#Freiburg: Das postfaktische Narrativ der Lügenpresse befeuert?

Von Karl Kobs

„Wie hält man es mit der Vergewaltigung und Ermordung einer jungen Freiburger Studentin durch einen unbegleiteten Flüchtling? Natürlich eine menschliche Katastrophe und ein politischer Gau, wie es der absolut beeindruckende Julian Reichelt auf den Punkt brachte. In einer Hinsicht muss man ihm widersprechen. Er unterstellte, dass die Tagesschau den Mord aus politischen Gründen verschwieg und damit das postfaktische Narrativ der Lügenpresse weiter befeuert. Da der Mord jedoch, so Reichelt, für den politischen Diskurs relevant ist, muss berichtet werden. Aus dem Publikum die Zuspitzung: Wie wäre es gewesen, wenn der Mord von einem Rechtsradikalen begangen worden wäre? 
Doch erstens weiß man nicht, was die Tagesschau-Redaktion dazu bewogen hat, nicht über den Mord zu berichten – zumal noch vor ein paar Tagen der Täterhintergrund vollkommen unklar war – zweitens steckt in dem Whataboutism aus dem Publikum auch schon die Antwort. Kaum ist klar, dass der Täter ein Flüchtling war, wird im Subtext suggeriert, dass es sich auch hier wie bei einem Mord aus dem rechtsradikalen Milieu ganz selbstverständlich um eine politische Tat handeln müsse. 
Ich persönlich habe mir abgewöhnt wie bei einer Art Body Count die Übergriffe von der einen oder anderen Seite penibelst zu dokumentieren und finde es auch obszön, weil es ja nie um die Opfer geht, sondern nur um eine langweilige und penetrante Selbstvergewisserung. Meine extrem

kritische Haltung zum politischen Islam habe ich diverse Male kundgetan und daran hat sich kein Deut geändert. Ich glaube nur nicht, dass man den Islam dadurch bekämpft, dass man die Menschen – oft genug Opfer dieser Ideologie, mitunter auch unreflektierte Mitläufer, mitunter radikalisierte Fanatiker –  permanent dämonisiert, wie es die Populisten praktizieren. Und ich glaube auch nicht wie Reichelt, dass man mit einem alarmistischen Journalismus, der nichts verschweigt, Boden bei Leuten gut macht, die vor lauter Alarm-Glocken im Kopf verlernt haben, auf ihre innere Stimme zu hören.“

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