Für das Hotel Kempinski gibt es kein Israel

Offener Brief von Michael Groys

BRIEF AN DAS KEMPINSKI HOTEL- STREICHUNG VON ISRAEL IN DER TELEFONLISTE- Bitte ebenfalls schreiben, hat bei KaDeWe geholfen!!! 
Sehr geehrte Damen und Herren, 
ich konnte aus dem heute erschienen Feuilleton in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung von dem französischen Regisseur Claude Lanzmann entnehmen, dass in ihrem renommierten Haus auf den Zimmern in der Telefonliste der Staat Israel nicht aufgeführt ist mit der Begründung, dass die arabische Kundschaft des Hotels dies verlangt hätten.
Ich bin als Berliner und Jude über diese Nachricht vollkommen schockiert und einfach nur fassungslos, da ich ihr Haus immer als offen, tolerant und vor allem international wahrgenommen habe und solche Maßnahmen nicht nur unverhältnismäßig und unverantwortlich sondern einfach nur beschämend sind. Geschweige des jüdischen Ursprungs des Hauses Kempinski ist eine derartige Entscheidung des Managements einfach nicht nachvollziehbar. 
Die Berliner Politik ist außerordentlich stolz jüdisches Leben in dieser Stadt zu fördern und vor allem zu haben, sowie vor allem den Zuzug junger Israelis. Der Staat Israel im Allgemeinen ist heute der engste Partner der Bundesrepublik Deutschlands im Nahen Osten und die Stadt Berlin, sowie der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf haben eine Vielzahl von Städtepartnerschaften mit Israel. 

Wenn für die arabische Kundschaft der Staat Israel noch immer keine Realität ist, dann sollte es seitens ihres Haus hochproblematisch und absolut kritisch betrachtet werden und nicht im Gegenteil diesem Unfug noch zu fördern. 
Ich erwarte von ihrem traditionsreichen Haus, welches ich sehr gerne besuche klare Schritte um diesen unsäglichen Missstand rückgängig zu machen sowie selbstverständlich eine Entschuldigung an den Staat Israel. 
Wenn Sie nicht in der Lage sind in der heutigen globalisierten und vernetzen Welt Hotelstandards zu schaffen bei denen sich alle Gäste unabhängig ihrer Herkunft, Hautfarbe und Religion wohl fühlen, dann zeugt es von von einem geringen Maß an Professionalität, was ihr Haus sich eigentlich nicht leisten darf. 
Ich würde mir wünschen, dass diese Situation möglichst bald geändert wird und man mit gutem Gewissen ins Hotel Kempinski gehen kann. 
Mit freundlichen Grüßen
Michael Groys

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s