„Mein Körper ist Russland, wie es heute ist.“

„Warum soll ich die Wunden verstecken, die das Ergebnis meines Lebens in diesem System sind? Solche Sachen muss man zeigen. Ich habe keine Energie mehr, den Schrecken zu verbergen, der sich unter meiner Kleidung verbirgt. Mein Körper ist Russland – Russland, wie es heute ist.“

Tag 7 der Aktion „Be-strafung“ von Ekaterina Nenasheva zum Thema Kinderschutz in Russland. Sie verbindet öffentlich Wunden am Körper eines Waisen, dem keine Hilfe von Seiten des Staates zu Teil wird.

Dima Zhdanow ist in einem Kinderheim aufgewachsen, und hat mehrere Jahre selbst Waisenkindern geholfen. Er musste Moskau wegen seines Coming-Outs verlassen. Vor zwei Jahren wurde Dimas Bruder, Ilja Zhdanov – auch Heimkind – brutal zusammengeschlagen; die Tortur dauerte einen ganzen Tag. Die Kinder wurden in einem System der Gewalt und Brutalität erzogen, sie sind an den Strafen gewachsen und haben sich daran gewöhnt, selbst zu bestrafen – und so peinigten die anderen  Waisenkinder Ilja in einer abgeschlossenen Wohnung.

Es gelang nicht, die Täter zu bestrafen – nach einer kurzen Untersuchung der Staatsanwaltschaft wurde das Verfahren eingestellt; alle Versuche Dimas, eine Wiederaufnahme zu erreichen, wurden ignoriert. Kraftlos und wütend sprang Dima Zhdanow aus dem 5. Stock, in der Hoffnung, noch irgendwie Aufmerksamkeit auf diese Ungerechtigkeit zu  lenken. Dima sitzt nun seit zwei Jahren im Rollstuhl und wird wohl nie wieder auf den Beinen stehen.

Heute hat sich Dima zur öffentlichen Verbindung in den Alexandergarten vor dem Kreml begeben. Alles Gute zum Tag Russlands! 

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На-казание. День 7.

„Зачем мне скрывать раны, которые стали результатом жизни в этой системе? Такие вещи нужно показывать. Я устал скрывать тот ужас, который прячется у меня под одеждой. Мое тело – это Россия – такая, какая она есть сегодня“.

Дима Жданов – выпускник детского дома, сам помогающий сиротам уже много лет и вынужденный уехать из Москвы из-за своего каминг-аута. Два года назад брата Димы, Илью Жданова – выпускника детского дома, жестоко избивали на протяжении суток. Воспитанные режимом насилия и жестокости, выросшие на наказаниях, привыкшие наказывать сами – такие же выпускники детского дома издевались над Ильёй в запертой квартире. Наказать насильников так и не удалось – после недолгих разбирательств прокуратура и полиция свели эту историю на „нет“, проигнорировав все попытки ребят добиться возбуждения дела. Обессиленный, озлобленный на систему, Дима Жданов спрыгнул с 5 этажа в попытке хоть как-то обратить внимание на вопиющую несправедливость. Уже два года Дима передвигается на коляске и вряд ли когда-то теперь встанет на ноги.

Сегодня Дима решился на публичную перевязку в Александровском саду. С Днем России!

Фото: Виктор Новиков

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