Die Nacht von Freital-ein Bericht #‎nopegida‬ ‪#‎watch‬ ‪#‎freital‬ ‪#‎nazimob‬ PEGIDA#watch

++Ein Bericht aus Freital:‪#‎Lichtenhagen2Punkt0‬++

„Das war eine wirklich finstere Nacht in der sächsischen Provinz. Binnen kurzer Zeit versammelten sich mehrere Hundert RassistInnen vor der Unterkunft in Freital und die Stimmung wurde im Laufe des Abends zunehmend aggressiver. Dieses Mal hatte man Mutti und Vati zu Hause gelassen und sich gar nicht erst versucht den Anschein von Bürgerlichkeit zu geben. Nein, das war nichts Anderes als ein rassistischer aggressiver Mob, hauptsächlich bestehend aus örtlichen Neonazis und „sportlichen Fußballfans“.
Schnell war klar, dass diese Leute zu nahezu allem bereit schienen. Böller flogen und auch ein Stein traf erneut die Unterkunft. Die Stimmung war unglaublich gespenstig und die Situation einfach nur beängstigend.
Es ist im Endeffekt wohl den entschlossenen Menschen zu verdanken, die sich schützend vor die Unterkunft gestellt hatten, dass in dieser Nacht niemand ernsthaft zu Schaden kam bzw. dass wir heute Morgen keine verstörenderen Bilder in den Nachrichten sehen.
Denn eines wollen wir nicht unerwähnt lassen: An diesem Abend war noch eine dritte Partei vor Ort, deren Agieren fast das schockierendste an dem gesamten Vorgang war: Die Anwesenden Polizeibeamten…

Es liegt uns fern, pauschal Jeden einzelnen Einsatz zu kritisieren, aber was sich gestern am Hotel Leonardo abgespielt hat ist nicht zu entschuldigen!

Nicht nur waren die PolizistInnen nicht annähernd in ausreichender Stärke vor Ort um im Ernstfall eingreifen zu können, sie schienen auch nicht Willens zu sein, selbiges im Zweifel zu tun.
Die Anwesenden Beamten ließen keinerlei Zweifel daran, auf wessen Seite sie sich persönlich sahen.
Man stelle sich eine Szenerie vor, in der ein aufgestachelter, aggressiver Mob vor einer Asylunterkünften steht, von derselben nur getrennt durch eine mehr als löchrige Polizeikette und ein paar Dutzend AntifaschistInnen. Unglaublich: Die Beamten stehen doch tatsächlich mit dem Rücken zu der rassistischen Meute und filmen als erstes die GegendemonstrantInnen ab.
Als dann einer der Feuerwerkskörper unmittelbar neben der Unterkunft einschlug und einer der Polizisten gefragt wurde, ob er nichts dagegen unternehmen wolle, dass RassitInnen hier Böller einsetzen, lautete die unfassbare Antwort: „Ich habe keinen Böller gesehen.“ abgerundet durch ein schweigendes und selbstgefälliges Grinsen, dessen Aussage jede/r selbst interpretieren darf.
Höhepunkt dieser „Polizeiarbeit“ war dann im Prinzip, den Anwesenden AntifaschistInnen am Ende des Abends eine, sonst übliche, Spontandemonstration zur Gewährleistung der sicheren Abreise aller Beteiligten ohne jede Begründung zu verweigern.
Nein, im Anschluss an die grausige Szenerie zogen die Beamten dann einfach ab und überließen den Anwesenden die Abreise durch das Stadtgebiet in Eigenregie. Zu diesem Zeitpunkt patrouillierten in der gesamten Freitaler „Innenstadt“ Nazi-Kleingruppen, teilweise mit gepolsterten Handschuhen und anderen Gegenständen bewaffnet, völlig unbehelligt von Polizei und Ordnungskräften. Was diese Herrschaften an diesem Abend noch vor hatten können wir nur ahnen…

Um am Schluss auch noch in eigener Sache etwas ganz deutlich zu sagen:
Den Menschen, die gestern vor der Unterkunft im Hotel Leonardo standen um die dortigen Refugees zu verteidigen gilt unser Dank und unsere vorbehaltlose Solidarität und wer immer noch behaupten möchte, solche AktivistInnen seien „auch nicht besser als die Nazis“, nur weil ihnen deren Wortwahl nicht passt, der ist hier falsch!
Möglicherweise könnt ihr euch vorstellen, wie unfassbar anstrengend es ist, solch einer Situation ausgesetzt zu sein und parallel im Netz semantische Diskussionen darüber zu verfolgen, ob Worte wie „Bulle“ möglicherweise die Gefühle der Beamten verletzen, die in eben diesem Moment ihre eigenen Dienstpflichten und verfassungsmäßige Rechte mit Füßen treten. Wir werden solche Dispute in Zukunft nicht mehr beantworten.
Eine Grenze ist allerdings überschritten , wenn aus solchen Diskussionen dann der Schluss gezogen wird: „Ihr macht das Gleiche, wie die Nazis“ – Nein!
Die Nazis standen gestern mit Böllern und Steinen vor einer Unterkunft um deren Bewohnern, wer weiß was an zu tun. Die AntifaschistInnen standen davor um die Menschen zu schützen, ihre Nacht opfernd und ihre eigene Sicherheit aufs Spiel setzend.
Wer hier aus semantischen Gründen Äquivalenzen zieht, hat 1.) noch überhaupt nix kapiert und ist ganz ehrlich gesagt 2.) Erfüllungsgehilfe jener, die den Begriff des Faschismus aufzuweichen, umzudeuten und zu verharmlosen versuchen. Hier werden Dinge mit etwas verglichen, das unvergleichlich ist und bleibt.“

PEGIDA#watch

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