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Unterstützung für teddyzweinull: Mehr Freiräume für Alle im Prenzlauer Berg!

Mehr Freiräume für Alle im Prenzlauer Berg!

Der Prenzlauer Berg gehört zu einem der am dichtesten bebauten Stadtteile, sein Kinderreichtum ist fast legendär. Zwangsläufig ergibt sich dadurch ein erhöhter Platzbedarf für Kitas, Schulen, Jugend-einrichtungen, Kulturangebote und für ausgedehnte Grünflächen. Mitten in unserem Stadtteil gibt es am Ernst-Thälmann-Park-Areal noch jede Menge Potential für solche Zwecke bietet.
Wenn jetzt nicht die falschen Entscheidungen getroffen werden, könnte hier ein neues öffentliches Zentrum für den Prenzlauer Berg entstehen, das eben die Freiräume schafft, die man in der Großstadt so dringend braucht.

Leider plant die Bezirksregierung, ausgerechnet unter rot-grüner Mehrheit, derzeit in die völlig falsche Richtung: sie hat ein städte-bauliches Konzept in Auftrag gegeben, dass vor allem die profitorientierte Verwertung der noch öffentlichen Immobilien und eine massive Neubebauung ermöglichen soll.

Unser Konzept hingegen sieht an dieser Stelle eine großflächige Parklandschaft entlang der Ringbahn vor: ein durchgehender, breiter Grünzug ohne jede neue Bebauung vom Planetarium an der Prenzlauer Allee bis zum vorhandenen Saefkow-Park, verbunden mit einer schon vorhandenen Brücke über die Greifswalder Straße.

Informiert Euch auf http://www.teddyzweinull.de über die Entwicklungen, unser Alternativkonzept und diskutiert mit. Dort könnt Ihr auch ganz einfach mit ihrer E-Mail unsere Kampagne unterstützen. Über eine Verlinkung auf Eure Seiten würden wir uns auch sehr freuen!

Kontakt: kontakt@teddyzweinull.de

Denk mal Denkmal, Thälmanndenkmal

Die Lage am Samstag war entspannt. 60 Menschen putzten den Park, die 3-4  jungen Liberalen fielen nicht auf, die stalinistischen Verbände und Sekten der Gegendemo randalierten nicht, nach 1 Stunde war der Spuk vorbei.

Angekündigt war die Sprengung des Thälmanndenkmales durch die Jungen von der FDP. Daraufhin versammelten sich die linksradikalen Gruppen zur Verteidigung. Ein Sturm im Wasserglas, der bei denen zum Putzen Gekommenen von der Anwohner-Ini gar nicht ankam oder einfach ignoriert wurde. Dass sich das Denkmal als polarisierende Projektionsfläche verschiedener ideologischer Ansätze zur Geschichtsaufbereitung eignet, dafür kann ja keiner was. Schon gar nicht die Anwohner*innen, die dem aufgebauschten Spektakel gar nichts abgewinnen konnten.

Entspannt und locker kann man dem Denkmal begegnen. Es ist nun mal da und so schnell nicht weg zu kriegen. Steht es doch unter Denkmalschutz und eignet sich als geschichtsaufklärenden Ort in einer Stadt mit soviel Geschichte.

Auch der Name Thälmannpark hat sich in das öffentliche Gedächtnis eingeprägt, Bewohner, Zugezogene, öffentliche Institutionen und nicht zuletzt Immobilienhändler benutzen ihn völlig selbstverständlich und unideologisch. Er sollte kommentiert werden, aber nicht verschwinden.

Warum auch, hat man in dem antikommunistischen Wahn der Siegermacht BRD schon mehr als nur sozialistische Propaganda vernichtet. Ganze Biographien, komplexe Geschichten und differenzierte Geschichte wurde dem Sturm des Beitrittes der DDR zur BRD geopfert. Darüber sollte man jetzt hinweg sein, paranoider Antikommunismus als Totschlagkeule sollte längst überwunden sein.

Apropos Geschichtskitterung, Ignoranz von ostdeutschen Biographien und penetranter Antikommunismus: Gauck mit seiner konstanten Umwidmung von DDR-Geschichte, mit seiner Interpretation von Freiheit als Instrument eines konsequenten Sozialdarwinismus und mit seinem Verrat an eine Bevölkerung, die zwischen Rügen und dem Thüringer Wald zwischen 1949-89 gelebt hat, ist die perfideste Rache der Sieger  an das ostdeutsche Volk.

Der Name und das Denkmal müssen bleiben, nicht weil ich ein notorischer Nostalgiker bin und auch kein Verfechter des Stalinisten Ernst Thälmann, sondern weil ich für differenzierte und behutsam aufbereitete Geschichte in dieser Stadt bin, weil ich für einen ambivalenten, relaxten und reflektierten Umgang mit Zeugnissen der wechselhaften Historie des Thälmannparkes und der Stadt bin.

