„Bei Veganz einkaufen tut nicht sinnvoll sein tun…“

Jan Bredack in Gründer und Inhaber der Veganz-Kette. Schon öfter ist er mit propagandistischen Einpeitscher-Parolen für seine Firma, die nur vegane Produkte im Sortiment hat, und rechtsesoterischen Sympathien aufgefallen. Dass der, der eine ach so gesunde und nachhaltige Lebensweise propagiert, nicht nur sich selbst nicht dran hält, sondern noch einen drauf setzt, ist besonders ärgerlich für seine Kundschaft, denen er doch ein Messias sein will und verlogen gegenüber einer aufgeklärten Gesellschaft.

Von Jan Hegenberg:

Jan Bredack verfährt an einem einzelnen Tag 234 Liter Benzin, pustet dabei 620 kg CO2 in die Atmosphäre und hält das wohl irgendwie für positiv bestaunenswert. Nun sind 1440 km natürlich auch ein weiter Weg, aber den kann man halt auch mit weniger als 16,3 Liter (!) Durchschnittsverbrauch zurücklegen.

Mal zum Vergleich:

– Tatsächlich klimaverträglich wäre es, wenn jeder Mensch ca. 2 Tonnen CO2 im Jahr verbraucht. Von diesem Jahresbudget hat mein Namensvetter also bereits an einem einzelnen Tag 1/3 raus gehauen.
– Der gesamte Stromverbrauch unseres 5-Personen-Haushalts verursacht 300 kg Co2 im Jahr (Mit Ökostrom).
– Das Leben eines Nigerianers verursacht im ganzen Jahr 500 kg CO2
– Dieselbe Strecke hätte mit dem Zug 20 kg CO2 verursacht, das sind 3,2% der Emissionen von Jan Bredacks Methode.

Er meint in den Kommentaren, der Verbrauch relativiere sich, weil da 4 Personen im Auto gesessen hätten. Auch für 4 Personen braucht man keine 16,3 Liter/100 km, das ist wohl eher dem Umstand geschuldet, dass er inkl. Stadtverkehr auf 120 km/h Durchschnitt kommt und damit den größten Teil der Strecke wie ein Irrer gerast sein muss. Und selbst mit 4 Personen gerechnet liegt man mit der Deutschen Bahn bei gerade mal 12,9% der Emissionen.

Ja, auch ich liege leider über den 2 Tonnen CO2 pro Jahr und auch ich fahre schon mal längere Strecken. Ist es da nicht heuchlerisch, Bredack zu kritisieren? Dazu sage ich: Ich versuche es halt wenigstens. Ich fahre meinen Diesel so, dass ich auf 5,5 Liter/100 km komme. Für Strecken über 200 km sitze ich so gut wie immer im Zug. Und wenn ich doch längere Strecken mit dem Auto fahre, dann weiß ich, dass mein Verhalten in diesem Moment unsere Atmosphäre ruiniert.

Aber viel wichtiger: Ich poste den Scheiß nicht stolz, weil ich mir dabei toll vorkomme. Auch noch mit den himmelschreiend blöden Hashtags‪#‎ichliebeleben‬ und ‪#‎wirliebenleben‬. Jan Bredack kann ja gerne machen, was er will. Aber sich einerseits als Advokat von Umwelt, Tieren und Planeten zu verkaufen mit rührseligen Memes über die Reinheit der Natur und die Bosheit von Monsanto und dann mit einem Mercedes AMG V8 Biturbo durch halb Deutschland ballern, das ist halt lame.

Lustig auch, dass er sich in punkto Fleisch und co. gerne über die mangelnde Bereitschaft beklagt, etwas zu ändern. Es wäre ja ganz einfach, anstatt der Kuhmilch einfach die Hafermilch zu kaufen, das sei ja reine Bequemlichkeit. Nun, die Bahnstrecke Berlin – Karlsruhe ist mit 5,5 Stunden eine der schnellsten. Ich sehe da Parallelen.

Getoppt wird das nur noch von Rumpel-Rhetoriker Attila Hildmann, der in den Kommentaren ein Video von sich in seinem Porsche auf der linken Spur postet, während die Memes in seinem Profil noch einen Tacken gefühlsduseliger daher kommen, in gespielter Ratlosigkeit, warum denn die Menschen so selbstzerstörerisch agieren.

Dabei hätten beiden genug Kohle für einen Tesla Model S, der mindestens genau so schnell ist.

Peinlich…“ Quelle

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