Volksbühnen-Besetzer vs. Volksbühne: Brecht/Eislers Maßnahme als Selbstermächtigung

Wenn schon in der Polizeibühne nix los ist, kann man vielleicht auf dem Rosa-Luxemburg-Platz Alarm machen:

Ein Chor erhebt die Stimme

Gemeinsam spielen, gemeinsam singen wir Hanns Eisler/Bertolt Brecht:

Die Maßnahme am 2./3. Dezember um 17:30 Uhr auf dem Rosa-Luxemburg-Platz

Chöre und Menschen dieser Stadt, die Zustände unserer Welt sind nicht tragbar. Wir leiden unter der allgegenwärtigen Passivität, wir werden auf uns selbst und unser individuelles Handeln zurückgeworfen und verlieren die Hoffnung in eine gemeinschaftliche Wirkkraft.
Dabei sind wir mit unseren Leiden nicht alleine. Unsere Arbeitskraft wird berechnet und ausgenutzt, unser demokratischer Einfluss schwindet, die Macht des internationalen Handels und ihrer transnationalen Akteure übergeht uns. Das Land, in dem wir leben und das sich international als „Geber-Land“ inszeniert, bereichert sich kontinuierlich an der Arbeitskraft, den Ressourcen und den Perspektiven anderer Länder und Kontinente. Wie die Welt organisiert ist, liegt schon lange außerhalb unseres Einflussbereiches.
Den schleichenden, gesellschaftlichen Rückzug aus den Entscheidungsprozessen gilt es aufzuhalten. Diese Krise der Handlungsfähigkeit, der apathischen, opportunistischen Masse, steckt so tief in uns, dass es etwas Kraftvolles braucht, um sie zu erschüttern.
Die ersten 6 Tage von B6112 in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz waren starke und energetische Momente. In Frieden und Kraft haben wir die Bühne performativ vereinnahmt, haben unser Können und unseren Willen die Stadt den Menschen zurückzugeben, gebündelt. Es sind diese Momente der Selbstermächtigung und der Kraft von unten, die revolutionäres Potential in sich tragen.
Nun tragen wir die Bewegung der Volksbühne weiter, deren Geschichte lang ist und schon immer die junge und progressive Theater- und Kunstproduktion, wie auch den Mut zur Auseinandersetzung in sich getragen hat. In diesem Geiste werden wir am 2. oder 3. Dezember Hanns Eislers & Bertolt Brechts „Die Maßnahme“ auf den Rosa-Luxemburg-Platz vor die Volksbühne bringen. Vor etwa einem Jahr schon schlossen sich 260 Sängerinnen und Sänger verschiedener Berliner Chöre zusammen und spielten unter der Regie von Fabiane Kemmann und der musikalischen Leitung von Marcus Crome „Die Maßnahme“ in der Berliner Philharmonie. Es sind diese beiden Persönlichkeiten, und viele der ehemaligen Sängerinnen und Sänger die unser Projekt momentan mit Energie und Expertise füllen.
Am Rosa-Luxemburg-Platz wird mit diesem Stück wieder in seiner ursprünglichen Idee experimentiert – als Übung für die Spielenden – als Lehrstück und Versuch in einem politischen Kontext. Wir werden Berlin Mitte, als Zentrum einer gentrifizierten und verkauften Stadt, für einige Stunden zu einem Ort des Dialogs und der Hoffnung machen. Wir werden uns unsere gemeinsame Stärke vor Augen führen und einer der Akteure sein, die das Zeitalter des konstruktiven und gestalterischen Miteinanders einleiten.
Zum Proben dieser Inszenierung bleibt uns nun noch ein Monat. Wir laden nicht nur die etablierten Chöre, sondern alle Menschen, die Lust haben mitzusingen, zu unseren Proben ein. Wie Brecht in seiner Theatervorstellung, so möchten auch wir die Grenzen zwischen Publikum und Schauspielenden auflösen und die Möglichkeit nutzen, unsere Stimme in einem gemeinsamen Chor zu erheben.

Erstes großes Treffen und 1. Hauptprobe: Sonntag, 12. November – 14 Uhr. Ort: Drugstore, Potsdamer Str. 180 (Im ältesten Berliner Jugendzentrum)

2. Hauptprobe: Sonntag, 19. November – 14 Uhr. 3.

Hauptprobe: Sonntag, 26. November – 14 Uhr.

Generalprobe: Freitag, 1. Dezember – 14 Uhr.

Workshops zur Einarbeitung in die Gesangsstimmen finden außerdem statt am:
Samstag, 18. November – 14 Uhr & Samstag, 25. November – 14 Uhr
Mittwoch, 15. November – 19 Uhr & Mittwoch, 22. November – 19 Uhr

Bei Rückfragen kontaktiert uns gerne unter chorvonunten@gmail.com
Wir freuen uns auf Euch! Erzählt davon in euren Kreisen und in der gesamten Stadt!

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Eine Antwort zu “Volksbühnen-Besetzer vs. Volksbühne: Brecht/Eislers Maßnahme als Selbstermächtigung

  1. Jeanette Schirrmann

    Ich dachte die „Maßnahme“ ist vom Chor Philamonika…..neutral und unabhängig von den Volksbühnen Besetzer.
    Die Volksbühnenbesetzer haben mir im Drugstore SSB E.V. in Berlin West-als ehemalige Jugendliche- Mitarbeiterin“1979-1989″ im ersten selbstverwalteten Jugendzentrum Hausverbot erteilt.Ich durfte mich als Rassistin beschimpfen lassen und wurde vor die Tür gesetzt.Sie haben von mir eine Abmahnung bekommen es zu unterlassen einen weiteren Rufmord und übel Nachzureden.Soll ich jetzt für meine Verreiber aus meinen alten Zu Hause singen gehen und für die Konkurrenz der Volksbühne Ost .Mein Arbeitsplatz wurde mit der W“ä“nde vernichtet und auch der öffentliche Kulturbetrieb unter Rot-Rot -Grün eingespart und natürlich auch die Linke.Unser West-Berliner Kulturlandschaft mit unseren Kulturhäusern wurde platt gemacht und ich habe mich vorerst gefreut,das die Kulturlandschaft aufgeräumt wurde als Theatermacherin-als Chance betrachtet.Natürlich ist Dergon,keine Lösung ,doch Volksbühnenbesetzer ,Ost Deutsche und andere West-Deutsche Wahlberliner die mich vertreiben ,Hausverbot erteilen und aus der Stadt schmeißen ,sind auch keine Lösung.
    Ich arbeite weiter an mein Minderheitenschutz für die West Berliner Insulanerkinder und unsere neue freie Volksbühne Berlin West-Natürlich kommen bei mir keine Anti-Westberliner rein die mir Hausverbot erteilen und ehemalige Kinderheim und Straßen-Hausbesetzekinder 70/80 jahreaus dem Drugstore SSB e.v Diskriminieren und vertreiben.
    Liebe Grüße
    Entsorgte Eltern Kinder ohne Rechte
    ehemalige Heimkinder
    Ständige Vertretung
    Berlin -West
    Heimleitung in Selbstverwaltung
    Jeanette Schirrmann
    TKS-Theaterkommuneschirrmann e.v.
    Vorstnadsvorsitzende

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