Bundestagsgedächnisshow zum Mauerfall: Mit billiger Poesie und vergifteter Polemik

Was hat denn den sonst von mir einigermaßen geschätzten Bundespräsidenten Norbert Lammert eigentlich geritten, der mittelmäßigen und ewig verbitterten Liedermacherattrappe Wolf Biermann das Gedenken für den historischen Mauerfall 1989 im Deutschen Bundestag zu überlassen?

Das Gebot der Überparteilichkeit kann es nicht gewesen sein. Denn von Biermann war billige Poesie und vergiftete Polemik gegen die Linkspartei zu erwarten gewesen. Dass er wieder einmal den Bogen überspannt, muss einkalkuliert gewesen sein.

Denn die alten Reflexe des gepflegten Antikommunismus der alten Bundesrepublik zu bedienen, können halt am besten diese Opfer der DDR-Diktatur, die es nicht verstanden haben, dass wir im neuen Jahrtausend leben und die ihre eigene Bedeutung ausschließlich aus der stereotypen Verurteilung von Schießbefehl, Stacheldraht und Stasi konsequent ziehen.

Armselige Figuren sind das, von der Siegermacht BRD ausgiebig gemolken, um demokratisch gewählten Abgeordneten, wie denen der Linken, nochmals und immer wieder ihre unselige Vergangenheit um die Ohren zu hauen. Gauck und Lengsfeld sind genau wie Biermann, irgendwann in den 90ern stehen geblieben, reaktionär und paranoid bis in die Zehenspitzen,  und diese Ewiggestrigen billigen den Menschen keine ideologische Weiterentwicklung zu.

Das hat Methode und kommt dem CDU-Lammert und der CSU-Landesgruppe gerade recht, wo doch auf das politische Erdbeben in Thüringen hinzuweisen gilt, bei dem es die Linkspartei, also der jämmerliche Rest der Drachenbrut, wagt, den Ministerpräsidenten stellen zu wollen.

Hätten die CDU-Blockflöten auch nur annähernd die Bereitschaft zur Aufarbeitung ihrer eigenen Geschichte gezeigt, die es in der Linkspartei in den letzten 25 Jahren gab, wäre ihr Blick darauf sich nicht so eindimensional ausgefallen.

Das Gedenken an die Maueröffnung vor 25 Jahren im Bundestag ist zu einer unzeitgemäßen Propagandaschlacht verkommen. Einer guten und differenzierten Aufarbeitung der jüngsten deutschen Vergangenheit, zu dem Millionen Menschen bereit waren und sind, ist das unwürdig.

Die Menschen in Ost und West sind weiter als es diese Freakshow im „Hohen“ Haus vermuten lässt. Die Linksfraktion in solcher Form mit Dreck zu bewerfen, wird den Biografien der Millionen Betroffenen der Wende nicht nur nicht gerecht, sie ignoriert die Transformation der DDR-Bürger in diese Gesellschaft und geht respektlos mit den daraus gezogenen Konsequenzen um.

Der Auftritt von Biermann im Bundestag

Meinungen: Zeit, Tagesschau, FAZ, Focus

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