Ehe für alle erklärt

Von Jochen Schaudig

Ich lese mittlerweile Genörgele, warum man überhaupt heiraten will, warum das Schwule „plötzlich“ auch wollen, etc.
Ich habe lange für die „Ehe für alle“ gekämpft, schon bevor es diese schwachsinnige Formulierung gab. 
Ich hatte meine Gründe dafür. Hier mal kurz ein paar der Probleme, die für schwule Paare ein Thema sind:
Versetz Dich mal in folgende Situationen: 
Du bist schwul, wohnst, lebst und liebst mit Deinem schwulen Freund zusammen.
Seinen Eltern gefällt das nicht. 
Dein Freund wird bei einem Autounfall schwer verletzt und kommt in die Intensivstation. 

Die Eltern dürfen zu ihm.
Du nicht. Du bist ja nicht verwandt.

Du bekommst auch keine Informationen. Die Eltern wollen das nicht.
Er stirbt. Du darfst nicht zur Beerdigung.

Du darfst nichts erben, selbst wenn er ein Testament gemacht hat, wird es angefochten werden.

Du darfst nicht in der gemeinsamen Wohnung bleiben, denn er hatte den Mietvertrag alleine unterschrieben. 
Um solche Dinge geht’s. 

Es geht um mehr, als um Steuern sparen.
Man hatte mit der „eingetragenen Partnerschaft“ versucht, ein Sondermodell zu schaffen. Aber das ist Diskriminierung per Gesetz. 

Niemand will ein Sonderrecht, sondern gleiche Rechte wie alle anderen auch. 
Die staatliche Ehe ist keine Pflicht, niemand muss sie eingehen. 

Sie ist verbunden mit Rechten und Pflichten, und sie wurde mit guten Gründen eingeführt, in Zeiten, als sich Pfarrer weigerten, Paare zu trauen, in denen eine/r evangelisch und der/die andere katholisch war – als Beispiel.
Die staatliche Ehe war ein echter Fortschritt, und sie ist es für Homosexuelle heute auch.
Wer nicht heiraten will, darf das gerne lassen.
Aber deswegen muss man nicht allen erklären, wie furchtbar die Ehe ist. Gerade gegenüber jenen, die eine solche Entscheidung nie treffen DURFTEN.

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