Das verflixte 7te Jahr

Es fühlt sich leichter an. Irgendwie befreit. Und leer.

Mein Austritt wirft Ballast ab. Er ist die Konsequenz nach Neuordnung der Prioritäten, der Neujustierung relevanter Lebensinhalte.

Damals, vor 7 Jahre, war die Zeit reif, sein politisches Interesse in Taten umzusetzen, Ansichten und Wertvorstellungen zu kanalisieren und in eine politische Struktur zu geben. Ich wollte verändern, Einfluss nehmen, mich einmischen und diskutieren. So weg vom Küchentisch, hinein ins Plenum.


Man konnte sich selbst als politisch Kraft erfinden, fand Mitstreiter, gründete eigene Strukturen. Man konnte sofort mitmachen und auch sehr autonom gestalten. Der Wahlkampf 2009 hievte, dank unseres Engagements, in Pankow sofort den eigenen Direktkandidaten in den Bundestag.

Ich fand viele, heute wurde ich sagen, politische Freunde, interessante Persönlichkeiten und Gleichgesinnte. Das half mir, die Widersprüche, die emanzipatorischen Grenzen, die vielen Strahlos und Verpeilten, die straffen Reglementierungen und den innerparteilichen unndemokratischen Habitus zu ertragen. 

Karrieregeile Vollpfosten, interessengeleitete Egomane und geschlossene Zirkel plasterten meinen Weg. Aber eben auch der anarchistisch anmutende Haufen von liebenswerten Menschen, die voller Idealismus und mittels geiler Ideen glaubten, etwas verändern zu können und irgendeine Bedeutung dabei zu bekommen.

Dabei bespielte man nur den eigenen Kosmos, das gewünschte Echo nach außen blieb aus. Vielen innerhalb der Partei wurde es schon suspekt, das diese Truppe keine Mandate oder Funktionen anstrebte. Und es trotzdem mit einer überdurchschnittlichen Power Aktionen plante und durchführte.

Nach vielen Kämpfen und Konflikten sind die Ergebnisse eher übersichtlich. Man kann in dieser Partei vieles machen, sich engagieren und viel lernen. 

Ich habe für mich entschieden, diesem politischen Aktivismus einen anderen Rahmen zu geben, dem politischen Ehrenamt weniger und anderen Interessen  mehr Raum zu geben. Die Widersprüche in der Partei ärgern mich nicht mehr, ich muss sie nicht mehr ertragen.

Wie es sich, so als Parteiloser, lebt, weiss ich ja. Wie es sich nach dieser intensiven Zeit voller politischer Aktivitäten anfühlt, werde ich sehen.

Fürs erste fühlt es sich leichter an, befreiter.

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