Liebe Jungliberale Nordberlin: Sommerputz statt Sprengung

Liebe FDP, liebe Jungliberale, liebe Jungliberale Nordberlin,

wie man aus Eurer Terminplanung ersehen kann, plant Ihr eine Sprengung des Ernst-Thälmann-Denkmales im Thälmannpark. Das passt super, da die hier ansässige Anwohner-Initiative zeitgleich einen Sommerputz im Park veranstaltet. Ein von der BSR und der GEWOBAG unterstütztes bürgerliches Engagement zur Säuberung des wunderbaren Thälmannparkes wird am Kiezteich beginnen.

Ich erkenne die von Euch geplante Unterstützung der Anwohner*innen mit der Terminüberschneidung mit dem Putz als cleveren Schachzug an, könnt Ihr hier gleich ein Zeichen für das gewünschte private Engagement in Bereichen, wo sich der Staat zurück zieht, setzen und Euch neue Freunde und Wählerpotenziale schaffen. Ihr könnt schon um 9.00 Uhr oder aber um 13.00 Uhr mit einsteigen. Jede Hand wird gebraucht. Auch eine an harter Arbeit nicht gewöhnte FDP-Hand der smarten Jungliberalen aus Nordberlin. Es ist immer mal das erste Mal.

Vielleicht verzichtet Ihr gleich auf den ideologischen Gewaltakt (man könnte ja meinen, ihr seid geschickt worden!) und kommt gleich zum Arbeiten. Die Mutterpartei, die ja jede Stimme für den Bundestag benötigt, wird es Euch sicher danken.

Es ist immer freundlicher und lebensbejahender, für was zu sein, als gegen was vorgehen zu müssen. Also viel Spaß am Samstag!

Altlasten in großer Tiefe – Grundwasserreinigung in den nächsten Jahrzehnten notwendig

Anwohner-Initiative Ernst-Thälmann-Park

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz hatte gestern gemeinsam mit dem zuständigen Ausschuss der BVV zu einer Veranstaltung in die BVV Pankow eingeladen, um die Bevölkerung im Thälmannpark-Areal und in den umliegenden Kiezen über den momentanen Stand der Altlastensituation zu informieren. Auf dem Gebiet des Thälmannpark-Areals befand sich zwischen 1873 und 1982 ein Gaswerk im Betrieb, welches sich über einen Großteil des heutigen Areals erstreckte:

Gaswerk Thälmannpark

Die gute Nachricht ist, dass nach heutigem Kenntnisstand keine Gefahr für die Bevölkerung auf der Oberfläche ausgeht, da die Schadstoffe im Verlauf von vielen Jahrzehnten mittlerweile große Tiefen (10 bis > 20 Meter unter Geländeoberkante) erreicht haben und durch aufwändige Bodenaustauschmaßnahmen in den letzten beiden Jahrzehnten davon ausgegangen werden kann, dass bis in Tiefen von 5 Metern unter Geländeoberkante keine Schadstoffeintragungen mehr vorhanden sind, wobei wohl nicht alle potentiell betroffenen Gebiete des ehemaligen Gaswerkes mit der gleichen Aufmerksamkeit untersucht worden sind. Es wird aber davon…

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AI Thälmannpark: Von Anwohner*innen für Anwohner*innen

Als wir beginnen wollten, strömten immer noch die Leute in die schon recht ordentlich gefüllten Wabe. Die im Dezember 2012 gegründete Anwohner-Initiative Thälmannpark (AITP) lud zum Informations-und Mitmachabend ein.

Zu Beginn der Präsentation der Situation im Thälmannpark-Areal waren es über 100 Menschen, die sich voller Erwartung zunächst informieren wollten. Mit anschaulichen Bildern wurde Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Thälmannparkes dargestellt. Energetische Sanierung der Plattenbauten, architektonische Irrläufer, wie der Prenzlauer Bogen, die Anlage um den Kiezteich waren ebenso Themen, wie auch die Altlastensituation und die Vernachlässigung der Parkanlagen. Das aus unserer Mitte erarbeitete Wissen war für viele Anwesende neu und höchst interessant. Auch die Intervention eines der Immobilien-Investoren konnte den Eindruck eines fundierten und kenntnisreichen Vortrages nicht trüben.

Im zweiten Teil der Veranstaltung waren die Anwesenden aufgefordert, Ideen, Fragen, Kritik zu äußern und sie an zur Verfügung gestellten Wänden zu dokumentieren. Die Frage „Wie wollen wir hier leben?“ sollte ganz praktisch von den Anwohner*innen mit beantwortet werden.  Zu verschiedenen Themen konnte man seine Gedanken verschriftlichen, die dann Teil einer zusammenfassenden Dokumentation werden soll.

