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#rausausungarn: SCHIENENERSATZVERKEHR FÜR FLÜCHTLINGE

picknickUngarn – Österreich – Deutschland.

„Am Sonntag wird erstmals in der Geschichte der EU eine Autobahn gesperrt. Zehntausende Menschen bilden einen Konvoi aus Privatautos, Taxis, Campingwagen und Bussen, um die Flüchtlinge in Sicherheit zu bringen.

Bringen Sie die europäische Mauer mit dem eigenen Auto zu Fall! Hilfsorganisationen, NGO’s, Taxiunternehmen, Busunternehmen, Gewerkschaften stellen Fahrzeuge bereit. Je mehr Autos den Konvoi bilden, desto besser. Es wird nichts gemacht, was die Österreichischen Bundesbahnen bislang nicht gemacht haben.“

Startpunkt
Sonntag, 6.9.2015 um 11 Uhr in Wien (Praterstadion).

„Ungarn verwehrt Menschen auf der Flucht den Zugang zur sicheren Zugreise, selbst mit gültigen Tickets haben. Österreich, Deutschland und die EU sehen tatenlos zu, wie Menschen auf den Straßen von Budapest ohne Versorgung von Tag zu Tag immer katastrophale Verhältnisse ertragen müssen. Der ungarische Staat versucht jetzt, Flüchtlinge in Lager außerhalb von Budapest zu schaffen. Deswegen schreiten wir jetzt ein und starten einen Konvoi aus Privatautos und Bussen, um die Flüchtlinge sicher über die Grenze zu bringen.

Mit dieser Aktion werden die Abschottungspolitik der EU durchzubrechen und die Menschen in Sicherheit zu bringen.

Der erste Konvoi setzt sich dafür am Sonntag um 11 Uhr vom Parkplatz des Praterstadions in Bewegung, um so viele Flüchtlinge wie möglich aus Budapest nach Wien und unter Umständen weiter nach Deutschland zu bringen, sie dort zu versorgen und ihnen eine Weiterreise an ihr gewünschtes Ziel zu ermöglichen.

Der Aufruf richtet sich an die vielen Menschen, Initiativen und zivilgesellschaftliche Kräfte, die in den letzten Tagen genau dasselbe denken. Aber unser Appell richtet sich auch an Hilfsorganisationen, NGO’s, Busunternehmen, Taxiunternehmen, Gewerkschaften usw., die den Konvoi unterstützen wollen, weitere Fahrzeuge aufstellen und dabei mitmachen, die Menschen sicher nach Wien zu geleiten.

Wir fordern die österreichische Bundesregierung auf, in Ungarn eine Wiederöffnung des Bahnhofs zu erwirken, damit die Flüchtlinge sicher mit den solidarischen Österreichische Bundesbahnen (ÖBB) weiterreisen können. Verhindern wir weitere Tote in LKWs!

Uns ist klar, dass das ganze waghalsig und spontan klingt, aber das ist es nicht: Wir sind in engem Kontakt mit Initiativen in Ungarn, Österreich und Deutschland. Wir werden Rechtshilfe für die ganze Aktion vor Ort haben. Wir werden nicht zulassen, dass irgendjemand, am wenigsten die Flüchtlinge in eine Gefahrensituation gebracht werden. Schließlich hat die ÖBB in den vergangenen Tagen auch nichts anderes gemacht, als wir am Sonntag machen werden. Die Zeit für Plädoyers an die EU und die politischen Verantwortlichen ist vorbei, wir müssen jetzt handeln, uns bleibt keine andere Wahl!

Wir ersuchen die politisch Verantwortlichen uns nicht dabei zu behindern, das zu tun, was alle vernünftig denkenden Menschen jetzt tun sollten: Nichts unversucht zu lassen, Menschen in Not helfen und Leben zu retten!“

Sonntag, 6. September 2015
10:30 Treffen, 11:00 pünktliche Abfahrt
Am Parkplatz des Praterstadions

Twitter: #refugeeconvoy

Der Tag der Flüchtlinge im Gesamtüberblick gibt es im ND.

„Schande für Deutschland“

„Na endlich: Scheint fast so, als hätten Regierung und Kanzlerin begriffen, dass man den fremdenfeindlichen Exzessen in Deutschland nicht weiter schweigend zuschauen kann. „Abstoßend“, „beschämend“, eine „Schande für Deutschland“. Klingt entschlossen.

Aber wir sollten uns nicht täuschen: Klar, die rechtsextremen Gewalttäter und ihre brav-biederen Unterstützer sind eine Schande für dieses Land. Die eigentliche Schande aber ist die deutsche und europäische Flüchtlingspolitik. Eine Flüchtlingspolitik, die die Ursachen für die Flucht von Millionen Menschen nicht bekämpft, sondern sie immer wieder aufs Neue schafft.

Zum Beispiel im Kosovo, wo auch diese Bundesregierung ihr Versprechen gebrochen hat, dem Land nach dem Krieg wieder auf die Beine zu helfen und stattdessen ein hochkorruptes Regime unterstützt, das die Menschen in die Flucht treibt.

Zum Beispiel in Syrien, wo diese Bundesregierung die Politik eines türkischen Präsidenten unterstützt, der islamistische Mörderbanden mit Waffen versorgt. Mörderbanden, vor denen Hunderttausende nach Europa fliehen.

Oder Afrika, wo der deutsche Außenminister einen Pakt mit den schlimmsten Despoten des Kontinents schließen will. Einen Pakt, der verhindern soll, dass politisch Verfolgte ihr Land verlassen können und sie stattdessen ihren Verfolgern ausliefert.

Diese Politik ist eine Schande für dieses Land. Daran müsste etwas geändert werden. Mit kernigen Parolen allein ist jedenfalls niemandem geholfen.“

Ein tagesthemen-Kommentar von Georg Restle.