Gauck zum Tag des Flüchtlings: Eine perfide Rede

Gauck, wie er leibt und lebt.

Christian Y. Schmidt hat absolut treffend zusammengefaßt und analysiert:

>Es war damit zu rechnen, aber das ist schon eine ausnehmend perfide Rede, die Joachim Gauck da zum „Tag des Flüchtlings“ gehalten hat.

Rund Dreiviertel dieser Rede widmet sich der Vertreibung der Deutschen nach dem zweiten Weltkrieg, und der Abwehr des Gedankens, dass diese Vertreibung die Quittung dafür war, dass ein grosser Teil der Deutschen, die da vertrieben wurden, Hitlers Politik des Holocausts, der Eroberung, der Knechtung und der Vertreibung, unterstützt hatten. Davon ist bei Gauck mit keinem Satz die Rede. Statt dessen widmet er sich der Verurteilung der Leute, die eben diesen Gedanken zum Massstab ihres Umgangs mit den deutschen Vertriebenen gemacht hatten.

In dem wesentlich kürzeren Abschnitt seiner Rede, die sich mit der aktuellen Situation auseinandersetzt, erklärt er zwar recht allgemein, dass Deutschland durchaus mehr Flüchtlinge aufnehmen könnte, um dann konkret davon zu sprechen, dass weder Deutschland noch Europa selbstverständlich alle Flüchtlinge aufnehmen könnten.

Und schließlich kommt er zu seinem Lieblingsthema der letzten Zeit, dass sich Deutschland und Europa „stärker als bisher um eine Stabilisierung der Länder Nordafrikas und besonders auch des Westbalkan zu kümmern“ habe. (sprich: sich an militärischen Interventionen dort leider auch beteiligen müssen). Wie anders will er auch „die Banden krimineller Schlepper“ bekämpfen“?

Ganz zum Schluss setzt er dem Ganzen dann noch das Gauck’sche Sahnehäubchen auf, indem er die fremdenfeindlichen Deutschen in Schutz nimmt. „Andererseits wissen wir aus jüngsten Untersuchungen, dass gegenseitige Rücksichtnahme und die Bereitschaft zur Solidarität innerhalb einer Gesellschaft auch zurückgehen können, wenn etwa die Zahl der Flüchtlinge und Zuwanderer in Ballungsräumen zu schnell und zu stark steigt oder die kulturelle Distanz allzu groß erscheint.“

Wie gesagt, eine perfide Rede, für die – ich bin mir da recht sicher – Gauck von deutschen Medien gefeiert werden wird.

Hier die – meiner Meinung nach – entscheidenden Stellen:

„So wie in den Jahren zuvor die Betonung des Leids der Deutschen dazu gedient hatte, Deutsche zu entschulden, so verdrängte nun allerdings das Bewusstsein von der Schuld der Deutschen jede Empathie für die deutschen Opfer. Heimatverlust wurde weitgehend akzeptiert als vermeintlich zwangsläufige Strafe für die Verbrechen von Deutschen. So dachten auch viele Bewohner der DDR, und so hatte es die dort diktatorisch regierende SED als Deutungsmuster durchzusetzen versucht.“

……

„Wir wissen, dass weder Deutschland noch Europa allen, die dies wünschen, eine Zuflucht und eine Zukunft bieten können. Flüchtlingspolitik muss daher über die Europäische Union hinaus reichen. Wir haben stärker als bisher unmittelbare Nachbarstaaten von Krisengebieten zu unterstützen. Wir haben uns stärker als bisher um eine Stabilisierung der Länder Nordafrikas und besonders auch des Westbalkan zu kümmern.“

…..

Betrachten wir also vor allem unsere Möglichkeiten in Deutschland und in Europa, hier, wo wir Einfluss haben und unmittelbar Verantwortung tragen. Wir haben die Seenotrettung im Mittelmeer zwar wieder verstärkt, aber viele andere Fragen immer noch nicht geklärt: Wie bekämpfen wir Banden krimineller Schlepper? Wie sehen neue, sichere Formen der Anerkennung von Flüchtlingen aus? Wie werden die Flüchtlinge in Europa gerechter verteilt, wie wird in allen Mitgliedstaaten ein Asylsystem mit ähnlichen Standards aufgebaut?

…..

„In jüngster Zeit ist nämlich erneut die Frage zu hören: Wie viele Flüchtlinge kann unsere Gesellschaft überhaupt verkraften? Eine Nation lebt vom Zusammengehörigkeitsgefühl, vom Vertrauen, der Kooperation und vom Mitgefühl unter ihren Bürgern. Flüchtlinge und andere Zuwanderer erhöhen einerseits die soziale und kulturelle Vielfalt und vergrößern die Innovationskraft der Gesellschaft. Andererseits wissen wir aus jüngsten Untersuchungen, dass gegenseitige Rücksichtnahme und die Bereitschaft zur Solidarität innerhalb einer Gesellschaft auch zurückgehen können, wenn etwa die Zahl der Flüchtlinge und Zuwanderer in Ballungsräumen zu schnell und zu stark steigt oder die kulturelle Distanz allzu groß erscheint.“<

Dazu passt die Kolumne in der Berliner Zeitung: „Wie ein alter, stinkender Fisch“ 

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