Schlagwort-Archive: Das Problem ist Rassismus

Heute ist internationaler Tag gegen Rassismus

Pro Asyl: Heute ist internationaler Tag gegen Rassismus. Da gibt es leider nichts zu feiern. Rassismus trifft nach wie vor viele Menschen. Manche jeden Tag. Und manche tödlich.

Dieser Tag ist daher ein Tag zum Kämpfen. Gegen den Rassismus von Rechtsextremen. Gegen den Rassismus in der deutschen und europäischen Migrations- und Asylpolitik. Gegen den Rassismus in der Nachbarschaft.

Doch wie soll das gehen? Das geht. Nicht an einem Tag. Und auch nicht bis Übermorgen. Aber jeden Tag ein bisschen. Wir haben Tipps zusammengestellt, was Ihr tun könnt. Vieles davon geht relativ einfach, auch im Alltag:

Vorurteilen Argumente entgegensetzen! – Flüchtlinge willkommen heißen! – Rechte Hetze bekämpfen!

http://www.proasyl.de/de/home/gemeinsam-gegen-rassismus/

Erhebt Eure Stimmen und lasst die Opfer nicht allein. Kämpft mit uns‪#‎GemeinsamGegenRassismus‬. Danke.

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+++ TEILEN +++ Demo wegen Anschlägen in Berlin +++ TEILEN +++

Schon wieder Hellersdorf, schon wieder Nazis, schon wieder Angriffe. Deswegen demonstrieren wir am morgigen Samstag, den 4. Januar 2014, erneut durch Hellersdorf. Um 14 Uhr startet die Demonstration am Alice-Salomon-Platz (U5 / U-Bhf. Hellersdorf). Für solidarische Menschen aus der Innenstadt gibt es einen Vorabtreffpunkt: 13:30 Uhr auf dem Vorplatz des S-Bhf. Frankfurter Allee.

In der Silvesternacht wurde die Unterkunft der Geflüchteten in Hellersdorf durch gezieltes Ankleben kräftiger Böller an mehreren Stellen beschädigt, Fenster im Eingangsbereich wurden aufgesprengt. Auch die Räumlichkeiten einer Hilfsorganisation in Hellersdorf wurden eine Nacht zuvor auf die selbe Art beschädigt. Zu dem Anschlag auf die Unterkunft bekannte sich indirekt die altbekannte Bürgerinitiative Marzahn-Hellersdorf unter ihrem neuen Namen „Bürgerbewegung Hellersdorf“ auf Facebook.

Gegen diesen Naziterror gehen wir auf die Straße. Wir stellen uns solidarisch zu den Geflüchteten, die in diesem rassistischen Umfeld leben müssen und wir lassen uns in unserer Solidarität und Hilfe und unserem Engagement gegen die Faschisten nicht einschüchtern. Kein Fußbreit den Nazis und Rassist_innen!

+++ TEILEN +++ Demo wegen Anschlägen in Berlin +++ TEILEN +++

Alltagsrassismus: Drei Beispiele (Wetten dass…?, Ohrlauer Str., Hermes)

Vage Täterbeschreibung (männlich schwarz) – Polizeieinsatz an der Ohrlauer

„Hier zur laufenden Info direkt aus der besetzen Schule zum derzeit laufenden Polizeieinsatz. Polizei sucht angeblich weiter Täter und Tatwaffe zu einer Auseinandersetzung außerhalb der Schule, bei der es zwei Leichtverletzte gegeben haben soll. Als Vorwand soll die Behauptung bzw. Hinweise dienen, dass der Täter in die Schule gelaufen sein soll. Die vage Täterbeschreibung (männlich schwarz) nutzt die Polizei scheinbar dankbar in Anlehnung an Racial Profiling zum Abfotografieren und zur Identitätsfeststellung aller männlichen, schwarzen Personen die in dieses vage Profil passen könnten. Dabei sollen die Betroffenen nach ihrem Status getrennt isoliert in Handschellen gehalten werden, was insbesondere für Menschen ohne Papiere oder auch Betroffene von Dublin II eine Gefahr dastellt. Einige Menschen mit Papieren konnten wohl die abgesperrte Zone schon verlassen. Anwäten und Unterstützer_innen wird der Zutritt u.a. mit Verweis auf Spurensicherung verweigert. Weitere Infos hier: Linker Volksverräter @Riotbuddha 1m: 0156 fast alle nicht-weißen Männer vom Schulgelände sind kontrolliert. Polizei kündigt Ende des Einsatzes in 30 Minuten an. ‪#‎rfcamp‬ ‪#‎ohlauer‬Quelle

