Schlagwort-Archive: Fußball

Refugees Welcome-Flüchtlingsaktionstag in Babelsberg

Aktionstag zum Thema Asyl- & Flüchtlingspolitik:

Um auf die aktuelle Situation von Flüchtlingen in Deutschland aufmerksam zu machen, veranstaltet BABELSBERG 03 am 18.10. nach dem Regionalligaspiel gegen den 1. FC Union Berlin U23 im Karl-Liebknecht-Stadion gemeinsam mit verschiedenen Partnern einen großen Aktionstag.

Gegen 15.45 Uhr spielt unser Welcome-United-Nulldrei-Team gegen den FC Lampedusa Hamburg. Um 18.00 Uhr kommt es zum Aufeinandertreffen des Fanteams Babelsberg gegen das aus St. Pauli.

Ab 18.30 Uhr startet ein Konzert mit Pyro One, RADIO HAVANNA und Irie Révoltés Soundsystem. Wer zuvor für unser Heimspiel noch kein Ticket erwerben konnte, kann das separat für das Konzert zum Preis von 5,00 Euro + Solibeitrag am Abend nachholen.

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FIFA: Totale Kontrolle, Korruption und kulturelle und soziale Ignoranz

Eingebetteter Bild-Link

#Karikatur via Klaus Stuttmann #WM2014 #FIFA #WorldCup2014 #Cartoon pic.twitter.com/wjB79pqbNs

Wie ich als Fußballfan mit ansehen muss, wie die FIFA mit Hilfe deutscher Lichtgestalten den Fußball und seinem Charme, seine völkerverbindende Funktion, die ganze Freude am Spiel und das große Fest der Völker, die WM, systematisch zerstört, radikal an die großen Konzerne dieser Welt verkauft und somit die Millionen Fans weltweit konsequent verraten haben, macht mich das gerade in Hinblick auf die am Donnerstag eröffnende Festspiele des Fußballes sehr, sehr traurig. Aber die FIFA ist es in ihrem Zerstörungswahn nicht allein. Das System, dass so sehr auf Verwertbarkeit drängt, macht vieles Schöne einfach kaputt. Es ist nicht darauf ausgerichtet, auf menschliche Aspekte irgendwie zu reagieren. Die Leute sollen konsumieren, mehr nicht. 

Der Autor der FAS bringt es mit seinem Beitrag auf dem Punkt: 

Von PETER KÖRTE

„Die Vorzeichen sind längst unübersehbar, in den Brandsätzen und dem Tränengas oder im Protest auf den Straßen, in den Streiks, in den Diagnosen von Publizisten und Künstlern; nur auf was genau diese Vorzeichen verwiesen haben werden, das wird man erst wissen, wenn diese 20. Fußballweltmeisterschaft zu Ende gegangen sein wird. Dass so gut wie nichts mehr stimmt in Brasilien, das ließ sich allerdings schon allein daran ablesen, dass sogar Ronaldo, Mitglied des WM-Organisationskomitees und füllig gewordener Avatar brasilianischer Fußballmagie, die Versäumnisse der Regierung scharf kritisierte; oder daran, dass es ausgerechnet in dem Land, welches das Etikett „fußballverrückt“ wohl nie mehr loswerden wird, immer mehr Menschen gibt, die ihr Team scheitern sehen wollen, damit die Trauer übers Ausscheiden zum Brandbeschleuniger wird, der die ganze Wut über die sozialen Verhältnisse, über die gebrochenen Versprechen, über die Korruption im Land in Flammen setzt. …“