Die Aufforderung zur Selbstermächtigung der hier wohnenden und arbeitenden Menschen durchzog den Abend in der Wabe und war von der Anwohner-Initiative ausdrücklich so gewünscht. Dem bisherigen Feedback ist zu entnehmen, dass die Veranstaltung ein Erfolg war, dass die Wünsche, Befürchtungen, Anliegen und Ideen der Bewohner*innen eine Plattform gefunden haben und das der Wunsch zum Mitgestalten allgegenwärtig ist.

Dialog und Zusammenarbeit mit allen Protagonisten im Areal sind gewünscht, das selbstständige und autonome Agieren der Initiative gilt aber als Grundlage des Handelns.

Raik von der AITP

Wie geht es weiter?

Hier auch ein Beitrag zur Anwohner-Versammlung in der Wabe.

Thälmannpark: Kirchnershow mit Nebelkerzen

Die von Stadtrat Kirchner initiierte Auftaktveranstaltung des Bezirksamtes Pankow zur Erschließung des Thälmannparkes lässt mehrere Fragen offen, die Bewohnern und Interessierte auf den Nägeln brennen. Es gab keine klaren Aussagen, sondern nur Willensbekundungen. In der Aufteilung von Privat- und öffentliche Grundstücke wird deutlich, dass ein gewünschtes Gesamtkonzept kaum möglich ist. Warum die Firma Stadtbau mit der Erschließung des Areals beauftragt wurde, ist nicht jeden Besucher klar geworden. Auf Privatgrund ist nun mal die Einflussfähigkeit des Amtes sehr begrenzt. Wenn hier nach gut dünken bebaut werden kann, ist eine Gesamtkonzeption überflüssig. Der Aufruf zur Mitgestaltung und Mitarbeit bleibt somit eine Farce. Wie sollten die Anwohner Chancen zur Mitbestimmung haben, wenn selbst der Politik bei Privatgrund die Hände gebunden sind und der Drops bei vielen Bauvorhaben eh schon gelutscht ist. Der Einfluss, den solche Häuser, wie der Prenzlauer Bogen, auf das gesamte Areal, auf Mietspiegel und Durchmischung haben, ist immens und beeinflusst künftige Handlungsoptionen. Partizipation bleibt Makulatur.

…und hier schon der erste Beitrag zur Veranstaltung.

Thälmannpark: Anwohner wollen mitreden

Von der Wirkung von Bürgerinitiativen bei der Stadtgestaltung

…wenn du einen Sumpf trocken legen willst, solltest du nicht die Frösche fragen…“ Alte Volksweisheit

Getreu diesem Spruch agieren mittlerweile die Immobilienwirtschaft und die Berliner Politik. Das Ergebnis sind, zum Beispiel, durchgentrifizierte und homogenisierte Stadtquatiere im Prenzlauer Berg. Die spröde Bürgerlichkeit hat hier Buntes und Kreatives, Lautes und Durchmischtes verjagt und dem Bezirk einen uniformen Style verpasst. Sind Bürger*innen an diesen Prozessen beteiligt gewesen, haben sie Widerstand leisten können, konnten sie was mit ihrer Präsenz verändern und bewirken?

Ich treffe Veronica (Name geändert) in der Nähe des Planetariums mitten im Park. Sie entsorgt Silvesterknaller und Unrat aus der Neujahrsnacht. Es ist eine der ersten gemeinsamen Aktionen der Aktivgruppe der neugegründeten Anwohner-Initiative Thälmannpark. Die Gruppe muss sich noch finden, man will sich kennenlernen und versucht ein Selbstverständnis zu definieren. Die Organisation einer Einwohnerversammlung zum Thema „Wie wollen wir hier leben“ steht als Nächstes auf der Agenda.

Der Thälmannpark, eines der letzten, potentiellen Entwicklungsgebiete im Prenzlauer Berg, steht noch da, wie ein ungeschliffener Diamant. Besonders die exponierte Lage wecken Begehrlichkeiten und der „Verwertungsdruck“ droht städtebauliche Konzeptionsversuche zu überlagern. Immobilienwirtschaft und Bezirkspolitik verstehen sich als Gestalter, vollendete Tatsachen, wie erlassende Baugenehmigungen für „Filetflächen“, stehen der Entwicklung einer Gesamtkonzeption entgegen. Das lässt die Bürger alt aussehen. Ihre Mitgestaltungs-Plattformen sind in diesen Prozessen noch nicht eingebunden, ihnen bleibt zunächst nur die ohnmächtige Reaktion auf die in hoher Taktzahl stattfindenden Ereignisse.

