Bild-Boyköttchen abgesoffen, Resterampe des „Friedenswinters“ flucht

Bild-Boyköttchen abgesoffen,
Resterampe des „Friedenswinters“ flucht,
frustrierte Wahnwichtel nennen Kritikerinnen „alte verbitterte Schachteln“

von Jutta Ditfurth (Ffm, 12.4.2015)

Immer wenn man glaubt, das Niveau der Wahnwichtel sei schon unter der Tiefgarage, sackt es noch tiefer ab. Nur 100-150 Leute standen am Samstag vor dem Springer-Verlag in Berlin herum, hielten vorgefertigte Sprüche in die Luft, fremdelten mit der Musik von Ton Steine Scherben und hörten ungefesselt miesen Reden zu. Das nannten sie „Bild-Zeitungsboykott“.

Tausende von kritischen Texten und Büchern zur Bild-Zeitung wurden seit den 1960er Jahren geschrieben, um von den Wahnwichteln weder gelesen noch verstanden zu werden. Solcherart rechtes Genörgel gegen die Bild-Zeitung hat als Subtext: „Wenn Ihr über uns freundlich berichtet, haben wir Euch sofort lieb!“ und „Wenn wir bei Euch arbeiten dürfen, seid Ihr keine Lügenpresse mehr“. Solcherart „Lügenpresse“-Genörgel ist das Gegenteil von Medienkritik.

Wahnwichtel und Friedenswinter-Resterampe kleben sich, weil selbst geistlos und antiemanzipatorisch, einen Begriff („Bildzeitungsboykott“) einer früheren erfolgreichen linken Kampagne an und glauben an Reinkarnation: Etikett soll Inhaltsleere ersetzen. Auf den Trip kann man geraten, wenn man sich, ohne sich zu wehren, jahrelang als Konsumtrottel zurichten lässt. Wenn nicht der Wunsch, sich solidarisch und gemeinsam zu politisieren eine/n antreibt sowie die Bereitschaft, sich ein Wissen von gesellschaftlichen Zusammenhängen zu erarbeiten, sondern wenn die simple Addition von Vorurteilen jegliche Anstrengungen des Verstandes ersetzt. Solcherart Kundgebungen sind nichts als Freiluftstammtische. Da treibt nicht der Wunsch nach sozialer Gleichheit für alle Menschen als Basis wirklicher Freiheit die Handelnden an, sondern das sich Suhlen im Gefühl ein Opfer „jüdischer Weltverschwörung“ zu sein.

Aufgeklärte und linke Kritik aber analysiert Medien und Eigentumsverhältnisse, ökonomische Interessen, Herrschaftstrukturen und Sprache, Rassismus und den Antisemitismus (auch im Gewand des Philosemitismus) – beispielsweise. Für die umfassende Manipulation von Bewusstsein haben Völkische und Wahnwichtel nicht einmal einen Begriff obwohl sie doch nur davon leben. Sie schleppen einen Koffer voller Ressentiments mit sich herum, der sofort im Fundbüro landet, wenn sie von den herrschenden Verhältnissen profitieren dürfen – egal auf wessen Kosten. So sehen Strömungen hin zu einer neuen völkischen Bewegung aus. Ihre Erscheinungsformen sind verschiedenartig.

Wir stecken mitten im historischen Prozess der Herausbildung einer solchen neuen deutschen völkischen Bewegung. Und dies war ein winziges Mosaiksteinchen.

HINWEIS: Hier noch ein Bericht in Ruhrbarone über tobende, sexistische Wahnwichtel, ihr „Bildzeitung-Boyköttchen“ und ihre Wut auf Elke Wittich und mich. Quelle

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