„Wer Merkel von rechts kritisiert, kann nicht Vorsitzende einer Linksfraktion sein.“

Andi Boet:

„Das Problem an Sarah Wagenknechts Äußerungen, die in diese Richtung abzielen, sind die, dass sie damit die von Rechtsextremen in die Welt gesetzten Märchen aufgreift und somit bestärkt. Auch eine Sarah Wagenknecht schafft es nicht, rechtsextreme Diskurse (unkontrollierte Grenzöffnung, die wollen alle Flüchtlinge hier herholen!!!111, Gastrecht, Merkel ist an allem Schuld) aufzufreifen und nach links zu drehen. Das klappt einfach nicht. Man kann, man muss die derzeitige Politik kritisieren. Die gescheiterte Ermittlungsarbeit, die überhaupt dazu geführt hat, das ein polizeibekannter Terrorsympathisant soweit kommen konnte. Die Waffenexporte, die Beteiligung am Krieg gegen den Terror, der nur noch mehr Terror schafft, das ist alles richtig. Aber Merkel dafür zu kritisieren, dass sie das richtige getan hat, und zwar Menschen in Not zu helfen und die Grenzen nicht dicht zu machen, ist Fischen am rechten Rand. Man kann Merkel, CDU und SPD problemlos von Links kritisieren, ohne das man auf die von Rechtsextremen benutzten Phrasen und Lügenmärchen zurückgreifen muss, die diese in die Welt setzen. Als Wagenknecht z.B. gesagt hat, „Wir können nicht alle Flüchtlinge aufnehmen“, hat sie ein rechtsextremes Lügenmärchen bestärkt, das behauptet, irgendwer in einer Machtposition in Deutschland will, das alle 60 millionen Flüchtlinge der Welt hierherkommen. Das ist aber natürlich absoluter quatsch, niemand will das. Nicht mal die, die Transparente mit „No borders, no nations“ hochhalten, wollen, dass alle Flüchtlinge hierher kommen. Wer es sagt „Wir können nicht alle Geflüchteten bei uns aufnehmen“, impliziert, dass irgendwer das so machen will und stärkt damit die Rechtsextreme Lüge, dass das Establishment (TM) vorhat, das deutsche Volk durch Massenzuwanderung auszurotten, in dem man alle Geflüchteten hierher holt. Das ist das Problem. Und ich erwarte von einer so erfahrenen Berufspolitikerin, die so präsent und öffentlichkeitswirksam ist, dass sie solche rechtsextremen Lügenmärchen nicht durch ihre Aussagen legitimiert und stärkt. Ich unterstelle ihr nicht, dass sie mit Vorsatz am rechten Rand fischt. Es ist eine automatische Reaktion auf, auf absurde Vorwürfe (z.B. Obama ist kein Muslim!) ernsthaft zu reagieren. Aber wer auf so einen Blödsinn (Die wollen alle Flüchtlinge hier herholen!) ernsthaft reagiert, legitimiert diesen Blödsinn.“
Das Interview mit Sahra Wagenknecht 

Die Personalie Wagenknecht ist tatsächlich ein Problem für DIE LINKE, jedenfalls wenn mensch es ernst meint mit linker, nicht von Nationalismen getriebenen Politik.
„Bedrohungsgefühle zu schüren und mit der Anwesenheit von Menschen zu verknüpfen, die vor Krieg geflohen sind oder einfach ein besseres Leben suchen, das ist das Programm der Rechten – und offensichtlich auch das von Sahra Wagenknecht. Auch die Methode stammt von rechts: erst etwas Skandalöses sagen, dann zurückrudern. Falsch verstanden, anders gemeint. Man wird ja wohl noch sagen dürfen. Es ist das gleiche populistische Strickmuster, mit dem sich die extreme Rechte als Tabubrecherin gegen die angebliche politische Korrektheit des Mainstreams inszeniert.
Da ist es nur folgerichtig, dass Sahra Wagenknecht das erste Interview nach ihrer Nominierung dem russischen Propagandasender RT Deutsch gab. Mit ihrer Haltung zu geflüchteten Menschen (zu viele) und Russland (egal wie viele Menschen russische Bomber in Syrien töten, Schuld sind immer die Amerikaner) gibt es ohnehin viele Übereinstimmungen zwischen Wagenknecht und dem Sender. RT Deutsch gehört zu den Lieblingsseiten des rechten Spektrums; wer sich schon mal durch die Facebook-Profile von Reichsbürgern und AfD-Freund_innen geklickt hat, weiß das. Kürzlich stellte der Bayerische Rundfunk in einer Analyse fest, dass der Sender bei den Facebookfans von Pegida Nürnberg nach der Jungen Freiheit die zweitbeliebteste Informationsquelle ist.“

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