#AntisemitismusDoku: Der schwarze Peter liegt beim #WDR 

Einige warten schon drauf. Ein Versuch Licht ins Dunkel zu bringen. Oder warum der Vorwurf der Zensur gegenüber ARTE schlicht einfach nur völlig falsch adressiert ist. Darf gerne geteilt werden…. 
Seit einigen Tagen berichten mehrere bundesweite Medien, über eine bei ARTE nicht ausgestrahlte Dokumentation zum Thema „Antisemitismus in Europa“. Dem Sender und vor allem den Entscheidungsträger_innen wird vorgeworfen, sie würden aus politischen Gründen, diese Doku nicht zeigen wollen. Ich habe alle relevanten Informationen im Vorfeld sowohl vom Filmteam als auch von ARTE selbst bekommen und aufwändig durchgearbeitet. Offene Fragen wurden dann heute nicht nur von mir im Beirat von ARTE GEIE aufgeworfen und beantwortet. Damit es nicht so lang wird, mache ich es mit Anstrichen.
1. Die Dokumentation ist großartig und muss dringend im Öffentlich Rechtlichen System gezeigt werden. 
2. Diese Dokumentation war ein WDR Angebot an ARTE und die inhaltliche und generelle Verantwortung hat dann auch eben der zuliefernde WDR. (Westdeutscher Rundfunk, eine Anstalt der ARD) So läuft das grundsätzlich. Es gibt Zulieferungen an ARTE die vorher in einem gemeinsamen Verfahren im Deutsch – Französisch besetzten Programmausschuss besprochen werden. 
3. Beim WDR gibt es es für die technische und inhaltliche Abnahme zuständige Kolleginnen und Kollegen. Die Kollegin, die für diese Reportage zuständig ist, sagt momentan wenig bis gar nichts dazu. Abgenommen hat sie dem Filmteam die Reportage aber, so dass diese davon ausgehen mussten, dass alles in Ordnung sei. Leider hat diese Kollegin jetzt auch ihren einstweiligen Ruhestand beantragt. (Dazu fällt mir erstmal nichts mehr ein außer: Was ist mit Verantwortung übernehmen?) 
4. ARTE ist aktuell zu zwei Dingen gezwungen. Es muss öffentlich erklärt werden, dass die Reportage tatsächlich nicht das ist, was quasi bestellt wurde. Antisemitismus in 5 europäischen Ländern beleuchten und aufklären, das war der Auftrag. So gut ich auch persönlich diese Reportage finde, so sehr verfehlt sie ja tatsächlich den eigentlichen Auftrag. Deshalb konnte die Programmkonferenz nicht anders. Schließlich geht es hier auch um sehr viel Geld der Beitragszahler_innen. Die zweite Sache zu der ARTE gezwungen ist, ist nichts zu den Interna mit dem WDR zu sagen. Ich habe im Beirat aber offen gesagt, dass mich das überhaupt nicht interessiert. Ich verstehe, dass die ARTE Verantwortlichen gerade mit Blick auf das Deutsch – Französische Verhältnis diesen Satz nicht sagen, aber ich sage ihn und zwar als 5. 
5. „Die Verantwortliche beim WDR, Frau Prof. Dr. Sabine Rollberg, (sie leitet die ARTE Abteilung beim WDR) die den Film abgenommen hat, trägt die Verantwortung. Aufgrund ihrer Fehler und ihres ohrenbetäubenden Schweigens dazu, steht ARTE jetzt im Fokus. Frau Dr. Rollberg ist Expertin. Sie hatte auch bei ARTE länger gearbeitet und kennt alle Regeln. Sie hat wirklich Erfahrungen über Erfahrungen in diesem Bereich. 
Das bringt mich zu 6. 
Die Verantwortung für die Doku, die Verantwortung für den internationalen Clinch den es jetzt gibt, diese Verantwortung liegt beim WDR und der WDR sollte das endlich aufklären und sich öffentlich dazu verhalten. Das wäre solidarisch gegenüber denen, die bei ARTE gerade öffentlich angegangen werden, als gäbe es kein Morgen.
7. YouTube und die Bild (Zeitung darf man das nicht nennen) haben den Film unter Verletzung der Verwertungsrechte jetzt öffentlich gemacht. Ich finde das richtig und gut. Bezahlt haben wir als Beitragszahler_innen sowieso schon dafür. Ich bin gespannt, wie damit insgesamt im dualen System umgegangen wird. 
8. Alle Zuarbeiten, von honorigen Persönlichkeiten, die allesamt die Doku positiv bewertet haben, müssen sich endlich an den WDR wenden. Dort muss der Druck hin. Und dort kann letztlich diese wichtige Dokumentation auch ausgestrahlt werden. 
9. und das ist ein Appell. Es gab und gibt bei ARTE keine Zensur. Es gibt ein sensibles gemeinsames Verfahren und es gibt auch keinen einsamen Wolf oder eine Wölfin, der oder die Entscheidungen in solchen Fällen trifft. Diese Behauptungen sind genauso öffentlich in einigen Artikeln gefallen. Dem will ich ausdrücklich widersprechen. Wenn ARTE jetzt die Kriterien von Verträgen öffentlich in Frage stellen würde, können sich alle Filmemacher_innen in einer Reihe aufstellen und es braucht keine Drehbücher und Absprachen mehr. 
10. Schaut euch bitte die Doku in Ruhe an. Es ist ein ganz toller Film, eine ehrliche und schonungslose Dokumentation. Wäre die Anmeldung vom WDR bei ARTE inhaltlich diese gewesen oder hätte die Änderung des Planes in der Entstehung der Doku eine Rolle in den dafür konzipierten Gesprächen gespielt, könnten alle diese Doku bei ARTE anschauen. Wendet euch an den WDR und die dortigen Verantwortlichen. Dort wurde das verzapft. 
Ich bin auf eure Reaktionen gespannt. Es ist der Versuch von Transparenz in einem Prozess der schwer zu durchschauen und zu durchbrechen ist. Wenn Kampagnen einmal laufen… Ich will ARTE aus der Schusslinie nehmen, damit die Richtigen reagieren müssen. 
Sandro Witt

Mitglied Beirat ARTE GEIE 

14.6.2017

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