Wagenknecht nimmt die Selektion der Essener Tafel in Schutz

Reaktion von Dirk Stegemann

Frau Wagenknecht, es nervt nur noch! Ein bisschen mehr Moral und weniger politisches Kalkül wären vielleicht manchmal nicht schlecht?

Ihre arrogante, selbstherrliche Kritik, die nicht die Essener Tafel sondern die durchaus berechtigte Empörung gegen den pauschalen Ausschluss von bedürftigen Menschen ohne deutschen Pass angreift und alle Kritiker_innen pauschal als „scheinheilig“ abkanzelt, ist unerträglich.

Viele Menschen engagieren sich freiwillig und ehrenamtlich für mittellose und finanziell schlechter gestellte Menschen ohne wie die Essener Tafel einen Unterschied nach vermeintlicher Herkunft oder Passzugehörigkeiten zu konstruieren und zu selektieren. Und sie bekommen das sogar hin.

Dazu gehört meist auch Kritik an politisch verursachter Armut, Obdachlosigkeit und Armutsverwaltung sowie deren Ursachen und politisch Verantwortlichen einschließlich der Reflexion der eigenen Rolle.

Warum sie erneut die Kritik an politisch verursachten Fehlentwicklungen, die sich gegen Menschen mit deutschem Pass richten, nicht mit der berechtigten Empörung gegen den rassistischen Ausschluss von Menschen ohne deutschen Pass zusammen denken können, wundert mich zwar angesichts ihrer bürgerlichen Sozialstaatsromantik und der Nationalstaatshörigkeit nicht, kotzt mich aber immer wieder an.

Dass Rassismus und daraus resultierende Ausgrenzung in ihrem Vokabular kaum vorkommen und sie direkt/indirekt die Essener Tafel gegen Kritik in Schutz nehmen, ist bei ihnen keine Ausnahme sondern unerträgliche Kontinuität. Ihre berechtigte Kritik an der regierenden Politik und existierenden Missständen kann nicht verschleiern, wie sie hier Betroffene von Armut und Ausgrenzung gegeneinander ausspielen, hierarchisieren und das Thema nationalistisch aufladen.

Daran ist null „links“ und „antikapitalistisch“!

Ich danke allen, die sich tagtäglich auf der Straße engagieren, die Essener Tafel für die rassistische Ausgrenzung kritisieren und gleichzeitig die politischen Ursachen und Verursacher_innen für Armut und Ausgrenzung einschließlich der staatlich ausgelagerten Armutsverwaltung angreifen und zwar ohne Betroffene zu selektieren.

Bevor jetzt wieder einige Verteidiger_innen von Frau Wagenknecht anfangen zu negieren und zu rechtfertigen, ich beziehe mich hier nicht nur auf den Artikel sondern insbesondere auf das Interview.

Also vorher anhören und dann zusätzlich in Zusammenhängen mit vorherigen Kritiken setzen, ergibt ein Gesamtbild, dass ich nicht als „links“ definieren würde sondern als nationalistisch, chauvinistisch und zutiefst bürgerlich-neoliberal.

Solidarität geht anders und schürt keine rechten, ausgrenzenden Neiddebatten!

http://www.deutschlandfunk.de/essener-tafel-wagenknecht-kritisiert-moralisierende-debatte.1939.de.html?drn%3Anews_id=854433

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