„Ich bekam mein Paket nicht, weil ich schwarz bin“

„Als der Paketbote von Hermes kam, war Joyce N. aus Dorsten nicht zuhause. Sie hatte Schuhe für ihren sechsjährigen Sohn zu Weihnachten bestellt. Doch als sie später im Hermes-Shop ihr Weihnachtspaket abholen wollte, erlebte sie etwas, das sie kaum noch für möglich gehalten hätte: Die Mitarbeiterin wollte ihr das Paket nicht geben, weil Joyce N. schwarz ist. Angeblich dürfe man keine Pakete an Schwarze ausgeben. Joyce N. rief die Polizei zur Hilfe, doch die Shop-Mitarbeiterin blieb zunächst weiter stur.“ weiterlesen und Video

Das rassistische Blackfacing in einer Samstagabendshow des ZDF

Offener Brief an die ZDF-Wetten dass…? Redaktion – Schockiert über die Saalwette der Sendung in Augsburg (14.12.2013)

Darum:

http://festivalgegenrassismus.wordpress.com/2013/12/16/2397/
„Wir brauchen für diesen Tag ganz viele Banner, die zum Thema Rassimus, europ. Asyl- und Geflüchtetenpolitik, Fortress Europe, Frontex/Eurosur, Borders, Lampedusa, Dublin etc. passen, da wir noch eine weitere Aktion planen. Wäre toll, wenn ihr euch mit Freund_innen, euren Gruppen und Initiativen zusammenfinden und bannern könntet, damit wir alle diese bei unserer Aktion einsetzen können. Bitte gebt die banner einfach bis spätestens mittwoch, den 18.12.2013 zwischen 9.30 und 10.15 am Infopoint am Oplatz ab…wenn ihr wissen wollt, was dann mit den bannern passieren wird, kommt einfach am mittwoch nach abgabe deadline mit. es wird vor ort wer sein, der den weg kennt;)….“

 

Link

…und das ist schon morgen: Lärmdemo gegen Nazis und Rassisten am Frankfurter Tor

EXTREMIST_IN

Von Carridwen:

The-Legend-of-Zelda-Episode-12--The-Missing-LinkVielleicht kennt ihr das.
Ich werde von Menschen, die ich nicht mehr jeden Tag sehe, als Extremistin bezeichnet. Es ist ein ganz spontan gewählter Begriff, um mich zu beschreiben.

Mir tut das weh, von alten Freunden oder Familie so genannt zu werden. Sie wissen meistens gar nicht, was sie da tun. Ich versuche ihnen zu erklären, warum es weh tut auf die gleiche Stufe gestellt zu werden mit Rechts-Extremist_innen, die mit ihrerer rechten Ideologie für das Gegenteil einer freien, offenen Gesellschaft stehen. Warum Rechts und Links überhaupt nicht vergleichbar sind und schon gar nicht über den Begriff “Extremismus”, könnt ihr hier noch mal nachlesen.

Nachdem ich diesen Menschen erklärt habe, warum ich nicht Extremistin genannt werden möchte, warum sie aufhören sollten, Menschen Extremist_innen zu nennen und warum sie sich damit einen politischen Kampfbegriff aneignen, der Nazis verharmlost und der Politik hilft, Antifaschismus zu kriminalisieren … nachdem das alles passiert ist, kam ich dann vor kurzem zu dem Punkt, dass mir erklärt wurde, warum überhaupt das Wort “extrem” verwendet wurde: weiterlesen

Schneeberg: Den Rassist_innen reingrätschen, das Erzgebirge aufrollen!

Antirassistisches Infoportal Hellersdorfs FotoMorgen aus Berlin nach Schneeberg! Heute noch die Busfahrkarten abgreifen! Den Rassist_innen reingrätschen, das Erzgebirge aufrollen!

Busse aus ganz Deutschland fahren am morgigen Samstag nach Schneeberg, um dem Volksmob aus Rassist_innen und Nazis sich entgegenzustellen. Menschen aus Leipzig, Hamburg, Berlin, Göttingen, Rostock … da kommt einiges zusammen. Schließt euch an, in Solidarität zu den Geflüchteten in Schneeberg.

+++ Karten +++
KARTEN in folgenden Locations:
Red Stuff (Waldemarstraße 110, Kreuzberg),
Veganladen Dr. Pogo (Karl-Marx-Platz 24, Neukölln)
Buchladen Schwarze Risse (Gneisenaustr. 2a, Kreuzberg)
Asta TU (Straße des 17. Juni 135, Tiergarten)

Freitag: SO36 (Oranienstr. 190, Kreuzberg) /// Siempre Antifascista Festival /// 18.30 Uhr

++++ Informationen ++++
Am Samstag, den 16. November ruft die NPD gemeinsam mit dem wütenden Bürgermob zu ihrem 3. „Lichtellauf“ nach Schneeberg auf. Rassistische Fackelmärsche à la NSDAP gilt es sich entgegenzustellen und ähnliche Verhältnisse wie in Rostock, Hoyerswerda, Mölln … etc. … zu verhindern!

