Hilfe kann so einfach sein!

Von Jens Schacht

Großes Kino.

Ein Flüchtling ohne Deutsch- und DeutscheBahn-Kenntnisse saß in meinem Zug ab Nürnberg mit „Gute-Reise“-ticket. Gilt im ICE nicht. Der Schaffner sagte, er müßte 103 eur zahlen oder mit einer Regionalbahn ab Würzburg weiterfahren. Damit wäre er aber nicht bis Düsseldorf gekommen, weil die Fahrt die ganze Nacht gedauert hätte bis 8 morgens, sein Ticket aber nur bis 3 gültig war. Er wäre mitten in der Nacht irgendwo hinter Gießen gestrandet. Als Fremder ohne Geld und Orientierung. Ich habe übersetzt ins Englische, aber schnell gemerkt, daß der Mann mit der Situation völlig überfordert ist. Und kein Geld hat. Ich habe dem Schaffner daraufhin angeboten, daß ich auf meine Bahncard ein Ticket kaufe und so 50 Euro übernehme, die anderen 50 Euro hätte der Schaffner auf seine Rechnung nehmen müssen  (meine Bahncard für ein fremdes Ticket geht eigentlich nicht). Nachdem der Schaffner meinte, das darf er nicht, bat ich ihn, zu improvisieren, damit der Mann nicht mitten in der Nacht strandet. Er sagte nochmal , er darf das nicht. Ich machte es daraufhin noch etwas deutlicher : “ Das ist jetzt eine von den Situationen, in denen man einfach eine Lösung finden muß. Ich übernehme die Hälfte, übernehmen Sie bitte für die Deutsche Bahn die andere“. Der Schaffner kam ins Schwitzen, machte dann aber den sehr menschlichen Vorschlag , ein volles Ticket müßte sein wegen Personalwechsel in Frankfurt, aber bis Frankfurt würde er ihn umsonst fahren lassen. Wenn ich das Ticket ab Frankfurt bis Düsseldorf zahle. Ich war einverstanden, knapp 80 Euro, aber besser als 100. Dann geschah das Unglaubliche. Alle nickten mir zu und gaben Geld dazu. Freiwillig, ohne daß ich sie darum gefragt hatte. „Hier , für mich ist das doch nicht viel“. 10 Euro, 20 Euro. Manche ohne ein Wort, der gepflegte Geschäftsmann mit 20 Euro Beitrag berührte mich nur still lächelnd an der Schulter, als er mir das Geld gab. Am Ende habe ich 8 Euro bezahlt, der Rest kam von Mitreisenden.   Ich habe das Ticket gekauft und dem Mann in die Hand gedrückt. „You can stay in the train, they all paid for you. Have a good journey.“ Er hat mich ungläubig angesehen und hatte Tränen in den Augen.  

Es kann so einfach sein.
Big Issue.

A refugee without german and „GermanBahn“ knowledge was on my train from Nuremberg, with a special-offer-ticket. Unfortunately not a valid thing in a highspeed train. The conductor said the man would need to pay another 103 eur or leave at the next station at Würzburg and take local trains from there on.  But that way he would never have made it to his final  destination at Düsseldorf, about 350 km away, because the trip would have taken all night until 8 in the morning with a ticket only valid until 3 a.m. He would have been stuck and lost in the middle of now here, behind Gießen, as a foreigner without a single word of  german in the middle of the night. I translated into german, but realized he wasn’t really able to cope with the situation.  And had no money.  Thus I offered the conductor to take over half of the price by buying the fast train ticket with my „Bahncard“ which gives me a 50% off but normally can’t be used for others. So the conductor would have had to drop the other 50% on behalf of DeutscheBahn. After he clearly stated he can’t do that I asked him to improvise to keep that man from stranding. He said once again he can’t do that, so I made it even clearer :“This now is one of those situations where we  just have to find a solution. I pay one half of it, please take the rest of it on you.“ He began feeling unrested,  but finally came up with a very human proposal : „I cannot let him drive with a half ticket after Frankfurt due to a staff change  , but if you buy him a full ticket after Frankfurt, I will let him drive up to there for free.  “ I agreed, it  was an 80 eur fee , but that’s still better than a 100.

And then the miracle came along : All the people around me nodded at me and spent some money. I didn’t ask them, they did it on their own. 10 Euro, 20 Euro, some even without a word. The businessman with the 20 eur just tapped my shoulder , smiling silently, handing over the bill. At the end I just paid 8 Eur, the rest fully covered by everybody else. I bought the ticket and handed it over to the foreign passenger.  „You can stay in the train, they all paid for you. Have a good journey.“ He stared at me  without belief, tears in his eyes. 

Sometimes it’s just that easy.

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