„Anne Will“und die Niqab-Tante

​von Karl Kobs

„Man kann sich ja jetzt von Flensburg bis Rosenheim und von der Zeit bis zur B.Z. darüber ereifern, dass Anne Will einer durchgeknallten Ex-Punkerin und Niqab-Tante ein Forum für ihre kruden Frauen-Thesen geboten hat. Selbst der deutsche Oberspießer Henryk M. Broder drohte wie ein Premierenbesucher nach einer Schlingensief-Inszenierung in Bayreuth, türenschlagend die friedliche Gemeinschaft der Gebührenzahler zu verlassen: „Nach diesem Abend zahle ich keinen Rundfunkbeitrag mehr.“ Na und?
Das wirkt in etwa so glaubwürdig wie die gespielte Empörung von Capitain Renault in Casablanca: „I’m shocked, shocked to find that gambling is going on in here!“ Ob nackt oder vollverschleiert: Die  Freakshow hatte schon immer einen festen Platz im deutschen Fernsehen und daran wird kein Vermummungsverbot etwas ändern. Spätestens seit Hans Meiser gehören die Verrückten und Bekloppten – vom Dschungelcamp bis zu DSDS – zum Stammpersonal in der Unterhaltungsbranche – und das hat nicht nur niemanden gestört, im Gegenteil: Die bizarre Mischung aus obszöner Zurschaustellung und scheinheiligem Interesse war der Garant für hohe Quoten, vor allem natürlich bei den Privatsendern. 
Nun könnte man argumentieren, beim Islam hört der Spaß auf. Aber soll das ein schlechter Witz sein? Wer ernsthaft glaubt, dass diese muslimische „Frauenbeauftragte“ das europäische Abendland gefährden könnte, hält auch den Weihnachtsmann für eine heidnische Bedrohung des Christentums. 
Bin ich der einzige, der eher im unverbindlich zivilisierten Auftritt eines jovial lächelnden Aiman Mazyek eine Gefahr sieht oder in den diplomatisch weichgespülten Stellungnahmen der Putin-Versteher zu Syrien? Der Auftritt der Muslima war nur ein verspäteter Halloween-Scherz und erfüllte seinen Zweck: Booh – und alles zuckt zusammen!“

Eine Antwort zu “„Anne Will“und die Niqab-Tante

  1. „Bin ich der einzige, der eher im unverbindlich zivilisierten Auftritt eines jovial lächelnden Aiman Mazyek eine Gefahr sieht“ – Das wäre ja schön. Aber ich fürchte, da wollen sich noch mehr Leute fürchten. Weil Islam, also schlümm. Und wenn er zivilisiert auftritt, um so schlümmer! Ältere werden sich vielleicht an dies hier erinnern:

    Ganz so harmlos ist die eingewickelte Konvertitin übrigens nicht, und das in zweifacher Hinsicht. Zum einen eignet sie sich natürlich großartig, um das Schreckbild vom schlümmen Islam zu bestätigen (siehe oben). Deshalb wurde sie schließlich eingeladen, was glaubt Kobs denn? Zum Anderen gehört sie einer Gruppierung an, die ganz direkt mit der Rekrutierung von islamistischen Terroristen zu tun hat. Um das herauszufinden, braucht man keine aufwendige Recherche anzustellen, denn das haben die Genoss_innen von der WoZ schon erledigt. Wem das zu viel Text ist, der möge darin nach „Jauch“ suchen, da erfährt man etwas über die Maschine „Talkshow“ (oder Freakshow, wie’s beliebt):
    http://www.woz.ch/-7096

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