„Weiter gehts, ihr Muschis! „

​Bitte, Angela, nur einmal
Weißte, große Fresse haben sie alle. Und was sie alles vollbringen wollen. Die Eliten abschaffen, die Macht wieder dem Volke geben und alles wieder great machen. 

Arschlecken! Alles nur Versager und Jammerlappen.

 

Amerika first und great again. Na, klar. Aber Krankenversicherung für alle? Weg mit dem Scheißdreck! Es war von great die Rede, nicht von gesund. Patriotisch sein heißt nicht unbedingt die Lebensumstände der Bevölkerung verbessern. Lieber die Steuern für Reiche senken und die Sozialleistungen kürzen. 

Die Liebe zum Land muss auch nicht so weit gehen, dass man es nicht verschmutzen darf. Umweltgesetze stören nur. Geschäfte machen. Business. Was springt am Ende dabei raus?

Warum schaffen wir nicht auch gleich wieder die Regeln für Banken ab, waren ja nur Millionen Amerikaner, die ihre Jobs und ihre Häuser verloren haben. 

Regeln sind etwas für Schwache. Lasst uns lieber zocken. Bis zur nächsten Weltwirtschaftskrise. 

Wenigstens dürfen Geisteskranke jetzt wieder Waffen besitzen. 

Ist nur fair, da der gestörteste im Land an den größten Waffen sitzt.  

Wir machen Amerika jetzt so was von great again. Große Klappe, aber dann nur rumheulen. 

Die Justiz, die Presse, keiner kauft die Klamotten meiner Tochter, wir importieren mehr als wir exportieren, blöde Merkel.
Orban! Ungarn ist einer der größten Nettoempfänger in der EU. Gehört zu den ärmsten Ländern in der Gemeinschaft. So schnell wie die Milliarden eintreffen, so schnell sind sie unter Orbans Freunden verteilt, so schnell kann keiner EU buchstabieren. 

Aber nur am Schimpfen. Blöde EU, blöde Merkel, blöde Flüchtlinge, blöde Juden. 

Trotzdem große Fresse. Tun so, als würden sie ganz Europa regieren. Und viele Deutsche so: „Oh, geil. Warum ist es hier nicht so toll wie in Ungarn?“
Oder diese Rechtspopulisten, die jetzt überall aus ihren Löchern kommen. 

Wenn ich allein schon diesen Strache höre: „Österreich steht am Abgrund! Das Land wurde gegen die Wand gefahren! Wir sind am Ende!“ Heul, winsel, jammer. 

Es muss so schlimm sein in Österreich. Kriminalität, Morde, Straßenschlachten. 

Soll das etwa eine Abschreckung für Flüchtlinge sein? 

Gut, sagt sich der Flüchtling, in meiner Heimat herrscht Krieg, wir haben nichts zu essen und kein Trinkwasser. Terror-Banden ziehen umher, vergewaltigen, entführen und schlitzen den Leuten die Kehlen durch. Aber hey, immer noch besser als Österreich!

Keine Ahnung, was Österreich so alles produziert, aber wenn ich auf dieses negative Gequatsche auch nur ein Schiss geben würde, ich würde es mir nicht kaufen, weil ich Angst hätte, dass vor Ablauf der Garantie das Land untergeht. Heißen dann womöglich nur noch Österarm und ich bleibe auf meinem kaputten Scheiß sitzen. 
Der einzige echte Mann unter diesen Versagern und Heulsusen ist die kleine Frau aus dem Osten. 

Habt Ihr sie in letzter Zeit jammern hören oder gesehen, dass sie vor Problemen und Krisen zurückschreckt?

Sie steht da, die Finger zur Raute geformt, Eier so groß wie Abrissbirnen und kennt keine Furcht. 

Egal, wie stark der Gegenwind ist, wie sehr sie beschimpft wird und der Hass ihr entgegenschlägt.

Immer ruhig, sachlich und optimistisch, jede Krise bewältigen zu können. 

Flüchtlinge, Zerfall Europas, Wirtschaftskrisen? Kein Geheul, kein Jammern. Wir schaffen das! Ich schaffe das! Ich regle das! Ich kümmere mich darum! 

Der Riese in Europa und vielleicht sogar in der Welt, auf den sich alle verlassen können. 
Ich an ihrer Stelle würde einmal, wirklich nur einmal, vor die Mikrofone treten und sagen:

„Was, lan, was? Wir sind wieder Exportweltmeister. Das dritte Mal in Folge, ihr Bitches!

Arbeitslosigkeit ist auf dem tiefsten Stand seit langem! 

Steigende Löhne und Renten!“

Dann würde ich ein Stapel Hunderter aus der Tasche ziehen und sie wie im Stripclub von meiner Handfläche regnen lassen. 

„Rekord-Haushaltsüberschuss, Amina koyum!“
Dann würde ich den Rednerpult um treten und in den Jubel hinein „Weiter geht’s, ihr Muschis!“ rufen. Dann, mit ausgebreiteten Armen, in dem zweiten, lauteren Jubel baden und daraufhin den Saal verlassen, ohne mich nochmal umzudrehen.
Bitte, nur einmal. Nur ein einziges Mal, Angela. 
Sahin Karanlik

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