Xavier Naidoo & die konformistische Revolte

Von Chucky Goldstein aus bak-shalom.de

„Doch auch abseits der heuchlerischen Vermarktungsstrategie und des unerträglichen Versuchs, mittels eines Protestsongs den Krieg noch einmal konsumierbar zu machen, trumpft der Song doch mit denjenigen Ressentiments und Ideologien auf, die zur konformistischen Revolte Naidoos passen und mittels Plattenverkäufen honoriert werden: Geschichtsrevisionismus in Form einer Gleichsetzung von Muslimfeindlichkeit und Islamkritik mit dem industriellen Massenmord an sechs Millionen Juden. Dieses Weltbild geht einher mit der Leugnung tiefgreifender Probleme – wie etwa den Antisemitismus als Nährboden menschenverachtender Praktiken oder den Faschismus des IS – im Glauben, der Frieden im Nahen Osten und auf der Welt sei nur einen Hauch entfernt. Naidoo singt „Nie mehr Krieg“, als ob dieser Krieg nicht schon längst Realität sei, als ob der IS nicht schon längst den Krieg gegen die „Ungläubigen“ führen würde, als ob der Bürgerkrieg in Syrien nicht schon mehrere Jahre andauere.

Ideologisch liefert der konformistische Poprebell genau die einfachen Antworten, die sich jene wünschen, die an der gegenwärtigen Gesellschaft zwar irgendwie zweifeln und doch lieber ein Stück Popmusik konsumieren möchten, als sich tatsächlich mit den tiefgreifenden Problemen und Ideologien zu befassen, wie es die Bekämpfung von Antisemitismus und IS-Ideologie verlangen würde.“

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