Aus Gründen der Parität: #Maischberger handelt aus höheren Beweggründen, Respekt an Jutta #Ditfurth

Von Gerd Buurmann 

Warum Bosbach vor laufender Kamera bei Maischberger das Studio verlassen hat, ob es verständlich war und ob Jutta Ditfurth Recht hatte oder nicht, all das sind spannende Fragen, aber der eigentliche Skandal der Veranstaltung ist der:
Nachdem Bosbach gegangen war, forderte Maischberger Ditfurth auf, ebenfalls das Studio zu verlassen und zwar aus Gründen der Parität.
Das ist das Ergebnis, wenn Menschen glauben, einem höheren Auftrag zu dienen. Wer glaubt, er sei der „Anwalt der Zuschauer“ und fest davon überzeugt ist, keinen Marktinteressen unterworfen zu sein, wer Menschen zwingt, ihre ach so gute Arbeit zu bezahlen, der glaubt auch, dass er berechtigt ist, Menschen rauszuwerfen, wenn ihre pure Existenz der Erfüllung des guten Zwecks im Wege steht.
Nicht, dass man mich falsch versteht, ich habe nichts dagegen, dass eine Gastgeberin einen Gast rauswirft. Es sagt viel über die Gastgeberin und etwas über den Gast aus. Es ist aber unanständig, dieses Hausrecht anders als mit eigenen Interessen und Befindlichkeiten zu erklären, ja sogar zu glauben, den Rauswurf für einen höheren, besseren Zweck zu vollführen. So ein Verhalten kenne ich von der Kirche, die einst Menschen zwang, ihr einen Zehnten zu zahlen, weil sie erklärte, so von der Welt und ihren Sünden und Interessen derart befreit zu sein, dass sie so unabhängig und frei vom irdischen Druck das Wahre und Gute erkennen und für eine bessere Welt wirken könne. Viele Christen zahlten gerne diese Zehnten.
Es ist immer wieder amüsant, wenn Leute erklären, dass sie Dinge, zu denen sie gezwungen werden, gerne tun. Zum Gernetun gehört aber nun mal die Möglichkeit es nicht tun zu müssen!
Nicht anders als die Kirche verhalten sich heute die öffentlich-rechtlichen Anstalten. Sie behaupten: Wir müssen vom Druck des Marktes befreit sein und darum dürfen wir Dich zwingen, uns Geld zu geben, weil wir so das Gute schaffen. Wenn wer stört, dann fliegt er eben raus. Nicht, weil wir es können und wollen, nein, weil wir einem höheren Zweck dienen! Wer nicht zahlt, wird saktioniert. Wir sind die Guten!
Hier tritt das Widerliche an dem tiefen Glauben an die eigene Besserheit, die sich in dem in meinen Augen verfassungswidrigen Rundfunkstaatsvertrag manifestiert, offen zu Tage.
Es ist daher egal, ob Jutta Ditfurth Recht hat oder nicht, dass sie sitzen geblieben ist, verdient unser aller Respekt. Diesen Respekt kann ihr jeder zollen, sogar der, der ihre politische Haltung zutiefst verabscheut. Man kann ihr diesen Respekt sogar zollen, selbst wenn man zweifelt, ob sie selbst, mit einer ähnlichen Macht wie die ARD versehen, nicht auch Leute aus dem Diskurs entfernen würde.

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