#Piratenpartei: Dem Wahnsinn entronnen

Von Julia Schramm

In den Tagen nach der Wahl haben sich die Ereignisse bei den Piraten überschlagen. Nach der Wahlniederlage wurde bekannt, dass Claus Gerwald Brunner – Faxe – sich das Leben genommen hat. Schnell wurde eine Rede von ihm im Plenum öffentlich, wo er auf einen baldigen Tod anspielte. Diese Nachricht schockte mich und machte mich traurig. Faxe und ich waren nie Freunde, im Gegenteil, er beschimpfte mich gerne und regelmäßig, ich gehörte für ihn zum korrupten, unehrlichen Flügel, dem es nur um das eigene Wohl gehe. Ich habe die Partei irgendwann verlassen und sah Faxe seitdem auch nicht mehr. Trotzdem betrübte mich sein Tod und ich vergoß eine Träne. 
Die Reaktionen der verbliebenen Mitglieder der Piratenpartei betrübten mich ebenso – wie eh und je übertrafen sie sich in Schuldzuweisungen und Bösartigkeiten, in Verschwörungstheorien und genereller Hyperaktivität. 
Als dann herauskam, dass es neben dem Suizid noch ein Verbrechen gegeben hat, dass Faxe („wahrscheinlich“) einen Menschen ermordet hat (die schaurigen Details entnehmt ihr bitte der Boulevardpresse) wurde mir klar, was die Piratenpartei und die damit verbundenen Dynamiken in den Sozialen Medien eigentlich für eine vollkommen irre Dimension haben und hatten. Mir wurde klar, dass dieser Wahnsinn, der sich Partei nannte, der aber vielleicht auch nur ein Phänomen des Zeitgeistes war, Menschenleben zerstörte und zerstört. Dass das alles kein Spiel ist, nie war und dass, im Namen politischer Differenzen, menschliche Tragödien nicht nur hingenommen wurden, sondern pathologisches Verhalten glorifiziert wurde, ignoriert, hingenommen wurde, dass zu Gunsten einer Harmonie und Parteiräson, die sowieso niemals real war, Menschen geschützt wurden, die schwer entrückt waren, die Hilfe gebraucht hätten, denen Hilfe angeboten wurde, die sie aber verweigerten, bis sie einem anderen Menschen das Leben nahmen. 
Die Piratenpartei war eine krasse, eine lehrreiche Zeit, eine Zeit, die Menschen eine Plattform gegeben hat, die sonst vielleicht nie eine bekommen hätten. Sie war so groß wie die Abgründe tief waren. Wir können dankbar dafür sein, wenn wir lebend und gesund aus diesem Wahnsinn rausgekommen sind.
RIP

Eine Antwort zu “#Piratenpartei: Dem Wahnsinn entronnen

  1. Du warst sehr weit oben

    Die Piratenpartei war die Weiterentwicklung von Politik. Das was du jetzt siehst ist der Schutthaufen, geschaffen von den jenigen denen eine andere Art Politik zu machen ein Dorn im Auge ist. Es geht mir dabei nicht darum wer daran Schuld trägt oder nicht. Ich habe auch keine Rachegelüste.
    Das es gemacht wird ist ein Armutszeugnis für die gesamte Menschheit.
    Ich frage mich bei dir immer ob du wissentlich oder unwissentlich instrumentalisiert wurdest. Ich habe mirbekommen wie ich und meine Existenz benutzt werden sollte. Ich wurde in hohe Ämter gelobt, bis irgendwann klar wurde, das ich nicht einfach unreflektiert Befehle ausführe, dann hat man versucht mich in die Schizophrenie zu quatschen und mich zu brechen. Bisher ohne Erfolg.
    Eines Tages wird es dir vielleicht klar werden was ich dir hier versuche zu sagen. Ich hoffe es ist bis dahin noch nicht zu spät Politik auf eine andere Art zu betreiben.
    Aus Schutz vor Rufmord, anonyme Grüsse.

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