#Nizza: Danach

Von Marco Höne

Seit Stunden wälzen sich meine Gedanken hin und her. Nizza ist wieder so ein monströser Moment.  Betroffenheit und Sharepics schaukeln sich in den Sozialen Netzwerken hoch. Ich will einstimmen aber finde den Ton nicht. Soll ich tagesaktuell einen Pokémon Wahn gegen den Wahnsinn setzen? Nein, das ist zu flüchtig. Soll ich daran erinnern, dass die Betroffenheit wie vieles andere ungleich und unfair verteilt ist? Das wäre Heuchelei. 
Ich könnte auch auf der Rasierklinge tanzen und versuchen Täter zu verstehen ohne Verständnis zu entwickeln. Letzteres haben Mörder nie verdient, ersteres unabdingbar für die Abmessung der richtige Reaktion. Aber eigentlich weiß ich doch gar nichts…Die Politik beginnt ihre wütenden Evergreens von Militär und Geheimdiensten abzuspielen und ich weiß immer noch nicht was ich genau empfinden oder denken soll. Müsste ich das eigentlich?
 Der Paketbote gibt etwas für die Nachbarn ab und fragt, ob ich „ Es“ gehört hätte? Ich bestätige und bin froh, dass sich kein Gespräch entwickelt. Ich denke an die Toten und die nächsten Tage: Wie oft werde ich mit der U-Bahn fahren? Auch die Zeit in Israel kommt mir in den Sinn. Sicherheitswahn ohne Gewissheit. Ruhelos starre ich mein Handy an, als verlange es mit scharfem Blick, dass ich mich äußere. Ich weiß es doch auch nicht! 
Mein Freund hat Frühdienst. Ich bin bummel Überstunden ab. Ich beschließe ihm einen Salat zu machen. Einen mit  feingeschnittenen Gemüse bei dem man viel Arbeit hat . Eine kleine, einfache Freude. Das ist auch keine Antwort. Wobei ich mir da nicht sicher bin.

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