Thomas de Maiziere und die goldene Regel der Ethik 

Von Georg E. Moeller 

Ausflucht

Die Familie De Maiziere hat ein gerütteltes Maß an Fluchterfahrungen und auch eine nachhaltige Kenntnis über die Wirkung von freundlicher Aufnahme. Als die Vorfahren Halsüberkopf ihre Heimat in der Nähe von Metz verlassen mussten und nichts mehr hatten, als das was sie tragen konnten, waren es die Untertanen des Kurfürsten Friedrich Wilhelm, die ihnen Obdach und Perspektive gaben. Ihr Fluchtgrund war eine Glaubensfrage, Hugenotten vs Katholiken. Ein bisschen wie Schiiten vs Sunniten, wenn wir das mal im Logostyle erklären sollen. Damals im 17 Jahrhundert gab’s nicht mal ein Europa, geschweige denn Menschenrechtskonventionen.
Die einen Christen schlugen den anderen Christen die Schädel ein und wieder andere Christen öffneten ihre Grenzen und ihre Schulen und alles für einen Gotteslohn.
Gestern habe ich lange wachgelegen und überlegt, in welchen Teil von Afghanistan Thomas De Maiziere seine Familie als Nachkommen von Flüchtlingen schicken würde, wenn er es müsste.
Dann erfuhr ich, dass der Innenminister die Abschiebungen in das explodierede Kabul abgesagt hatte. Hatte er ein Einsehen, einen Zugriff auf seine christliche Leitkultur? Nein, nicht abgesagt, verschoben. Denn er sagt, es ist nicht unsicher in Kabul, es ist nur für die Botschaftsangestellten im Moment nicht möglich die Abgeschobenen bürokratisch zu bearbeiten, sprich offiziell nach Deutschland zu melden, der Geflüchtete xyz befindet sich wieder im Hoheitsbereich Afghanistans. Erst dann kann der Innenminister seinem Wahlkampfmanager Vollzug und Erfolg melden.
Und dann dachte ich darüber nach, das es Thomas De Maiziere war, der irgendwelche Regeln cool fand, die die Beziehung zwischen „uns“ und „denen“ regeln sollten. Und es fiel mir die Goldene Regel ein „Was Du nicht willst das man Dir tu, das füg auch keinem andren zu.“
Also, wohin sollen Deine Liebsten, Thomas? Deine Kinder, Deine Enkel, Dein Alles?
Thomas De Maiziere war lange Zeit im Rat der Evangelischen Kirche. Wenn das seine Christenpflicht war und nicht nur irgendso ein CDU-Proporzamt, dann müsste er auch die Goldenen Regeln kennen und eigentlich akzeptieren, das ihre Einhaltung auch ihm obliegt.
Was waren das noch mal, für Regeln? Regeln? Am Ende reicht eine. Komm Wikipedia, erzähl mal:
„Als Goldene Regel (lateinisch regula aurea; englisch golden rule) bezeichnet man einen alten und verbreiteten Grundsatz der praktischen Ethik:[1]
„Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.“
Die negative Fassung ist als gereimtes Sprichwort bekannt:[2]
„Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“
Anglikanische Christen prägten den Ausdruck golden rule seit 1615 zunächst für die in der Bibel überlieferten Regelbeispiele (Tob 4,15 EU; Mt 7,12 EU; Lk 6,31 EU), die das Toragebot der Nächstenliebe (Lev 19,18 EU) als allgemein gültiges und einsehbares Verhalten auslegen. Die christliche Theologie sah darin seit Origenes den Inbegriff eines allgemein einsichtigen Naturrechts, durch das Gottes Wille allen Menschen von jeher bekannt sei.[3]“
Wohin also Thomas schickst Du Deine Brüder?

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