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Unterstützung für teddyzweinull: Mehr Freiräume für Alle im Prenzlauer Berg!

Mehr Freiräume für Alle im Prenzlauer Berg!

Der Prenzlauer Berg gehört zu einem der am dichtesten bebauten Stadtteile, sein Kinderreichtum ist fast legendär. Zwangsläufig ergibt sich dadurch ein erhöhter Platzbedarf für Kitas, Schulen, Jugend-einrichtungen, Kulturangebote und für ausgedehnte Grünflächen. Mitten in unserem Stadtteil gibt es am Ernst-Thälmann-Park-Areal noch jede Menge Potential für solche Zwecke bietet.
Wenn jetzt nicht die falschen Entscheidungen getroffen werden, könnte hier ein neues öffentliches Zentrum für den Prenzlauer Berg entstehen, das eben die Freiräume schafft, die man in der Großstadt so dringend braucht.

Leider plant die Bezirksregierung, ausgerechnet unter rot-grüner Mehrheit, derzeit in die völlig falsche Richtung: sie hat ein städte-bauliches Konzept in Auftrag gegeben, dass vor allem die profitorientierte Verwertung der noch öffentlichen Immobilien und eine massive Neubebauung ermöglichen soll.

Unser Konzept hingegen sieht an dieser Stelle eine großflächige Parklandschaft entlang der Ringbahn vor: ein durchgehender, breiter Grünzug ohne jede neue Bebauung vom Planetarium an der Prenzlauer Allee bis zum vorhandenen Saefkow-Park, verbunden mit einer schon vorhandenen Brücke über die Greifswalder Straße.

Informiert Euch auf http://www.teddyzweinull.de über die Entwicklungen, unser Alternativkonzept und diskutiert mit. Dort könnt Ihr auch ganz einfach mit ihrer E-Mail unsere Kampagne unterstützen. Über eine Verlinkung auf Eure Seiten würden wir uns auch sehr freuen!

Kontakt: kontakt@teddyzweinull.de

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Neue Kampagne im Prenzlauer Berg

Ein neues Zentrum für den Prenzlauer Berg: mehr Raum für Kultur und Bildung, mehr Platz für Kinder und Jugendliche, bezahlbare Wohnungen erhalten und einfach mehr Grün für alle!

Am Thälmannpark stehen massive Veränderungen an: wenn es nach Bezirkspolitikern und Investoren geht, sollen wertvolle Grünflächen zugebaut und historische Gebäudekomplexe (Bezirksamtsgelände oder Krankenhaus) auf dem Immobilienmarkt verscherbelt werden.

Diese Kampagne von AnwohnerInnen schlägt ein Konzept vor, nachdem die Areale nicht verkauft oder bebaut werden, sondern mit sinnvollen öffentlichen Nutzungen allen Menschen im Prenzlauer Berg offen stehen.

So könnte ein neues Zentrum für den Stadtteil entstehen: mit mehr Raum für Kultur und Bildung, mehr Platz für Kinder und Jugendliche, der Erhaltung von bezahlbaren Wohnungen und einfach mit mehr Grün für alle!

Wir fordern:
lebenswichtige Freiräume in der Großstadt erhalten und nicht einfach alles zubauen! — in Prenzlauer Berg. (Kampagne Teddy Zwei Null)

Bötzowviertel im Prenzlauer Berg: Pro Kiez e.V. ruft zur Bücherrettung auf!

Ich dokumentiere hier den Aufruf von Pro Kiez, als ein bürgerliches Engagement, um einem unsinnigen Ansinnen der Verwaltung Einhalt zu gebieten.

Am 19.6.2013 rückt ein “Aufräumkommando” von 4 Bibliothekarinnen des Pankower Kulturamtes in die ehrenamtlich geführte Kurt Tucholsky Bibliothek ein und forstet den Bücherbestand von 24.000 Medien durch. Ihre Aufgabe: 15% des Bestandes sollen aussortiert werden, wie in öffentlichen Bibliotheken üblich ist. Die Kurt-Tucholsky-Bibliothek bekommt damit ein Riesenproblem: sie darf jährlich nur 500 Medien mit einem Etat von 5.000 € neu ankaufen.

