Alternative Medien: Jung&Anders versuchen es miteinander

Von „Friedensdemo Watch“

Rayk Anders macht jetzt mit Tilo Jung „Jung und Anders“[1]
Tilo Jungs bisherige Sendung Jung & Naiv basierte darauf, dass Jung sich dumm stellt, was er gut kann. Die taz. die tageszeitung schrieb anlässlich eines der Skandale um Jungs Sexismus:
„Nun ist Tilo Jung nicht dafür bekannt, besonders kluge oder differenzierte Positionen zu vertreten. Im Gegenteil: Sein selbsgewähltes Markenzeichen ist Naivität. Das hat er sich selbst gegeben und war damit zunächst ganz erfolgreich. Für „Jung und Naiv“ trifft er Politiker und stellt naive bis dämliche Fragen. Dabei rutscht ihm auch mal ein zweifelhaftes Interview mit einem Hamas-Führer durch. Kritisches Nachhaken, einordnen oder recherchieren gehören nicht zu seinem Programm. In der letzten Zeit nervt er regelmäßig Politiker und Journalisten in der Bundespressekonferenz. Jung ist ein Aufmerksamkeitsjunkie. Popularität vor Qualität. Dafür hat er immerhin den Grimme Online Award bekommen.“[2]
Anders ausgedrückt: Er trollt die Bundespressekonferenz und bekommt immer dann besonders viele Klicks wenn er die dort gefragten Sprechautomaten manchmal aussehen lässt und wird dafür vor allem von Leuten gefeiert, die sowieso schon immer wussten dass die da oben einfach dumm (und korrupt) sind. Nadja Schlüter stellte in der Süddeutsche Zeitung fest:
„Das könnte lehrreich oder lustig sein. Leider ist es keines von beidem, weil Jung seinen Gesprächspartnern auf die Art keine interessanten Informationen entlockt. Der Erkenntnisgewinn tendiert gegen null.“[3]
Im Tagesspiegel hieß es über ein Interview mit einem Sprecher der Fatah:
„Zum Beispiel sieht er[der Fatahsprecher] in seiner Fatah so etwas wie eine SPD auf Palästinensisch. Okay, das mag man noch als Quatsch durchgehen lassen. Doch richtig hanebüchen wird es, wenn Zomlot die islamistische Hamas, als Christdemokraten bezeichnet. „Wirklich?“, fragt da Interviewer Tilo Jung knallhart nach. „Da hab ich noch nie was von gehört. Die Hamas wäre so etwas wie Angela Merkels Partei in Deutschland, nur mit Gewalt?“ Das Ja als Antwort verhallt unwidersprochen in den Weiten des Internets. Und der Hinweis darauf, dass die Hamas weiterhin Israel jedes Existenzrecht abspricht, fehlt gleich ganz. Dafür darf der Fatah-Vertreter einfach mal so das heutige Israel mit den rassistischen Nazis des „Dritten Reichs“ gleichsetzen. „Es ist traurig, dass Leute, die in deinem Land selbst Opfer einer solchen Reinheitsideologie wurden, die zur Vernichtung von Millionen von Menschen führte, dass diese Leute jetzt genauso denken.“ Dabei hat der Interviewer mal zu Protokoll gegeben, man müsse die Leute triezen, damit sie aus ihrem Sprachschema herauskommen.[..]“[4] 
Leo Fischer schrieb über Tilo Jung in der Jungle World:
„Wie kann der Journalismus gerettet werden? »Gute Geschichten!« fordern da Journalisten gern, »mehr Zeit«, vor allem: »Neugier«. Als geradezu testosterontropfendes Beispiel juveniler Neugier wird derzeit Tilo Jung herumgereicht, ein Videoblogger, der unter dem Titel »Jung & naiv« diversen Politikern »freche«, bewusst naive Fragen stellt. Jung arbeitet bei den schon vorgeburtlich totgehypten »Krautreportern« mit; eben kassierte er für seine leidenschaftlich vorgetragene Ahnungslosigkeit einen Grimme-Preis. Auf seiner Facebook-Seite zeigt er sich weniger naiv, weniger neugierig. Insbesondere über Juden weiß er genau Bescheid, wie findige Blogger dokumentiert haben (bittegehensie.blogspot.de). Da analysiert Jung Entscheidungen des »kriegshungrigen israelischen Kabinetts« und macht sich Sorgen um die Beschneidung: »In Deutschland dürfen hilflose Jungs ganz legal von ihren religiösen Eltern verstümmelt werden.