#Shoah an der FU 

Einleitender Vortrag (Christoph Hesse) und Teil 1: Mittwoch, 26. April, 18:30 Uhr
Teil 2: Mittwoch, 3. Mai, 18:30 Uhr
Bis zum Erscheinen des Films Shoah im Jahr 1985 kannten dieses hebräische Wort, das man als großes Unheil übersetzen könnte, nur wenige; auch Claude Lanzmann nicht, der seinem Film am liebsten gar keinen Namen gegeben hätte. Deshalb entschied er sich schlechterdings für diesen, wie er hoffte, ganz unverständlichen Titel. Wovon der Film handelt, entzieht sich jeglichem Verständnis. Wer ihn sich anschaut, bekommt allerdings eine ungeheuer detaillierte Vorstellung dessen, was das so leicht gesagte Wort Holocaust (oder inzwischen auch Shoah) bezeichnet. Historische Aufnahmen sind nicht zu sehen, keine aus dem Archiv hervorgeholten Bilder der Vernichtung, die ohnehin kaum vorhanden sind. Gezeigt werden einerseits ehemalige Tatorte, die sich selbst dort, wo sie heute als Gedenkstätten zu besichtigen sind, in scheinbar gewöhnliche Landschaften zurückverwandelt haben, andererseits diejenigen, die dort einst zugegen waren. Zwölf Jahre lang hat Lanzmann Zeugen ausfindig gemacht und befragt: nicht nur einige der wenigen Überlebenden der Vernichtungslager, sondern auch Täter ebenso wie Zuschauer. Wer auch sonst nichts mehr von ‚all dem‘ hören und sehen wollte, sollte sich diesen neun Stunden langen Film einmal zumuten. „Das kann man nicht erzählen“, sagt Simon Srebnik, als Lanzmann mit ihm nach Chelmno zurückkehrt.
Einleitung von Christoph Hesse (Film- und Literaturwissenschaftler am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der FU Berlin).

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