. Solidaritätsbekundungen ergoßen sich über die sozialen Netzwerke. Jeder auch noch so wichtige Genosse hatte hier ganz öffentlich das Bedürfnis nach Anklage.

Als sich der Betroffenenstaub gelegt hatte, kam die öffentliche Hinrichtung des ebenfalls schon lange sich im Amt befindenden Schatzmeister Sharma in Form einer verlorenen Kampfabstimmung auf dem Bundesparteitag in Berlin. Auch hier war das Geschrei groß. Zum Teil mit Recht der Methode wegen.

Der vom FDS lancierte Heilig konnte sich ebenfalls auf selbigen Event nicht durchsetzen und musste sich dem Friedensorakel Pflügler geschlagen geben. Das FDS als Hort des intellektuellen Ostens hatte, nachdem man nach Strömungsarithmetik wieder in die Vorwärtslage kam, diese Nackenschläge wahrscheinlich nicht verkraftet.

Auf Grund eines Blattes, worauf detailliert Partei- und Personal-Strategie und Taktik aus dem Kipping-Büro aufgezeichnet sein sollte und auf kuriosen Wege den „Spiegel“ erreichte, schmiss Wawzyniak schließlich den Posten der stellv., parlamentarische Geschäftsführerin hin und will sich nur noch sachlichen Themen widmen. Parteiliche Arbeiten lehnt sie unter den gegebenen Umständen ab. Bockhahn, ein Lokalpolitiker aus M/V fühlt sich wegen seiner Erwähnung im Zusammenhang mit Resterampe und NoGo Listen ebenfalls beleidigt und schießt da kräftig mit.

Ja wo sind wir denn, professionell ist das alles nicht. Wenn ganz in der Öffentlichkeit Funktionsträger Machtspiele vorführen und sich gegenseitig diskreditieren, ist es am Ende nur armselig. Dieses Gezeter der von der Partei und ihren Mitgliedern bezahlten Apparatschiks geht mir ganz gehörig auf den Zünder. Man könnte, wenn man wollte, das alles wie Erwachsende und vor allen Dingen intern klären.

Das KL-Haus als Versorgungsstation für den gut vernetzten Reformflügel ist genauso wenig hinzunehmen, wie Methoden aus fast vergessenen Zeiten. Wenn Kipping das KL-Haus säubern will, sollte sie zunächst darauf achten, das der Schaden reparabel ist.

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2 Antworten zu “Heult doch! oder Kippings Säuberung

  1. Edith E. Preiss

    Ist es wahr, weil es in der Zeitung steht?

    Leider nicht unbedingt, oft wird der eigentlichen Gehalt – sofern es einen gibt – verschleiert. Und danach kommt dann gerne aus dem Publikum, wie der „Knüppel aus dem Sack“, die linke (?) Untugend, jede Meinung, die nicht 100% der persönlichen entspricht und jede Autorität, die nicht die eigene ist, mit großem Misstrauen zu beäugen und beim echten oder vermuteten Anlass feste drauf zu hauen..

    Die Einmischung bei der Wahl zum Schatzmeister fand ich unangemessen. Die blinde Nachfolge auf einen Spiegelartikel mitsamt den Folgekommentaren finde ich noch peinlicher. Die Formulierung „aus dem Büro Kipping“ ist mir zu unpräzise: Wer genau soll denn was genau gesagt oder geschrieben haben? Wörtliche Zitate oder der Abdruck der Dokumente wären angebracht und erhellend.

    Ich vertraue Katja aus meiner Einschätzung und Erfahrung heraus, ich sah, hörte und spürte ihr Engagement für soziale Projekte, ihren persönlichen Umgang mit Menschen, ihr Wissen über Gruppenprozesse und ihre freundliche, zugewandte Art – sie ist nicht der Typ Mensch, der seine Gruppe aus emotionaler Armut heraus oder wegen Dummheit schwächt.

    Und der guten Ordnung halber hier noch der Link zu ihrem eigenen Kommentar

    http://www.katja-kipping.de/de/article/801.eine-klarstellung.html

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