Karfreitag als Rebellion

Die Faszination, die für Gläubige von der Kreuzigung und Wiederauferstehung ausging und weiter ausgeht, kann man am besten aus der Gesellschaft der Antike heraus verstehen. Das Römische Weltreich war eine Sklavenhaltergesellschaft. Menschen, die den unteren Klassen angehörten, hatten eine Lebenserfahrung, die einer permanenten Kreuzigung sehr nahe kam. Niemand beachtete, respektierte sie, niemand scherte sich um ihr Leid. Sie wurden ausgebeutet, benutzt und gequält, wenn das ihren Herren gefiel. Wenn sie sich wehrten, wurden sie schwer geschlagen oder getötet. Vor Gericht zählte das Wort eines Sklaven nur nachdem er gefoltert worden war. Kam ein Sklavenhalter durch einen Sklaven (absichtlich oder unabsichtlich) zu Tode, wurde der gesamte Haushalt an Sklaven hingerichtet. Bei Sklavenaufständen war eine beliebte Methode die Massenhinrichtung durch Kreuzigung – bevorzugt an Ausfallstraßen, wo man die Leichen monatelang zur Abschreckung hängen ließ.

Das war der Römische Rechtsstaat, auf den sich auch unser heutiges Recht begründet und beruft. Jesus war also bei weitem kein Einzelfall und die Geschichte von der Wiederauferstehung ein Zeichen der Hoffnung wenn nicht sogar der Rebellion.

 Bild könnte enthalten: eine oder mehrere Personen, Personen, die stehen und im Freien
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