Cover von SZ und Focus: „Neue Art der Barbarei“

Die Süddeutsche Zeitung und der Focus veröffentlichen im Echo der Ereignisse in der Silvesternacht von Köln Titelbilder, die das Zeug haben, manipulativ den Boden für eine „neue Art der Barberei“ zu bereiten.

 

sz

Der User Lukas Oberndorfer schreibt dazu: 

„Wenn es nicht so ekelhaft wäre, ließe sich dieses „Cover fürs Wochenende“, ja als Bebilderung des Prozesses der „Zivilisation“ lesen. Er zwingt den Bürger im Interesse von Naturbeherrschung, Verwertung und Akkumulation zur Zähmung von Wünschen, Trieben und Bedürfnissen in der Sphäre des Ö f f e n t l i c h e n. Gleichzeitig entwickelt sich der private bürgerliche Haushalt zum gefährlichsten und gewalttätigsten Ort für Frauen.

Das Unterdrückte oder das dadurch Entstehende wird dann auf den (muslimischen, schwarzen, jüdischen,…) Anderen projiziert: Eine schwarze Hand greift zwischen die Beine einer weißen Frau (Renate Nahar: „die als stummer Unterleib ohne Kopf“ dargestellt wird, auch der „schwarzen Hand fehlt der Kopf / Menschlichkeit“, Ines Mahmoud).

Der weiße Mann wäscht sich vom globalen Patriarchat rein, in dem er einen sexualisierten und rassifizierten Anderen konstruiert, den er durch „tausend Details, Anekdoten, Erzählungen gesponnen hat“ (Fanon, Schwarze Haut, Weiße Masken).

Und so sind die Orte bürgerlicher Aufklärung (Süddeutsche) Produktionsstätten der Mythologie, die den Boden für eine „neue Art der Barbarei“ (Horkheimer/ Adorno: Dialektik der Aufklärung) bereiten.“

 

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