Der Antisemitismus der AfD

Von Aluhut für Ken

#afd #noafd #Stuttgart #fcknzs #Nationalismus #Antisemitismus


Es ist gruselig zu sehen, wieviele Antifaschist*innen, Kritiker*innen des Antisemitismus und freundliche Menschen die Spaltung der AfD-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg auf eine Art und Weise als “Erfolg“ feiern, die den falschen Eindruck stützt, es handele sich um eine Spaltung in hier Antisemit*innen und dort keine. In Wirklichkeit ist die Teil-Fraktion um Gedeon, der die Hetzschrift „Protokolle der Weisen von Zion“ verteidigt, nur die offensichtlichere antisemitische Fraktion, während die Teil-Fraktion um Meuthen, um die taktische Gefahr für ihre bürgerliche Reputierlichkeit weiß und sich sauber halten will. 
Es ändert sich durch keinen Streit und keine (vielleicht nur zeitweilige) Spaltung: Die AfD ist nationalistisch, rassistisch, homosexuellenfeindlich und menschenverachtend und in großen Teilen antisemitisch. In der Partei gibt es Mitglieder, die ihren Antisemitismus offen ausleben. Andere hingegen machen es “geschickter“ und verwenden den modernen, codierten Antisemitismus, der aus der gebildeten Mitte der Gesellschaft stammt und oft schwer erkannt wird.

Die (zeitweilige) Spaltung wird die AfD und ihre menschenverachtenden Positionen nicht schwächen wie manche es sich wünschen. Ihre Reihen werden sich dichter schließen, was Strömungskämpfe nicht ausschließt. Das beurteilt leicht falsch, wer von der irrigen Annahme ausgeht, dass Nazis, Rechtsradikale, Rassist*innen, Antisemit*innen, Homosexuellenfeindliche und Faschist*innen dumm sind. Oft ist das Gegenteil der Fall. Aber wer seine politischen Gegner*innen unterschätzt, hat ein Problem.
Die Neue Rechte verfolgt seit nunmehr über 30 Jahren die Strategie, ihre völkischen und nationalistischen Ideologien in die Gesellschaft zu tragen. Wie wir an der gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation sehen können, hat sie damit großen Erfolg.
Was kann dem entgegengesetzt werden? Was machen viele Linke falsch? Unter anderem verzichten viele auf die ernsthafte Befassung mit der sozialen Frage. Ganze Gruppen von sich links verstehenden jungen Leuten toben sich in Begriffsschlachten aus, die ohne Gesellschaftsanalyse, ohne die materielle Basis zu berücksichtigen, davon schweben oder sogar andockfähig werden für rechte Ideologien. Die Situation der Unterschicht und des Proletariat, der Lohnarbeitenden insgesamt ist vielen postmodernen Linken keine Diskussion wert. Auch so wird die oft beklagte Spaltung und Entsolidarisierung beschleunigt. 
Das Schweigen über die soziale Frage ist ohrenbetäubend. Das schafft  – gerade in Zeiten der Weltwirtschaftskrise und vielleicht vor der nächsten Krisenphase –, ein Vakuum, dass Verschwörungsideologien und faschistische Prophet*innen nutzen. Die Neue Rechte liefert dafür Feindbilder und autoritäre, inhumane Antworten. 

Wer sich nationalistischen und völkischen Ideologien entgegenstellt, muss sich langfristig mit alten und neuen Formen des Antisemitismus auseinandersetzen, sie existieren alle gleichzeitig: der christliche Anjudaismus, der rassistische Antisemitismus, der sekundäre Antisemitismus und der antizionistische Antisemitismus.
In der falschen „Kapitalismuskritik“ auch vieler Linker ist der Antisemitismus allgegenwärtig. Er äußert sich z.B. in der Unterstellung jüdischer Weltherrschaft, ein uraltes antisemitisches Klischee, neu belebt durch die sog. Manwachen für den Frieden (!) seit dem Frühjahr 2014. 
Der Weg in eine sozial gleiche, freie und friedliche Gesellschaft ist nur ohne Illusionen, Harmoniesucht und ohne Unterwerfung in die herrschenden Verhältnisse zu haben. Für ihn braucht es die Bereitschaft zum Kampf für eine Gesellschaft, in welcher der Humanismus radikal verwirklicht ist, also kluge Auseinandersetzungen, Theorie und Praxis und Organisierung.“

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