Indyvegan: Attila, der Patriot 

Von indyvegan 

Eine Patriotensuppe bitte
In einem Facebook-Posting vom 11. Februar 2017 bezeichnet sich der Kochbuchautor Attila Hildmann als „Patriot“ und bezieht sich positiv auf „deutsche Tugenden“. Weiter erklärt er, er sei „dankbar und stolz, in diesem Land leben zu dürfen“. Bebildert ist das Posting mit einem Kinderbild Hildmanns, auf dem er mit einer Deutschlandfahne zu sehen ist.
Der stellvertretende Bundesvorsitzende der V-Partei³, Michael Kneifel, nahm dieses Posting zum Anlass, Hildmann für die V-Partei³ zu gewinnen.
Hildmann gibt hier das wieder, was die Neue Rechte seit Jahren propagiert. Mit dem Begriff des „Patrioten“ bedient er sich eines Euphemismus für „Nationalist“, der vermeintlich weniger negativ belegt ist und die Abwertung anderer Nationen angeblich nicht beinhalte. Innerhalb der rechtsradikalen Pegida-Bewegung, „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“, hat die Selbstbezeichnung „Patriot*in“ eine ähnliche Funktion, wie die Bezeichnungen „Asylkritiker*in“ oder „besorgte*r Bürger*in“. Auch die neurechte Identitäre Bewegung nutzt diesen Begriff als Selbstbezeichnung. Dabei handelt es sich nicht um eine Begriffsaneignung, die einen vermeintlich harmlosen Begriff besetzt. Vielmehr ist es die Suche der neurechten, völkischen Bewegung nach Begriffen, die auch im bürgerlichen Spektrum noch positive Resonanz finden, ideologisch aber konsequent auf das hinleiten, was die neue Rechte politisch erreichen will.
Daran, dass Hildmann glücklich darüber ist, in einem sicheren und reichen Land leben zu dürfen, ist nichts auszusetzen. Warum er sich gleichzeitig als „Patriot“ versteht, der die deutsche Fahne schwenkt und vermeintlich „deutschen Tugenden“ huldigt, erklärt sich daraus nicht. Wie Hildmann bereits in der Vergangenheit zeigte, sieht er geflüchtete Menschen, als potenzielle Gefahren für Deutschland, die (siehe seine Forderung nach „Obergrenzen“) davon abgehalten werden sollten, nach Deutschland zu kommen. Damit bietet Hildmann ein hervorragendes Beispiel dafür, wie eng Patriotismus, Nationalismus und chauvinistische Einstellungsmuster beieinander liegen. Bereits in den Anfängen seiner Karriere als Kochbuchautor, als einige Tierrechtsaktivist*innen noch rätselten, ob seine Website ein „Fake“ sein könnte, bot er dort nicht nur ein Rezept für den „Fickenburger“ sondern auch die „Patriotensuppe“ an.
In den Kommentaren zu diesem Facebook-Posting erklärt ein Walter U.:
“ Falsch. Gründe keine Partei sondern ein neues, gesellschaftliches System welches dem Menschen, den Tieren und unserer Natur dient. Wir werden bewusst vergiftet und empathielos durch den Konsum von Fleisch, Zucker, Alkohol usw gemacht. Du wärst lediglich eine Schachfigur in ihrem Parteiendemokratiesystem.“
Hildmann markierte diesen verschwörungsideologischen Kommentar mit „gefällt mir“.
Wir haben unseren Artikel „Attila Hildmann – Rechtspopulismus und Smoothies für den Frieden“ um ein Update erweitert: http://indyvegan.org/attila-hildmann-rechtspopulismus-und-smoothies-fuer-den-frieden/
Quelle: https://www.facebook.com/AttilaHildmannOfficial/photos/a.309816819060323.67767.115883448453662/1440427019332625/?type=3

http://archive.is/t2WHx

„Weiter gehts, ihr Muschis! „

​Bitte, Angela, nur einmal
Weißte, große Fresse haben sie alle. Und was sie alles vollbringen wollen. Die Eliten abschaffen, die Macht wieder dem Volke geben und alles wieder great machen. 

Arschlecken! Alles nur Versager und Jammerlappen.

 

Amerika first und great again. Na, klar. Aber Krankenversicherung für alle? Weg mit dem Scheißdreck! Es war von great die Rede, nicht von gesund. Patriotisch sein heißt nicht unbedingt die Lebensumstände der Bevölkerung verbessern. Lieber die Steuern für Reiche senken und die Sozialleistungen kürzen. 

Die Liebe zum Land muss auch nicht so weit gehen, dass man es nicht verschmutzen darf. Umweltgesetze stören nur. Geschäfte machen. Business. Was springt am Ende dabei raus?

Warum schaffen wir nicht auch gleich wieder die Regeln für Banken ab, waren ja nur Millionen Amerikaner, die ihre Jobs und ihre Häuser verloren haben. 

Regeln sind etwas für Schwache. Lasst uns lieber zocken. Bis zur nächsten Weltwirtschaftskrise. 

Wenigstens dürfen Geisteskranke jetzt wieder Waffen besitzen. 