« Auch den hilflosen Mitbegründer der legendären Montagsmahnwachen, Radiomoderator Ken Jebsen, nimmt er vorm Juden in Schutz. Als der wegen einer von Henryk M. Broder dokumentierten E-Mail, in der er den Holocaust als PR-Coup bezeichnete, vom RBB gefeuert wurde, schrieb Jung: »Ken Jebsen wurde heute vom RBB gefeuert. KenFM ist tot. Ersetzt werden soll er durch Henryk M. Broder mit ›HetzFM‹.« Und setzte noch einen drauf: »Der Hetzer Henryk Broder setzt noch einen drauf und nennt Ken Jebsen einen Neo-Nazi.« »Der Journalismus ist kaputt«, behaupten die Macher der »Krautreporter« – und sanieren ihn dann mit Geld aus der Kasse von Jakob Augstein, um grimmegeadelte Judomanen wie Tilo Jung zu fördern. Dieser Journalismus kann, ja darf nicht gerettet werden. Man sollte endlich seine Beatmungsmaschine abstellen.“[5]
Das Jung in einem Interview für eben jene Krautreporter nicht kritisch nachhakte, als Fefe ihm gegenüber sagte ein gewisser Ken Jebsen erfülle „einfach eine Aufgabe, die ansonsten leider etwas untergeht“ und der Vorwurf Jebsen sei Verschwörungstheoretiker und Antisemit werde „leider ein bisschen zu leicht benutzt. Ken Jebsen ist ein paar Mal ausgerutscht.“ muss einen also genauso wenig wundern wie sein Wohlwollen gegenüber palästinensischen Propagandisten. Im Gegenteil, Jung behauptete selbst: „Diese Friedendemos [als die Montagswahnmachen, auf denen Jebsen auftrat] werden tot geschwiegen oder als Versammlung von Verschwörungstheoretikern benannt“ und die Medien hätten Angst vor „alternativen Journalisten“[6]
Das Tilo Jung nicht nur, aber eben auch in Kreisen von Aluhüten äußerst beliebt ist kann man sich denken. Auch wenn sich Jung ein wohlwollendes Interview von Jebsen geben ließ[7] und auf dem Kanal von „Jung & Naiv“  angekündigt wurde, dass Jungs Partner Stefan Schulz sein aktuelles Buch über den Niedergang des klassischen Journalismus bei KenFM vorgestellt habe(der Ken sei ja ein sehr interessierter Buchleser)[8], hält sich Jung in den letzten Jahren zurück was eine all zu offensichtliche Nähe zu Leute wie Jebsen angeht. 
Rayk Anders hingegen war bisher mit seiner Sendung ARMES DEUTSCHLAND – Rayk Anders u.a. für kritischen Content zu Aluhüten bekannt. Auch zu Jung äußerte er sich noch letztes Jahr kritisch[9]. Nun aber wollen Anders und Jung zusammen arbeiten. In der Kommentarspalte in Jungs Youtube-Kanal kann man viele enttäuschte Kommentare lesen von Leuten, die meinen der Anders sei „gekauft“, würde versuchen „Kritiker“ wie Jung „immer in die Verschwörungstheoretiker Ecke zu stellen“. 
Merkwürdig ist allerdings schon, das Anders nun mit Jung arbeitet.
[1] https://youtu.be/jW_xdqHFIE8
[2] http://www.taz.de/!5017436/
[3] http://www.sueddeutsche.de/medien/jung-naiv-bei-joiz-schoen-bloed-1.1749827
[4] http://www.tagesspiegel.de/medien/krautreporter-jung-und-naiv-verrannt-im-nahostkonflikt/10896408.html
[5] http://jungle-world.com/artikel/2014/27/50173.html

Die genaue Adresse zum Blogpost über Tilo Jung: http://bittegehensie.blogspot.de/2013/07/tilo-jung-ist-27-jahre-alt.html#more
[6] https://krautreporter.de/256–die-alten-haben-keinen-grund-eine-revolution-zu-machen
[7] https://www.youtube.com/watch?v=0B2kNovtXMU
[8] https://youtu.be/7qiXZXf48fk?t=3m38s
[9] https://www.youtube.com/watch?v=6XQYyv_MVsU

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