Papierschredder bei der ArbeitPapierschredder bei der Arbeit: Bücher werden zu Klopapier

Für die Kiezbibliothek wäre das ein langsames, asymtotisches Verschwinden der Bücherbestände. In weniger als 5 Jahren wäre der Bücherbestand auf ein einziges Bücherregal reduziert. Vorstand und Bibliotheksfreunde sind deshalb alarmiert, und haben eilig eine Aktion gestartet undeinen dringenden Aufruf veröffentlicht:

Eilaktion / Ausleihen statt Aussondern / Rettet die Bibliotheks-Bücher

Liebe Freunde der Kurt Tucholsky Bibliothek,

die KTB braucht dringend Eure schnelle Mithilfe.

Es gibt Vorgaben vom Amt für Kultur, dass wir als Ehrenamtsbibliothek genauso viele Bücher (nämlich 15% im Jahr) aussortieren müssen, wie die “normalen” öffentlichen Bibliotheken auch.

Nur: unser Etat für Neuanschaffungen ist gerade mal 5000 Euro „hoch“ und damit deutlich geringer, als bei den übrigen Bibliotheken; das reicht für ca. 500 Medien im Jahr! Demgegenüber sollen jährlich ca. 3600 Medien – von insgesamt noch 24000 – raus!

Weil wir diesen Wahnsinn in den letzten Jahren – aus schon rein rechnerisch einleuchtenden Gründen – nicht buchstaben/zahlengetreu umgesetzt haben, wurden wir seit letztem Jahr sehr nachdrücklich und vor zwei Wochen noch einmal aufgefordert bis Anfang Juli noch 6000 Bücher auszusondern.

Und wir bekommen dazu „Unterstützung“. Am 19.6., Mittwoch in einer Woche!, werden 4 Bibliothekarinnen des Bezirks verpflichtet in unserer Bibliothek möglichst viele Bücher nach vorgegebenen Listen auszusortieren. Mit oder ohne KTB-Mitarbeiter!

Die Erfahrung des letzten Jahres lehrt: wir haben keine Chance uns dagegen zu wehren. Wir riskieren bei Verweigerung die sofortige Abkopplung vom öffentlichen Bibliotheksnetz. Der Bestand ist kommunales Eigentum und der Zugang zu den Räumen in jedem Falle – auch rechtlich – möglich! Im letzten Frühjahr gab es schon drei solcher Einsätze; und wir standen dem relativ machtlos und frustriert gegenüber, haben nur versucht das Schlimmste zu verhindern.

Und deshalb brauchen wir JETZT Eure Mithilfe: aussortiert werden können nur vorhandene Bücher, solche, die längere Zeit nicht ausgeliehen wurden, exakt ab vier Jahren bereits!” … so lautet der dramatische Aufruf der Kurt-Tucholsky Bibliothek.

Ausleihen, Lesen, Retten!

Der Vorstand des Prokiez e.V. ruft deshalb auf, die Bücher durch eine Ausleihe vor dem Zugriff der Kulturamtsmitarbeiter zu retten!

“Ausgeliehene Bücher können nicht ausgesondert werden! Wenn Ihr helft gerade diese Bücher zu retten und sie ausleiht, können sie am kommenden Mittwoch nicht aussortiert werden.”

” Daher: kommt am Donnerstag, Freitag, Montag zwischen 14 und 18 Uhr, Dienstag zw. 15 und 19 Uhr und Samstag zw. 11 und 13 Uhr – und gern auch nach telefonischer Vereinbarung am Vormittag, wenn wir Innendienst haben! – in die KTB und leiht viele Bücher (bis zu 60 sind erlaubt) aus!

Bedrohte Bücher in Pankow

Von der Aussonderung bedroht sind insbesondere:

Klassiker der deutschen Belletristik (z.B. Fontane, Goethe, Heine, Hesse, Schiller, Böll, Strittmatter, Seghers, Schlesinger u.v.a.m.) und internationale Belletristik (z.B. Roth, Anne Proulx, Auster, Camus, Sarte, Cervantes, Dostojewski usw.)