Ist nur fair, da der gestörteste im Land an den größten Waffen sitzt.  

Wir machen Amerika jetzt so was von great again. Große Klappe, aber dann nur rumheulen. 

Die Justiz, die Presse, keiner kauft die Klamotten meiner Tochter, wir importieren mehr als wir exportieren, blöde Merkel.
Orban! Ungarn ist einer der größten Nettoempfänger in der EU. Gehört zu den ärmsten Ländern in der Gemeinschaft. So schnell wie die Milliarden eintreffen, so schnell sind sie unter Orbans Freunden verteilt, so schnell kann keiner EU buchstabieren. 

Aber nur am Schimpfen. Blöde EU, blöde Merkel, blöde Flüchtlinge, blöde Juden. 

Trotzdem große Fresse. Tun so, als würden sie ganz Europa regieren. Und viele Deutsche so: „Oh, geil. Warum ist es hier nicht so toll wie in Ungarn?“
Oder diese Rechtspopulisten, die jetzt überall aus ihren Löchern kommen. 

Wenn ich allein schon diesen Strache höre: „Österreich steht am Abgrund! Das Land wurde gegen die Wand gefahren! Wir sind am Ende!“ Heul, winsel, jammer. 

Es muss so schlimm sein in Österreich. Kriminalität, Morde, Straßenschlachten. 

Soll das etwa eine Abschreckung für Flüchtlinge sein? 

Gut, sagt sich der Flüchtling, in meiner Heimat herrscht Krieg, wir haben nichts zu essen und kein Trinkwasser. Terror-Banden ziehen umher, vergewaltigen, entführen und schlitzen den Leuten die Kehlen durch. Aber hey, immer noch besser als Österreich!

Keine Ahnung, was Österreich so alles produziert, aber wenn ich auf dieses negative Gequatsche auch nur ein Schiss geben würde, ich würde es mir nicht kaufen, weil ich Angst hätte, dass vor Ablauf der Garantie das Land untergeht. Heißen dann womöglich nur noch Österarm und ich bleibe auf meinem kaputten Scheiß sitzen. 
Der einzige echte Mann unter diesen Versagern und Heulsusen ist die kleine Frau aus dem Osten. 

Habt Ihr sie in letzter Zeit jammern hören oder gesehen, dass sie vor Problemen und Krisen zurückschreckt?

Sie steht da, die Finger zur Raute geformt, Eier so groß wie Abrissbirnen und kennt keine Furcht. 

Egal, wie stark der Gegenwind ist, wie sehr sie beschimpft wird und der Hass ihr entgegenschlägt.

Immer ruhig, sachlich und optimistisch, jede Krise bewältigen zu können. 

Flüchtlinge, Zerfall Europas, Wirtschaftskrisen? Kein Geheul, kein Jammern. Wir schaffen das! Ich schaffe das! Ich regle das! Ich kümmere mich darum! 

Der Riese in Europa und vielleicht sogar in der Welt, auf den sich alle verlassen können. 
Ich an ihrer Stelle würde einmal, wirklich nur einmal, vor die Mikrofone treten und sagen:

„Was, lan, was? Wir sind wieder Exportweltmeister. Das dritte Mal in Folge, ihr Bitches!

Arbeitslosigkeit ist auf dem tiefsten Stand seit langem! 

Steigende Löhne und Renten!“

Dann würde ich ein Stapel Hunderter aus der Tasche ziehen und sie wie im Stripclub von meiner Handfläche regnen lassen. 

„Rekord-Haushaltsüberschuss, Amina koyum!“
Dann würde ich den Rednerpult um treten und in den Jubel hinein „Weiter geht’s, ihr Muschis!“ rufen. Dann, mit ausgebreiteten Armen, in dem zweiten, lauteren Jubel baden und daraufhin den Saal verlassen, ohne mich nochmal umzudrehen.
Bitte, nur einmal. Nur ein einziges Mal, Angela. 
Sahin Karanlik

Aufarbeitung der Aufarbeitung 

​Save the Date. Veranstaltung in Berlin zum Umgang mit Geschichte der #DDR:

Die #DDR neu denken?!
Eine Veranstaltung der Ema.Li.Berlin u.a. mit Anne Helm und Karsten Krampitz am Freitag, den 24. Februar ab 19:00 Uhr im Karl-Liebknecht-Haus, Rosa-Luxemburg-Saal.
„Die Vielzahl der Reden auf Gedenkveranstaltungen zur SED-Diktatur wie auch der Wortmeldungen im „Fall Holm“ haben gezeigt, dass wir im Kontext mit der DDR bis heute über keinen praktikablen Herrschaftsbegriff verfügen. Dabei hat es an Vokabeln nicht gefehlt: Unrechtsstaat, Parteidiktatur, Homunculus sovieticus oder autoritärer Fürsorgestaat. Doch keine dieser Bezeichnungen hat sich durchgesetzt, ist von der Mehrheit der Leute, die in der DDR gelebt haben, angenommen worden. Wir können sagen, worum es sich beim Kaiserreich gehandelt hat, bei der Weimarer Republik und auch beim Dritten Reich. Zur DDR aber fehlen uns die Worte. Denn was auch immer man dem SED-Staat vorwerfen kann, er war an keinem Angriffskrieg und an keinem Völker- und Massenmord beteiligt.

