Wawzyniak: Abrechnung mit der Parteivorsitzenden/Unverständnis bei der Basis

Eigentlich hätte sie es nicht nötig. Nur weil sie auf einem ominösen Papier auf einer Liste auftauft, wo sie eher als ungeliebte und zum Abschieben vorgesehene Spitzenpolitikerin vorkommt, schießt sie gegen die Parteispitze, speziell gegen Katja Kipping.

Wo noch nicht mal bewiesen ist, dass Katja irgendetwas mit diesem Papier zu tun hat. Sie legt Ämter nieder, wendet sich ja fast von ihrer Partei ab, weil sie eine rote Linie des Umgangs miteinander überschritten sieht. Vielleicht hatte sie auf diese Gelegenheit gewartet, um endlich mit dieser, ihrer Partei abzurechnen.

Das macht sie im rechtskonservativen Blatt Cicero und macht es so persönlich und radikal, dass man ihr durchaus niedrige Instinkte nachsagen könnte. Eine gewählte Politikerin, die sich bisher meist um wichtige Sachthemen kümmerte, was sie zuweilen auch gut machte, die aber jetzt einen Feldzug gegen die eigene Partei und ihre Vorsitzende aufführt, vollzieht einen völlig unnötigen und überzogenen Diskurs in die Öffentlichkeit, der nur aus gekränkter Eitelkeit oder aus egomanischem Profilierungswillen gespeist sein kann, und demontiert sich damit nur selbst.

Vielleicht ist es ihrer Jugend und Unerfahrenheit geschuldet, so unsinnig Porzellan zu zerschlagen und der nötigen innerparteilichen Strukturdebatte einen Bärendienst zu leisten. Wer berät sie eigentlich so schlecht, so wenig konstruktiv zu agieren. Schade, wenn sich eine so hoffnungsvolle Politikerin auf so unglückliche Weise selbst verbrennt.

Apropos Klimakonferenz, vielleicht sollte es mal für die Linke um das Weltklima gehen und nicht immer dem Kochen im eigenen Brei…

Beitrag von Halina im Cicero

Kommentare zum Beitrag: „Mir brennt es in den Fingern, ich möchte eine Diskussion anstoßen: Ich finde das Vorgehen von Halina Wawzyniak schon äußerst kritisch. Keiner ist wirklich sicher, ob dieses ominöse Papier mit den personellen No-Gos überhaupt existiert. Und Halina stürtzt sich da rein, als käme das wie gerufen, statt das erst einmal intern zu klären. Während Katja eine Stellungnahme auf ihrer Homepage abgibt, antwortet Halina schön über CICERO, was ja anscheinend noch mehr Menschen erreichen soll. Die Basis ackert im Wahlkampf für Wählerstimmen und das Bild der Linken wird mal wieder in Nullkommanix durch öffentliche Streitigkeiten geschädigt. Nach kurzer Recherche finde ich dann ein Foto mit Halina und dem vermeintlichen Verfasser des Liederbuchs der fröhlichen Bartschisten, das unnette Lieder über GenossInnen enthält, in „Resterampe“-Shirts. Was soll das?“

„Offenbar sind seit dem Berliner Parteitag ein paar Dämme gebrochen. Dramatisch, denn letztlich hat das alles mit Politik nur am Rande zu tun. Allerdings würde ich daraus weder eine „Basis-Eliten“-Geschichte konstruieren noch einen „Strömungskonflikt“. Es ist eine Apparateauseinandersetzung. Mich stößt sie ab. Und jeder Tag, der mit endlosen Debatten zu diesen Fragen verbracht wird, ist ein verlorener Tag für Politik. Scheint so, als brechen alle Verletzungen auf, die in den vergangenen Jahren in dieser Partei sich Menschen untereinander zugefügt haben. Das waren reichlich. – Nehmt euch kein Beispiel daran. Das hier klingt tendenziell ganz ähnlich.“

„Ich Check echt nix mehr was hier abgeht! Und es kotzt mich an!!!
Die, die das Sagen haben, klären alles klammheimlich hinter dem Rücken der Mitglieder… 
Das Problem sind nicht nur die Umgangsformen in der Partei, sondern auch die Informationsasymmetrien! Warum erfahre ich als Mitglied erst aus irgendwelche Schandblättchen, was in meiner Partei vorgeht und wer wem ans beim pisst? 
Das ist keine Kultur der Angst und Denunzierung… Das ist eine Kultur à la „ich koche mir selbst mein Süppchen“ das vorwiegend in der Partei-Elite verankert ist. 
Keiner geht auf einen zu, keiner spricht klare Worte, keiner will sich etwas eingestehen… Oh Mann… Wäre ich doch mal zu den Grünen gegangen -.-*“

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Eine Antwort zu “Wawzyniak: Abrechnung mit der Parteivorsitzenden/Unverständnis bei der Basis

  1. ich bin weder jung noch unerfahren. den rest der beurteilung überlass ich dir.

    mich würde aber eigentlich interessieren, was du zum inhalt des artikels im cicero sagst. warum ggf. auch öffentlich debattiert werden muss, das schreibe ich u.a. kn diesem artikel. mich würde interessieren, ob du den als 2. weg beschriebenen weg innerparteilicher auseinandersetzungen gut findest oder nicht und wie du damit umgehen willst, das er sich m.e. in der linken durchgesetzt hat.

    dass das no go papier existiert, wird mittlerweile gar nicht mehr bestritten. es ist im übrigen von einer sehr intimen kenntnis geprägt, selbst ich kenne zum teil leute die genannt werden nicht. den versuch der internen klärung gab es, ich verweise auf meinen blog zum parteivorstand und debatten in der fraktion. ich habe nach dem rücktritt vom stellv. pgf diversen journalisten absagen im hinblick auf interviews gegeben. wenn aber öffentlich -mit verlaub- unsinn kolportiert wird oder neue legenden gestrickt werden, dann werde ich auch weiter öffentlich agieren. das ganze kann ganz schnell beendet werden, wenn aufgehört wird (durch die vorsitzenden) fast jeden tag eine neue geschichte zu präsentieren.

    im übrigen zeigt dein beitrag zum foto mit der resterampe zweierlei. erstens, dass das mit den gerüchten zu verfangen scheint, denn eine urheberschaft für dieses „buch“ wurde nie festgestellt, sondern immer nur behauptet (so wie immer wenn es passt behauptet wird, dieser oder jener habr gesungen. immer von leuten, die nicht vor ort waren). das zweite ist, dass du offensichtlich das mit der privatheit auch nicht so siehst wie ich. bei allen offiziellen anlässen hatte ich das t-shirt nicht an. was ich in meiner freizeit trage, ist doch aber meine private angelegenheit, oder? zumal ich selbst das bild gar nicht gepostet habe.

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