Dass sich was verändern wird, ist Veronica und vielen anderen Bewohner*innen des Parkes klar. Aber Angst vor Veränderungen ist ein unangenehmer Begleiter von Motivation und Kreativität. Auch Veronica hat Angst, bewohnt sie doch, wie die meisten Anwohner*innen, eine post-sozialistischen Platte, die zentraler Teil des 1988 gestalteten DDR-Wohngebietes „Ernst-Thälmann-Park“ war. Mietstabilität und höhere Bebauung des Parkes sind zentrale Befürchtungen. Sie wünscht eine behutsame Umgestaltung, die die Befindlichkeiten und Wünsche der Bewohner*innen berücksichtigt.

Die Geschichte des Mauerparkes zeigt, wie paralysiert sich Bürgernetzwerke und Anwohner-Initiativen fühlen können, wenn Bezirksamt und Bauunternehmer in trauter Zweisamkeit das Tafelsilber verscherbeln und Wünsche der Betroffenen kaum oder nicht berücksichtigen. Sie nutzen einfach die Freiräume, die ihnen ordnungspolitisch und rechtlich zur Verfügung gestellt werden. Das Nordareal des umstrittenen Parkes wird, zum Beispiel, nun nach Gutdünken des Immobilienunternehmens Groth-Gruppe bebaut und fügt sich in kein städtebauliches und soziales Grundkonzeptes. Ein angesetzter Dialog mit einer Bürgerwerkstatt ist als Feigenblatt für Politiker, die Mitsprache und -gestaltung propagiert haben, verkommen. Die vom Investor angekündigten Einheiten mit sozial-verträglichen Mietpreisen sollen, wenn überhaupt, von der Politik finanziert werden. Die öffentliche Hand hat natürlich kein Geld dafür, also bleiben sie weg. Beteiligte Bürgerinitiativen , die sich gerade für finanzierbaren Wohnraum und eine gesunde soziale Mischung einsetzten, müssen bei null anfangen, Widerstand muss sich neu formieren.

Das sich aber Widerstand, der sich nicht ans Ordnungspolitische hält, lohnen kann, zeigen mehrere Beispiele aus jüngster Zeit. Die Rentnerinnen der Stillen Straße hätten ohne ihre theoretisch strafrechtlich zu verfolgende Hausbesetzung ihren Nachbarschaftreffpunkt verloren. Die Kurt-Tucholsky-Bibliothek im Bötzowviertel wäre verschwunden, hätten sich nicht ebenfalls Anwohner*innen zu ihrer Besetzung zusammen gefunden. Die Politik verstand diesmal die Signale und erfüllte Forderungen der Besetzer*innen. Menschen in ihrem Willen nach Durchsetzung ihrer nachvollziehbaren Wünschen sind hier einfach einen Schritt weiter gegangen, als sich dem „Realitycheck“ zu beugen.

Blockaden und Okkupationen sind Formen des Widerstandes, die sehr gut die Selbstermächtigung von Menschen darstellen. Wenn die Gründe zum Agieren bei vielen Betroffenen angekommen sind und in Handlungen umgesetzt werden, symbolisiert der Widerstand eine wirkungsvolle Art der Einflussnahme. Ziviler Ungehorsam bedeutet eine entwickelte Emanzipation und ist ein fortschrittliches Stadium des Demokratieverständnisses.

Veronica hat die Aktiven-Gruppe herbei gesehnt. Sie folgt lieber Leuten mit Ideen als anzuführen und Impulse zu setzen. Zur Einwohner-Versammlung in drei Wochen werden Veronica und die zu erwartenden Gäste aber zur Mitarbeit und -gestaltung aufgefordert werden. Zu verschiedenen Themen sind Ideen zur Umgestaltung der Wohngegend gefragt. Als Ergebnis sollte ein selbst entwickelter Entwurf der Bürger*innen stehen, der aufzeigt, wie die Menschen hier leben wollen.

Der Anwohner-Initiative Thälmannpark kann man nur raten, sich die Möglichkeit zu schaffen, autonom agieren zu können, auf Augenhöhe den Protagonisten der aus Wirtschaft und Politik geleiteten Stadtentwicklung gegenüber zu treten und eigene Befindlichkeiten und Begehrlichkeiten zu artikulieren, weiter zu entwickeln und sie als gestalterisches Element vertreten zu wollen. Ihr sollte die Bereitschaft innewohnen, auch über ihre eigenen Grenzen hinweg gehen zu müssen. Die Chance, als ernst zu nehmender „Player“ auf urbane Entwicklungen der Stadt Einfluss zu nehmen, ist da, bedarf aber Aktionswillen, Geduld, Konsequenz und Fachkenntnis vieler Bürgerinnen und Bürger.