Der „Fall Holm“ hat gezeigt, das die Aufarbeitung der Geschichte der DDR dringender Nötig den je ist. Eine Aufarbeitung, jenseits von Verteufelung und Heroisierung. Ein dritter weg der Aufarbeitung der Geschichte der DDR sozusagen. Ist es an der Zeit, die DDR neu zu erzählen? Ohne dass Staat und Gesellschaft gleichgesetzt, nicht verklärt und schon gar nicht dämonisiert werden.“

„Besorgte“ Bürger am #DresdenMonument: Was ist bloß schief gelaufen? 

Via „Blogrebellen“

„Ich sitze fassungslos vor dem Rechner, gucke dieses Video und verstehe nicht, was ich da sehe. Woher kommt der ganze Hass und dieser Frust? Ich verstehe dieses „ihr da oben“ und „wir hier unten“ nicht. Sie macht sich selbst klein und hat ein klares Feindbild vor den Augen. Sie ist nicht bereit in den Dialog zu treten, sich eine (andere) Meinung anzuhören. Sie weiß alles. Wie geht man mit solchen Menschen um? Was ist da nur falsch gelaufen?“ Beitrag
 

Geschichtsunterricht a la Bernd Höcke?

​Die Kürzung der historischen und politischen Bildung an Schulen ist ein großes Problem bei der Bekämpfung des völkischen Nationalismus:
„(…) Die historische Unbildung erleichtert es Populisten wie Björn Höcke, ihre Thesen zu verbreiten. In seiner berühmt-berüchtigten Dresdener Rede reißt Höcke eine Reihe historischer Ereignisse und Bewertungen hemdsärmlig aus dem Zusammenhang. Begründungslos behauptet er, die „rhetorisch wunderbare“ Weizsäcker-Rede von 1985 sei „eine Rede gegen das eigene Volk“. Überhaupt werde in den Schulen, so unterstellt der gelernte Geschichtslehrer, die deutsche Geschichte „mies und lächerlich gemacht“.
Man möchte sich gar nicht ausmalen, wie Geschichte unterrichtet würde, wenn die AfD an die Macht käme. Dass sie das will, spricht Höcke klar aus. Mit Grundwissen über das 20. Jahrhundert ließe sich voraussagen, wie seine Partei als „die letzte friedliche Chance für unser Vaterland“ sich „unser Deutschland Stück für Stück zurückholen“ würde.(…)“

Beitrag 

Lafontaine: Angst statt Hoffnung

Der König des Saarlandes und Ikone der Linkspartei hetzt wieder gegen Flüchtlinge und stellt sich damit zum wiederholtem Male gegen das LINKE Parteiprogramm. Der Ehemann und Einflüsterer von Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht positioniert sich damit erneut in die Nähe der AfD.

„Oskar Lafontaine, Spitzenkandidat und Fraktionschef der Linken im Saarland, hat sich für eine konsequente Steuerung der Zuwanderung ausgesprochen. Letztlich müsse „der Staat darüber entscheiden können, wen er aufnimmt. Das ist nun mal die Grundlage staatlicher Ordnung“, sagte Lafontaine im Interview der „Welt“. „Wer illegal über die Grenze gekommen ist, der sollte ein Angebot bekommen, freiwillig zurückzugehen. Wenn er dieses Angebot nicht annimmt, bleibt nur die Abschiebung.“ Beitrag in der „Welt“

Aus dem Programm unserer Partei DIE LINKE:
„Menschen, die vor Menschenrechtsverletzungen, Kriegen und politischer Verfolgung geflohen sind, dürfen nicht abgewiesen oder abgeschoben werden. Wir fordern die Wiederherstellung des Grundrechts auf Asyl und kämpfen gegen die Illegalisierung von Flüchtlingen, gegen Abschiebungen, gegen jede Form von Sondergesetzen wie die Residenzpflicht sowie gegen Sammellager. Die Abschottungspolitik der EU ist unmenschlich – wir wollen keine Festung Europa. DIE LINKE richtet ihre Flüchtlingspolitik nach Humanität und Menschenrechten, so dass der Schutz von Menschen in Not im Vordergrund steht und nicht ordnungspolitische oder ökonomische Überlegungen. Deshalb setzt sich DIE LINKE für die Abschaffung der Grenzschutzagentur FRONTEX ein, die das wichtigste Abschottungsinstrument der EU darstellt.“

„Sozial. Gerecht. Für Alle.“
Ja: Für Alle. Und der Titel der mit großer Mehrheit beschlossenen Wahlstrategie DIE LINKE zur Bundestagswahl 2017 heißt: „Hoffnung statt Angst.“ und nicht, wie es Lafontaine verbreitet: „Angst statt Hoffnung“.

Nicht für die AfD! 

​Die Juristin, die nicht für einen völkisch schwadronierenden #AfD -Anwalt arbeiten möchte… 
Respekt! 👍⚖