Who the fuck is Alice?

EIN OFFENER BRIEF
Frau Weidel,
nach Ihrer unprofessionellen Arbeitsverweigerung bei der Fernsehfragerunde „Wie geht’s, Deutschland?“ versuchen Sie, sich zu erklären: Die Moderatorin Marietta Slomka sei einseitig (nur) Ihnen ständig ins Wort gefallen. Das ist nachweislich falsch: Slomka war jedem Politiker ins Wort gefallen. Aber Sie behaupten auch sonst fortwährend Dinge, die unwahr sind bzw. versuchen, unvorteilhafte Aspekte Ihres Lebens zu verbergen.
Tatsächlich erfolgte Ihre theatralische Arbeitsverweigerung auf eine Äußerung von Andreas Scheuer, dem sie wiederholt ins Wort gefallen waren, ob Ihrer Weigerung, sich von dem „Rechtsradikalen“ Björn Höcke zu distanzieren – offenbar aus purem Oportunismus, weil der Kollege Alexander Gauland diesen trotz laufendem Parteiausschlußverfahren, welches Sie maßgeblich angeregt hatten, als Mitglied im Bundesvorstand sieht.
Die Diskrepanz zwischen dem Auslöser und der Erklärung Ihrer Arbeitsverweigerung nur wenige Minuten später unterstreicht, dass diese inszeniert war – ein Vorgehen, das für Rechtspopulisten üblich ist, um sich gemeinsam mit Ihren Fans in der Opferrolle zu suhlen. Statt wie alle anderen, mit Argumenten überzeugen zu versuchen, gelingt es Ihnen so auf schäbige Weise, für Aufmerksamkeit zu sorgen.
Auch Ihr sonstiges Verhalten ist billig: Sie stimmen in „Lügenpresse“ ein, bezahlen rechtswidrig keine Rundfunkgebühren, jammern, dass Sie nicht zu Fernseh-Diskussionen eingeladen werden und wenn doch, inszenieren Sie einen Eklat – nicht das erste und das letzte Mal haben Sie vorzeitig eine Diskussion verlassen. Sie argumentieren mit falschen Zahlen über die Kriminalität von Flüchtlingen. Wenn Ihnen Wind entgegen weht, stellen Sie auf Angriffsmodus, ohne sachlich auf die Gegenargumente einzugehen. Vielmehr agieren Sie in solchen Fällen stakkatohaft mit Totschlagargumenten wie „Sie haben ja keine Ahnung“.
Sie prahlen mit Ihrem theoretischen Ökonomieverständnis durch die öffentliche Kommunikation von Jahrgangsbesten- und Summa cum laude-Abschlüssen sowie Begabtenstipendium und sind kaum in der Lage, mehr als Binsenweisheiten aus Fachbüchern vorzutragen. Dabei scheinen Sie unfähig zu sein, dieses Wissen kreativ zu neuen Lösungen für aktuelle Probleme zu verarbeiten.
Sie prahlen damit, dass Sie auch jede Menge praktische Wirtschaftskompetenz besitzen. Verwunderlich ist dann, dass Sie ausser Ihren tollen Abschlüssen nirgends konkret Ihre beruflichen Stationen veröffentlichen: Sonst sind Sie doch auch nicht so geheimnivoll, wenn es darum geht, mit Erfolgen zu glänzen. Es war gruenderszene.de, die dies recherchiert hat, da Sie ja behaupten, Sie hätten Start-up Unternehmen mitgegründet und aufgebaut: Nachdem Sie ein Jahr lang Charts bei Goldman Sachs gebastelt, zwei Jahre bei Allianz Global Investors vermutlich als Vorstandsassistentin gearbeitet und eine kurze Station bei Heristo absolviert hatten, haben Sie einige Monate für Rocket Internet gearbeitet.
Auf Xing geben Sie zudem selbst an, seit September 2015 als Entrepreneur in einer „Digital Health Insurance“ in Berlin tätig zu sein, ohne eine übliche Homepage-Adresse zu kommunizieren. Eine „Digital Health Insurance“ bietet in Deutschland aber noch niemand an. In München plant Ottonova den Launch einer solchen digitalen Krankenversicherung, ist aber noch nicht gestartet. Aus dem Unternehmensumfeld heißt es, Sie arbeiteten aktuell nicht für Ottonova und hätten das auch nie getan. Zudem zahlen Sie laut Behörden in Biel in der Schweiz, wo auch Ihr erster Wohnsitz ist, Steuern. Würden Sie in Berlin arbeiten, müßten Sie jedoch Ihr Einkommen in Deutschland versteuern.
Da ich nicht davon ausgehe, dass Sie eine kriminelle Steuerhinterzieherin sind, sondern bloß eine Lügnerin, waren Sie also unterm Strich insgesamt 4 Jahre berufstätig – offenbar mit wenig Erfolg: Der Job einer Vorstandsassistentin ist normaler Weise ein Sprungbrett für eine Karriere. Bei Rocket Internet, die händeringend nach Top-Leuten sucht, waren Sie nur wenige Monate tätig und bekommen auch keine guten Noten, sondern lediglich das Urteil, dass Sie dort ein „Arbeitstier“ waren, bei Kollegen wenig beliebt.
Fleiß alleine reicht nicht aus für eine Karriere. Mir als langjährige Personalberaterin scheinen Sie mit Ihrer mangelnden fachlichen und persönlichen Kompetenz auch als Spitzenkandidatin völlig überfordert, wie der gestrige Abend einmal mehr deutlich gezeigt hat. Ich wage die Prognose, dass auch Ihr Werdegang bei der AfD kurz sein wird – entweder, weil Ihnen wegen Minderleistung „gekündigt“ wird oder Sie selbst nach kurzer Zeit das Handtuch werfen.
Ja, mein Brief an Sie ist gemein, und normalerweise beurteile ich (Personal) anders als Sie, die Political Correctness auf dem „Müllhaufen der Geschichte“ entsorgen möchte, politisch korrekt. Allerdings haben Sie mit Ihrer Hetze gegen Flüchtlinge vor einem Millionen-Publikum, diese seien kriminell und nur im „Einzelfall“ integrierbar, meinen Zorn auf sich gezogen. Beitrag

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