RIAS: Antisemitismus in Berlin-Mitte

Antisemitische Ausdrucksformen am 07. Mai 2016 in Berlin Mitte

Auftaktkundgebung der „Merkel muss Weg“ Demonstration:
Die Rede von Eric Graziani Grünwald (ehemaliger Chef von Legida) bedient antisemitische Verschwörungtheorien und relativiert den Nationalsozialismus. Er behauptet Deutschland sei vor allem „unterdrückt“ von den „Banden-Lobbyisten mit ihren Rothschilds und Soros-Clanfamilien, die in der Führungsebene sitzen und Europa in ein Chaos der Verwüstung und Bürgerkriege stürzen“. Er betrachtet die Merkel-Regierung „als gefährlicher als der Nationalsozialismus während des Dritten Reiches“. In der Rede des Schweizers Ignaz Bearth werden Angela Merkel und ihr „Regime“ als „Vasallen der US-Amerikaner“ charakterisiert.[1]

Demonstrationszug „Merkel muss Weg“:
Immer wieder wurde die Parole „Nie wieder Israel“ gerufen.[2] Journalist_innen wurden als „Lügenpresse“ oder „Judenpresse“ beschimpft. [3] Mehrere Demonstrationsteilnehmer_innen trugen Aufkleber, auf denen „Fuck you Israel“, und ein durchgestrichener Davidstern abgebildet war. Ein Teilnehmer der Demonstration trug ein T-Shirt der rechtstextremen Band „Die Lunikoff Verschwörung“. Der darauf abgebildete Spruch „ 20 Jahre Rock `n` Rollocaust“ verherrlicht die Schoa.

Gegenproteste:
Uns wurde gemeldet (#82), dass am Auftaktort der „Merkel muss Weg“ Demonstration eine Person Schilder mit verschwörungstheoretischen Inhalten zeigte: „The Zionist hides Behind the Secret Agency and terroizes the Whole World“, “Die zionistischen niederländischen und deutschen Staatsanwälte mit Rechtsanwälten beteiligen am Mord der Ausländer und psychischer Folter“ (sic!) und „Der Zionismus stellt sich gegen alle Weltreligionen egal ob Moslem, Christ, oder Juden – Salafisten“ (sic!). Dieselbe Person mit den gleichen Schildern wurde uns in den vergangenen Monaten mehrmals gemeldet: z.B. am 14. April am Kottbusser Tor oder am 15. Mai in nahe des Karl-Marx-Platzes in Neukölln. Folgendes wurde uns ebenfalls gemeldet (#83): Gegen 17:30 Uhr bewegte sich eine Gruppe von Protestierenden auf der Mittelstraße bei dem Versuch näher an die „Merkel muss Weg!“ Abschlußkundgebung heranzukommen. Auf die Parole „Es gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda“ rief ein ca. 60-jähriger Mann laut „Es gibt kein Recht auf Juden-Propaganda“ und behauptete dass die Demonstrierenden von Google und Facebook kontrolliert seien. Eine Reaktion auf diese antisemitische Parole blieb aus. Der Rufende verschwand in der Menge. Die dritte Meldung (#83) an dem Tag, bezieht sich auf einen  Büchertisch von „Gustav Rust“ in der Ebertstraße. Die ausgelegten Bücher bedienen bereits von ihren Titeln her revisionistische, revanchistische und antisemitische Deutungen des Nationalsozialismus und der Schoa. Eine Auswahl der ausgelegten Büchertitel: „Prof. Dr. Marceli Reich-Ranicki. Der Eichmann von Kattowitz“, „Alliierte Kriegsverbrechen“, „Sachsenhausen – Vorkuta. Ten Years in the Hands of the Soviets“. Auf einem aufgestellten Poster sind Bilder aus dem Buch „Der Tod sprach polnisch – Dokumente polnischer Grausamkeiten an Deutschen 1921 – 1939“ abgedruckt. In einem Text wird behauptet ein Kommandeur des „rot-polnisches KZ Schwientochlowitz“ würde gegenwärtig durch Israel vor einer Strafverfolgung geschützt.

[1]

[2]

„Die Herren in Deutschland sind immer noch wir“

[3]
http://www.bnr.de/artikel/aktuelle-meldungen/rechte-mischung-bei-berliner-gro-demo?utm_source=twitterfeed&utm_medium=twitter

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