Den ganzen Beitrag kannst Du hier lesen

Dani Alves cooler Bananen-Konter

Es ist ein rassistischer „Klassiker“ im Fußball auf der ganzen Welt: Dunkelhäutige oder schwarze Spieler werden von rassistischem Publikum mit Bananen beworfen. Der Brasilianer Dani Alves vom spanischen Meister FC Barcelona hat am Sonntag beim Auswärtsspiel beim FC Villarreal darauf eine souveräne Antwort gegeben: Er aß die Banane, die in beleidigender Absicht auf das Spielfeld flog, einfach auf. In Sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Instagram wird das Essen von Bananen nun zum Symbol gegen Rassisms – sogar beim italienischen Ministerpräsidenten oder bei Wladimir Klitschko.

http://www.fussball-gegen-nazis.de/beitrag/dani-alves-cooler-bananen-konter-9428

Hitzlsperger outet sich als schwul/Akzeptanz und Respekt können nicht verordnet werden

Als wenn das was Besonderes wäre.

Der ehemalige Nationalspieler und in der Bundesliga und der Premier League agierende Fußballstar Thomas Hitzlsperger hat seine Zuneigung zu Männern gestanden. Als wenn das ein Unglück, eine Katastrophe oder mindestens ein Missgeschick wäre.

Ist es aber nicht. Denn dafür konnte er ja nichts. Ihm blieben die Kämpfe in unserer normierten Gesellschaft ja leider nicht erspart. Gut Fußball spielen zu können und gleichzeitig schwul sein, passte und passt bisher nicht zusammen. Und so war bei Thomas großes Schweigen angesagt. Dass er jetzt aus der Reserve kommt, ist unter den Umständen, in denen er bisher gelebt und gearbeitet hat, dann doch eine große Leistung. Nicht nur der DFB ist mit Kampagnen gegen Homophobie, und das nicht nur im Fußball, gefragt, sondern die Fußballer selbst, ihr Habitus in Kabinen, unter Duschen, auf Trainingscamp und auf dem Platz.

Thomas kann nur ebenfalls leidende Fußballer zu ihrem Coming Out ermuntern und die erforderliche Selbstverständlichkeit von der Existenz von Homosexualität in unserem Alltag nicht nur in dieser Männer dominierenden Welt einfordern. Die Denke unter den Mannschaftkollegen ist zu ändern. das kann nicht verordnet werden, sondern ist ein Prozess, der sich gesellschaftlich sowieso vollziehen muss.

Trotzdem und gerade weil wir hier immer noch bedauerlicherweise sehr am Anfang stehen, freue ich mich, dass es ein Promifußballer geschafft hat, hier ganz deutlich Zeichen zu setzen.

Solange wir uns outen müssen, sind wir nicht frei.

„Chapeau, Thomas. Jeder Mann, der sich in Männerdomänen outet, ist nicht nur den Reiches, Blüms und Steinbachs dieser Welt ein Dorn im Auge. Klassische “Männerdomänen” wie der Fußball skizzieren die Männlichkeit und tun dies auch über den Ausschluss von Homosexualität, auch wenn dies gar nicht der Lebensrealität der Beteiligten entspricht. Wir wissen nicht, wie viele Frauen, wie viele Männer im Profisport bisexuell oder homosexuell sind. Wir wissen aber, dass kaum jemand öffentlich darüber spricht, und wenn, dann meistens anonym, wie es ein Bundesligaspieler im September 2012 getan hat, oder nach dem Ende der aktiven Zeit, so wie der amerikanische Nationalspieler Robbie Rogers im Februar 2013. (Nachtrag: Robbie Rogers hat sich nach seinem Coming Out, mit dem er seine Karriere beenden wollte, doch noch überzeugen lassen weiter zu spielen.)…“

Motor Babelsberg zeigt Flagge gegen Homophobie

Der führende Fußballclub (Männer) meiner Heimatstadt Potsdam „Babelsberg 03“ (früher hieß er mal Motor) beschäftigt sich intensiv mit den homophoben Auswüchsen, die in der Fußballszenerie allgemein verbreitetet sind. Symbolik und Signale im Kampf gegen jede Art von Diskriminierung sind ein erster wichtiger Schritt für eine verstärkte Sensibilisierung auf das Thema. Ich dokumentiere die Erklärung der Babelsberger Ultras zum „Actionday“.