In Schneeberg zeigt sich das unverblühmte Gesicht eines breit in der Gesellschaft vorhanden Rassismus, verkauft unter dem Deckmantel von angeblichen „Ängsten“. Seit Wochen laufen die rassistischen „Wutbürger_innen“, in der einen Hand einen Neonazi und in der anderen Hand eine Fackel durch ihren ach so idyllischen erzgebirgischen Kleinstadtcharakter. „Wir sind das Volk“ hallt durch Straßen und über Plätze, was verdeutlichen soll, dass die Geflüchteten weder willkommen noch in ihrer arischen Volksgemeinschaft eine Platz haben sollen. Nach einer Verdoppelung der Teilnehmer_innenzahlen beim 2. Fackelmarsch, wollen sie ihre völkisch-nationalistische Mobilisierung am 16. November noch einmal auf die Spitze treiben. Dagegen wird es unterschiedliche Gegenaktivitäten geben. Auch wir wollen, gemeinsam mit protestierenden Refugees für ihre Rechte und gegen rassistische Ausgrenzung kämpfen sowie mobilisieren – in Schneeberg und überall! Deshalb wird derzeit bundesweit nach Schneeberg mobilisiert und auch aus Berlin wird es Busse geben. In Kürze wird es weitere Infos zum Bus-Ticketverkauf geben.

Angemeldet kann sich darüber hinaus bei folgender E-Mail-Adresse werden: rechtspopulismusstoppen@gmx.com

Spenden sowie Ticketbezahlung kann über:
Berliner VVN-BdA e.V
Postbank Berlin
BLZ: 100 100 10
Konto: 315 904 105
(Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt. Spende können steuerlich absetz werden.).
Kennwort nicht vergessen: „Schneeberg“

Solidarischer Ticketpreis: zwischen 8,- bis 15,- €
(Wer gar keine Finanzierungsmöglichkeit hat, meldet sich entweder bei der E-Mail-Adresse (rechtspopulismusstoppen@gmx.com oder bei den Ticketverkaufsstellen und gibt, was möglich ist.)

Weitere offene Fragen bitte ebenfalls an die genannte E-Mail-Adresse.

„Refugees Welcome!“: Sammelunterkünfte abschaffen – dezentrale Unterbringung garantieren! Stop Deportation! Bleiberecht für alle! Rassismus bekämpfen!

Gransee: Angst, Asylanten, Sicherheit

Ein Beitrag von Manja Präkels in der Wochenzeitung Jungle World:

„In Brandenburg soll in Gransee eine Unterkunft für Asylsuchende entstehen. Dagegen wehrt sich ein ganzer Landkreis. Pogromstimmung gegen Ausländer und »Zecken« ist dort nicht neu.

»Natürlich sind zehn Deutsche dümmer als fünf Deutsche.« Als Heiner Müller das 1990 sagte, lebte ich im Landkreis Gransee unter – von einem mosambikanischen Brötchenauslieferer abgesehen – 43 000 Deutschen. Zwei Jahre später geriet der Kreis kurz in die Schlagzeilen, nachdem der Polizeibericht einen Überfall in einer Diskothek mit töd­lichem Ausgang vermeldet hatte: Fußtritte auf einen am Boden Liegenden. Der Vorfall wurde ignoriert, dafür war eine Gebietsreform Thema, die den Kreis Oberhavel schuf. Ich arbeitete damals als Lokaljournalistin bei der Märkischen Allgemeinen und blieb bis 1998. Da war die Entleerung der Innenstädte und Dorfstraßen, der Verlust von Öffentlichkeit, den wir heute in allen Provinzen erleben, bereits weit vorangeschritten. Kulturhäuser waren zu Ruinen geworden, Kinos entkernt, kulturelle Infrastruktur zerschlagen. Alter Adel, Kirche und neue Großbauern hatten begonnen, die Kartoffelsteppen und Kiefernwälder, für die sich kein westdeutscher Konzern interessierte, wieder untereinander aufzuteilen. Landflucht setzte ein.

Mit 53 Einwohnern pro Quadratkilometer hat das Amt Gransee heute dieselbe Bevölkerungsdichte wie Kenia und wirbt um Besucher. Die Reisebusse planen für Kirche, Stadtmauer, Luisendenkmal – eine knappe Stunde ein. Mehr Außenkontakt gibt es nicht. Doch nun will die Kreisverwaltung Oranienburg im ehemaligen Jobcenter in der Waldsiedlung eine Gemeinschaftsunterkunft für 80 Menschen einrichten, auch Flüchtlinge aus Kenia werden erwartet. Das ist ein Novum für die Granseer, die Aufregung ist groß. Als durch eine »Indiskretion« die geplante Errichtung des Flüchtlingsheims früher als beabsichtigt bekannt wurde, entstand die Facebook-Seite »Kein Heim für Gransee«. Binnen vier Tagen fanden sich tausend Fans, die dort aus der Jungen Freiheit zitieren, NPD-Videos hochladen, gegen Journalisten hetzen. Dies brachte den zuständigen Landrat und seinen Sozialdezernenten in Zugzwang. Eilig wurde eine Bürgerversammlung anberaumt….“ weiterlesen

(aus : MANJA PRÄKELS: Deutsche Dörfer I: Gransee)