Astreines Ossi-Bashing

​Aus gegebenen, ostzonalen, bauztschen Anlass Wolfgang Pohrt:
„Um diesen Gedanken zu verdeutlichen, will ich mich bemühen, über die Ossis einmal so zu reden, wie hier im Westen eigentlich jeder von ihnen denken müßte, der nur etwas gesunden Menschenverstand und ein halbwegs intaktes moralisches Urteilsvermögen besitzt. Jeder hier merkt doch, daß das Gebrüll der Ossis Betrug gewesen war, als sie im Herbst l989 nach Demokratie und Einheit riefen. So riefen sie nur, weil sie unseren Luxus wollten; im Ostblock die Reichsten zu sein, war ihnen nicht genug. Das zeigt sich jetzt, wo sie die Einheit und die Demokratie besitzen, aber noch nicht unser ganzes Geld. Wenn wir es nicht hergeben, drohen sie uns mit sozialen Explosionen. Seit sie wählen dürfen, mögen sie nicht mehr, da sie unter freien Wahlen freie Auswahl im Autosalon verstanden. Seit sie die Marktwirtschaft von uns bekommen haben, sollen wir die Sozialisten sein, ihnen die Rente und Krankenkasse bezahlen und obendrein Fabriken schenken.

Daß ihr Rassismus hochkonzentrierte ordinäre Schäbigkeit ist, geben sie selber zu, andere zu verfolgen halten sie nämlich unter Verweis auf die angebliche eigene schwierige Lage für ihr Recht. Gut fühlen sie sich, wenn sie der Feigling sind, der brutal seine schwache Frau verprügelt, weil er selber vor einem Stärkeren gekrochen ist. Auf die Idee, daß auch mal Ossi-Busse im Westen brennen könnten, solche mit Pendlern aus Rostock beispielsweise, die den Hamburgern die Arbeitsplätze nehmen, kommen diese sonderbaren Menschen mit dem abgeschalteten moralischen Empfinden nicht. Unerbittlich und erbarmungslos sind sie gegen Arme, aber von den Reicheren erwarten sie Mitleid und Mildtätigkeit. Grausamkeit und Weinerlichkeit sind jeweils separat schon ekelhaft in der ossi-typischen Mischung aber bilden sie gemeinsam ein Brechmittel von besonderer Wirkungskraft. Selber haben die Ossis sich unter Vortäuschung ideeller Beweggründe bei uns eingeschlichen, nicht aus Not, sondern wegen des erhofften materiellen Vorteils. Treffen sie aber einen Elendsflüchtling fallen sie über den Bedürftigen her und beschimpfen ihn als Scheinasylanten, wo sie doch selber Wirtschaftsflüchtlinge im unangenehmsten Sinn des Wortes sind.

Weil wir reicher sind als sie, kommen sie uns auf die soziale Tour: Teilen ist ein Gebot unter Christenmenschen, geben ist seliger denn nehmen. Bittet ein Ärmerer sie ums Nötigste, darf er froh sein, wenn sie ihn nicht töten. Müssen vor ihrer Haustür Asylbewerber nachts unter freiem Himmel schlafen, fühlen die Ossis weder Mitleid noch Empörung darüber, daß den armen Menschen keiner hilft, sondern sie fühlen sich belästigt. Nicht die Not, sondern die Notleidenden wollen sie beseitigt wissen. Unentwegt fordern sie für sich selber Solidarität, ohne sie anderen jemals zu gewähren. Als sie nach der Maueröffnung in den Westen durften, klauten sie dort wie die Raben, lauter Krimskrams, den sie gar nicht nötig hatten. Nimmt bei ihnen sich ein armer Teufel von noch weiter östlich, was er dringend braucht, aber nicht bezahlen kann, möchten sie ihn am liebsten Iynchen. Jeder weiß, daß in der Zone Zehntausende auf unsere Kosten den Staat beim Begrüßungsgeld betrogen und ihn immer noch beim Arbeitslosengeld, bei der Arbeitslosenhilfe und bei der Sozialhilfe betrügen. Kriegt aber ein armer Schlucker aus Rumänien vom Staat, den wir bezahlen,gerade so viel, daß er nicht verhungert, toben sie und beschweren sich, daß ihr gutes Geld verschleudert werde. Offensichtlich glauben sie, daß ihnen eigentlich alles gehören müßte und wir mit ihrem Geld gefälligst sparsam umzugehen hätten.

An die Ausländer, sagen sie, würden sie sich erst ganz langsam gewöhnen müssen. Daß aber wir von ihrer unerfreulichen, nimmersatten, raffgierigen Sorte gleich 17 Millionen auf einen Schlag verkraften mußten, halten sie für unsere Pflicht. Nicht nur daß sie stets zu feige waren, gegen das von ihnen angeblich ungeliebte Regime zu protestieren, als der Protest noch so viel Mut gekostet hätte, wie man braucht, um den Verzicht auf Beförderung und Bevorzugung zu riskieren – den Verzicht auf die Zuweisung einer der begehrten Wohnungen im Neubauviertel etwa, wo heute die widerlichsten Rassisten sippenweise nisten. Sondern in typischer Radfahrermanier treten die ewigen Mitläufer wieder nur die Schwachen. Statt sich mit den Gleichaltrigen anderer Nationalität eine faire Prügelei zu liefern, wenn ihnen schon nach Prügeln und Nationalitätenkrieg zumute ist überfallen Horden glatzköpfiger Klopse die Familien in Asylbewerberheimen, weder Frauen noch Kinder schonen sie dabei. Die Gesichter dieser Helden kann man, wenn man’s aushält, lange betrachten, und findet doch keinen menschlichen Zug darin. Abstoßend häßlich sind sie und in der Häßlichkeit einander zum Verwechseln ähnlich.

Dies, meine Damen und Herren, war eine kurze Liste zutreffender Beobachtungen und richtiger Uberlegungen, die eigentlich keiner weiteren Kommentierung oder Zuspitzung mehr bedürften, um Verärgerung, bittere Vorwürfe, moralische Empörung hervorzurufen. “
(Multirassismus)

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