Atticus: Prof. Patzelt, Goebbels und andere Nazivergleiche

​“Nationalsozialismus-Vergleich und Goebbels-Zitat von Prof. Patzelt 
Die Äußerungen von Prof. Dr. Werner J. Patzelt von der TU Dresden missfallen uns schon lange. Dieses Mal wurde aus unserer Sicht eine rote Linie überschritten. Unsere Meldung an die Presse findet ihr unten stehend. Wir bedanken uns bei Prof. Dr. Karl-Siegbert Rehberg und Prof. Dr. Hajo Funke für die Unterstützung und Zitate.
PM: Nationalsozialismus-Vergleich und Goebbels-Zitat von Prof. Patzelt 
In der vergangenen Freitagsausgabe (16.09.) der Sächsischen Zeitung stellte Herr Prof. Dr. Patzelt von der TU Dresden in der Kolumne „Besorgte Bürger“  bedenkliche Vergleiche der Weltkriegsjahre ab 1914 und 1939 und unserer heutigen Zeit an. Damals wie heute würden Andersdenkende ausgegrenzt. Darin sieht Herr Patzelt eine Parallele zwischen den Gegnern des Nationalsozialismus und den heutigen Rechtspopulisten und betont im Umgang mit beiden gar eine Art „kulturelle Kontinuität“.
„Das ist grober Unfug und eines Professors für Politikwissenschaft nicht würdig. Diejenigen, die sich gegen das Hitler-Regime gestellt haben wurden brutal ermordet. Dagegen ist die Meinungsfreiheit heute ein verfassungsmäßiges Grundrecht, das durch heutige Asylkritiker bis hin zu Rechtspopulisten auch gern in Anspruch genommen wird“, so Eric Hattke, Vorsitzender des Vereins Atticus.
Dazu sagt der ebenfalls an der TU lehrende Soziologieprofessor Dr. Karl-Siegbert Rehberg, den Atticus e.V. um eine Stellungnahme bat: „Herr Patzelt betont stets, dass er keine Gleichsetzung von Hitlerregime und etwa Pegida formulieren würde. Gewiss nicht. Aber die polemische Verzerrungsabsicht ist überdeutlich. Um schiefe Vergleiche scheint der vergleichende Politikwissenschaftler nicht verlegen zu sein.“
Besonders fragwürdig ist Patzelts Einschätzung der Unterstützung Geflüchteter. Mit abschätzigem Blick würdigt er solches Engagement als „glaubensbrünstigen“ Eifer herab. Besonders hilfreich erscheint ihm hier die Verwendung eines Zitats von Joseph Goebbels, das Herr Patzelt folgendermaßen einordnet:
„Gewiss war kein abscheulicher Krieg, sondern eine an menschlicher Schönheit schwer zu übertreffende Willkommenskultur, in was vor einem Jahr so viele hineingingen „wie in einen Gottesdienst“ (so einst Joseph Goebbels).“ 
Dieses maßlose, diffamierende und verantwortungslose Zitat stammt, wie Prof. Patzelt wissen wird, aus einer Rede, die Goebbels im März 1945 vor Wehrmachtssoldaten in Görlitz gehalten hat, Zitat:
„Jene Divisionen, die jetzt schon zu kleinen Offensiven angetreten sind und in den nächsten Wochen und Monaten zu Großoffensiven antreten werden, werden in diesen Kampf hineingehen wie in einen Gottesdienst. Und wenn sie ihre Gewehre schultern und ihre Panzerfahrzeuge besteigen, dann haben sie nur ihre erschlagenen Kinder und geschändeten Frauen vor Augen, und ein Schrei der Rache wird aus ihren Kehlen emporsteigen, vor dem der Feind erblassen wird.“
Die Mitglieder von Atticus e.V. empfinden die Verwendung eines solchen Zitates aus der Endphase des 2. Weltkrieges unwissenschaftlich, unseriös und vor allem zutiefst beschämend – für Herrn Patzelt, aber vor allem für die Professur, die er innehat, und deren Universität.
Der Historiker und Rechtsextremismusforscher Prof. Dr. Hajo Funke aus Berlin merkt dazu an: „Das ist die Sprache eines ethnozentrisch verrohten, demagogischen Gemüts. Er denunziert die Geflüchteten und die zu Hunderttausenden gegenwärtig Helfenden, der größten zivilgesellschaftlichen Initiative in der Geschichte Deutschlands.“
Atticus e.V. geht es nicht um Denkverbote oder die Einschränkung der Meinungsfreiheit. Besonders aufgrund der aktuellen Entwicklung in Sachsen (z.B. Claußnitz, Heidenau, Bautzen) ist jedoch eine sachliche und würdige Auseinandersetzung mit dem Thema dringender denn je, auch im Rahmen einer polemischen Kolumne. Einem Professor einer großen Universität würde dies besser zu Gesicht stehen, als der fortschreitenden Polarisierung auch noch Vorschub zu leisten.
Einem öffentlichen Diskurs wird, wenn dies Prof. Patzelt wünscht, Atticus e.V. selbstverständlich nicht aus dem Weg gehen. 

 

„Es geht uns um einen anständigen und sachlichen Umgang mit allen Beteiligten. Dabei haben absurde NS-Vergleiche und Goebbels-Zitate keinen Platz. Herr Patzelt beschwert sich oft über die sogenannte Nazikeule. Dieser sollte er sich selbst vielleicht demnächst weniger bedienen“ so Hattke abschließend.“

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