Schlagwort-Archive: FDP

Die Parties bei der F.D.P.

Von Filipp Piatov (Quelle)

„Am Samstag spontan beim FDP-Bundesparteitag gewesen. Oder besser gesagt, bei der Afterparty. 30€ für Rahmwirsing und dergleichen beim Buffet, und unendlich viel Alkohol.

Ich bin schon lange raus, habe mit JuLis und FDP fast nichts mehr zu tun. Ich hatte auch nie einen Posten, nie Ambitionen in der Partei. Ich kenne keine Insider-Geschichten (oder kaum). Aber ich sehe, was Parties über Parteien sagen.

Erste Party, 2009. „Gute Stimmung an der Basis“ – alle merken, dass die Wahl gut laufen wird. Es geht nicht mehr nur um die vorderen Listenplätze. Die Stimmung ist tatsächlich gut, aber die Hierarchien sind klar. Es gibt den Chef, es gibt die oberen zehn, es gibt den Rest. Man lacht etwas künstlich über Scherze von oben.

Zweite Party, irgendwann nach 2009. Schlechte Stimmung an der Basis. Es geht dermaßen rasant bergab, dass die 14,6% surreal wirken. Aber sie sind ja noch da, man ist Regierungspartei. Chefs zählen nicht mehr, so schnell wie sie gehen und gegangen werden. Jeder, der mal oben war, hat es vermasselt. Die Basis weiß auch nicht weiter. Keine Hoffnung, keine Atmosphäre.

Party, 2016. Man hofft wieder. Nicht zu viel, aber man wird schon irgendwie reinkommen. Noch will man aber gar nicht drüber sprechen. Zu viele Ambitionen, zu viele gute Leute, zu wenige Listenplätze. Es wird Streit geben, es wird gekungelt werden, noch geht man es entspannt an.

Man steht zusammen mit den Großen, mit Kubicki und Leutheusser-Schnarrenberger, Fricke, Solms, Theurer, und so weiter. Hierarchien, wozu, man ist schließlich APO. Außerdem wird erst nächstes Jahr gewählt. Lieber noch einen Weißwein trinken, bevor wieder Politik gemacht wird.

Spannende Zeiten, spannende Partei.“

Advertisements
Bild

BfA: So schlüsselt sich der Hartz IV Regelsatz im Monat auf

Das unmenschliche System Hartz IV und was den davon Betroffenen pro Monat so alles zusteht. Unglaublich aber wahr, wie diese Repression von #SPD, #Grünen, #FDP und der #CDU in der Gesellschaft salonfähig gemacht worden ist.

Denk mal Denkmal, Thälmanndenkmal

Die Lage am Samstag war entspannt. 60 Menschen putzten den Park, die 3-4  jungen Liberalen fielen nicht auf, die stalinistischen Verbände und Sekten der Gegendemo randalierten nicht, nach 1 Stunde war der Spuk vorbei.

Angekündigt war die Sprengung des Thälmanndenkmales durch die Jungen von der FDP. Daraufhin versammelten sich die linksradikalen Gruppen zur Verteidigung. Ein Sturm im Wasserglas, der bei denen zum Putzen Gekommenen von der Anwohner-Ini gar nicht ankam oder einfach ignoriert wurde. Dass sich das Denkmal als polarisierende Projektionsfläche verschiedener ideologischer Ansätze zur Geschichtsaufbereitung eignet, dafür kann ja keiner was. Schon gar nicht die Anwohner*innen, die dem aufgebauschten Spektakel gar nichts abgewinnen konnten.

Entspannt und locker kann man dem Denkmal begegnen. Es ist nun mal da und so schnell nicht weg zu kriegen. Steht es doch unter Denkmalschutz und eignet sich als geschichtsaufklärenden Ort in einer Stadt mit soviel Geschichte.

Auch der Name Thälmannpark hat sich in das öffentliche Gedächtnis eingeprägt, Bewohner, Zugezogene, öffentliche Institutionen und nicht zuletzt Immobilienhändler benutzen ihn völlig selbstverständlich und unideologisch. Er sollte kommentiert werden, aber nicht verschwinden.

Warum auch, hat man in dem antikommunistischen Wahn der Siegermacht BRD schon mehr als nur sozialistische Propaganda vernichtet. Ganze Biographien, komplexe Geschichten und differenzierte Geschichte wurde dem Sturm des Beitrittes der DDR zur BRD geopfert. Darüber sollte man jetzt hinweg sein, paranoider Antikommunismus als Totschlagkeule sollte längst überwunden sein.

Apropos Geschichtskitterung, Ignoranz von ostdeutschen Biographien und penetranter Antikommunismus: Gauck mit seiner konstanten Umwidmung von DDR-Geschichte, mit seiner Interpretation von Freiheit als Instrument eines konsequenten Sozialdarwinismus und mit seinem Verrat an eine Bevölkerung, die zwischen Rügen und dem Thüringer Wald zwischen 1949-89 gelebt hat, ist die perfideste Rache der Sieger  an das ostdeutsche Volk.

Der Name und das Denkmal müssen bleiben, nicht weil ich ein notorischer Nostalgiker bin und auch kein Verfechter des Stalinisten Ernst Thälmann, sondern weil ich für differenzierte und behutsam aufbereitete Geschichte in dieser Stadt bin, weil ich für einen ambivalenten, relaxten und reflektierten Umgang mit Zeugnissen der wechselhaften Historie des Thälmannparkes und der Stadt bin.

Liebe Jungliberale Nordberlin: Sommerputz statt Sprengung

Liebe FDP, liebe Jungliberale, liebe Jungliberale Nordberlin,

wie man aus Eurer Terminplanung ersehen kann, plant Ihr eine Sprengung des Ernst-Thälmann-Denkmales im Thälmannpark. Das passt super, da die hier ansässige Anwohner-Initiative zeitgleich einen Sommerputz im Park veranstaltet. Ein von der BSR und der GEWOBAG unterstütztes bürgerliches Engagement zur Säuberung des wunderbaren Thälmannparkes wird am Kiezteich beginnen.

Ich erkenne die von Euch geplante Unterstützung der Anwohner*innen mit der Terminüberschneidung mit dem Putz als cleveren Schachzug an, könnt Ihr hier gleich ein Zeichen für das gewünschte private Engagement in Bereichen, wo sich der Staat zurück zieht, setzen und Euch neue Freunde und Wählerpotenziale schaffen. Ihr könnt schon um 9.00 Uhr oder aber um 13.00 Uhr mit einsteigen. Jede Hand wird gebraucht. Auch eine an harter Arbeit nicht gewöhnte FDP-Hand der smarten Jungliberalen aus Nordberlin. Es ist immer mal das erste Mal.

Vielleicht verzichtet Ihr gleich auf den ideologischen Gewaltakt (man könnte ja meinen, ihr seid geschickt worden!) und kommt gleich zum Arbeiten. Die Mutterpartei, die ja jede Stimme für den Bundestag benötigt, wird es Euch sicher danken.

Es ist immer freundlicher und lebensbejahender, für was zu sein, als gegen was vorgehen zu müssen. Also viel Spaß am Samstag!

Video

BTW 2013: Zwischen Pest und Cholera

Volker Pisper gibt Wahlempfehlungen.

Kurzmitteilung
Bild

BTW2013: Hartz IV und deren Befürworter