„Im Rahmen eines “Actionday” des Alerta Networks, eines Zusammenschlusses aus antifaschistischen Fangruppierungen, fokussieren wir das Thema Homophobie und wollen somit auf dieses immer noch relevante gesellschaftliche Problem aufmerksam machen. Neben Fans von Fortuna Düsseldorf, dem FC Sankt Pauli und weiteren Szenen in Europa schließen wir uns dem ausgerufenen Aktionstag an und wollen zeigen, dass Homophobie immer noch ein weit verbreitetes Problem in unserer Gesellschaft ist. Leider tritt dieses in Fußballstadien und allgemein in Sportvereinen ganz besonders häufig auf. So sind auf den Tribünen der Stadien Sprüche wie “Du schwule Sau”, Denunzierungen der gegnerischen Fans mit Sprechchören wie “Wir haben einen Hassgegner, das sind die schwulen Hamburger” oder einfach nur das Aufeinanderzeigen der beiden Zeigefinger, was den Geschlechtsakt homosexueller Männer symbolisieren soll, an der Tagesordnung. Dabei geht es meist darum, dem/der Gegner_in die vermeintliche “Männlichkeit” abzusprechen. Hier kristallisieren sich insbesondere die sogenannten Modeschimpfwörter “schwul”, “Schwuppe”, “Schwuchtel” oder “Tucke” heraus, obwohl diese einen klaren schwulenfeindlichen Hintergrund haben.

Auch im Karli sind solche Vorkommnisse, wenn mitunter auch unbewusst, nicht ausgeschlossen. So kam es beispielsweise erst am vergangenen Dienstag, am Rande der Nordkurve, zu schwulenfeindlichen Gesten in Richtung der Hansafans. Darüber hinaus ist unter anderem die Herabstufung des/der Gegner_in mit der Ausrufung des Begriffs “Lutscher, Lutscher” allgegenwertig. Ein homophober Hintergrund dieses Wortes und dieser Beleidigung ist hierbei nicht immer vordergründig im Bewusstsein des Senders. Dennoch sollte sich jede/r bewusst sein, welche diskriminierende oder beleidigende Auswirkung dies auf einen homosexuellen Menschen haben kann.

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass zumindest Rassismus in vielen Kurven keinen Anklang mehr findet. An dieser Entwicklung gilt es festzuhalten, diese zu vertiefen und verschärfter gegen jede Art von Diskriminierung vorzugehen.

Es sollte auch in eurem Interesse sein, diskriminierungsfreie Räume zu schaffen, in denen sich jeder Mensch, unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, Nationalität, Religion oder eben auch der Sexualität bewegen kann.

Geht offensiv gegen diskriminierende Äußerungen, Verhaltensweisen und Gesten sowohl im Karli, als auch in eurem unmittelbaren Umfeld vor – einfach immer und überall!

Weil: Nur die Liebe zählt!

Filmstadt Inferno 1999 // Alerta Network“

filmstadtinferno.de | alerta-network.org | fussballfansgegenhomophobie.blogsport.de

Dazu passend ein Beitrag zum Sexismus im Fußball: Läuft wie ein Mädchen

Kurzmitteilung

Bericht vom kommendem Spiel BRD-Griechenland als Gipfeltreffen der Philosophen:

„Guter Partypatriotismus und böser Nationalismus sind zwei Seiten derselben EM-Medaille“

Wie umgehen mit der Faszination Fußball und den nationalisierten  Randerscheinungen einer Europameisterschaft. Mit den Schlaaand-Verehrern, der allgegenwärtigen Beflaggung, den feiernden „Schlochs“ und den Böllern nach jedem Tor der Deutschen. So einfach das Spiel genießen, war noch nie so schwer. Ein Beitrag aus Publikative.org beschäftigt sich mit diesen Widersprüchen.