Auch folgende Sachgruppen für Erwachsene brauchen dringende Unterstützung:
Lyrik, Dramen, Sagen, Epen, Biographien aus allen Bereichen, Kunst, Literaturwissenschaft, Film, Musik, Philosophie, Geschichte usw., usf.

Welche Bücher braucht die Kurt Tucholsky Bibliothek wirklich?

Die Aktion wird zum Prüfstein für den ganzen Bötzowkiez: “Es geht darum, welche Bücher wollen wir immer verfügbar in unserer Bibliothek wissen? Was wollen wir als Kiezbewohner lesen und wiederlesen können?
Die Bibliothek ist auf eine Entleihe-Aktion gut vorbereitet: die Dringlichkeit und Notwendigkeit kann am Computer vor Ort geprüft werden.

Notfalls steht auch Raum für die temporäre Lagerung der ausgeliehenen Bücher bereit. Besser ist natürlich: die Bücher auch tatsächlich zu “Lesen”.

Kurt Tucholsky hat schon zu seiner Zeit gewußt: “Der Leser hat’s gut: Er kann sich seine Schriftsteller aussuchen”. m/s

Weitere Informationen:

Prokiez e.V. Bötzowviertel

Kurt-Tucholsky-Bibliothek
Esmarchstraße 18
10407 Berlin

Öffnungs- und Ausleihzeiten

Die Bibliothek ist immer Montag, Donnerstag, Freitag von 14 bis 18 Uhr und Dienstag von 15 bis 19 Uhr, außerdem Samstag von 11 bis 13 Uhr geöffnet.

Quatiersmanagement in Berliner Wohngebieten: „Niemand hat die Absicht Arme zu verdrängen“

Aus „de.indymedia.org“

Quartiersmanagement – Motor der Ausgrenzung

Mit der Einführung des „Quartiersmanagements“ reagierte der Berliner Senat 1999 auf die zunehmenden sozialen Probleme in einigen Berliner „Quartieren“. Gemeint sind Stadtteile, in denen vor allem Menschen aus sozial benachteiligten Gesellschaftsschichten leben. Dort wo „trinkende“ Menschen in der Öffentlichkeit zu sehen sind, Drogen konsumiert werden, Graffiti die Wände verzieren und die Häuser marode sind.Auch im Wedding wurde 1999 ein Quartiersmanagement eingeführt. Wedding war noch nie einer der besser gestellten Bezirke, doch nach der Wende führte ein massiver Abbau von Industriearbeitsplätzen zu einer hohen Arbeitslosigkeit und viele besser verdienende Haushalte zogen fort. Mit seinem traditionell hohen Migrant_innenanteil kam im Wedding noch dazu, dass in einer Mischung aus Rassismus, Sozialchauvinismus und vermeintlicher Kriminalität der Bezirk von Zuzügler_innen eher gemieden wurde. Die Mieten blieben so vergleichsweise günstig.
Wedding ist auch heute noch als „sozialer Problembezirk“ bekannt. Hier leben vorwiegend Menschen mit geringem Einkommen. Der „Versorgungsgrad“ mit Kinder- und Jugendeinrichtungen beträgt lediglich 50 %, d.h. es sind gemessen am Bedarf nur halb so viele Einrichtungen vorhanden. Dazu kommt, dass das Angebot oft nicht den spezifischen Anforderungen der Jugendlichen entspricht und deshalb nur unzureichend genutzt wird.

Quartiersmanagement – formulierter Zweck und Realität

Im Quartiersmanagementverfahren sollen die Bewohner_innen aktiv an einem Verbesserungsprozess teilnehmen. Die wirtschaftlichen Schwächen des Bezirks sollen behoben und die Lebensbedingungen verbessert werden.
Was das bedeutet, wird am Beispiel des Helmholtzplatzes im benachbarten Prenzlauer Berg deutlich. Der Prenzlauer Berg war einst einer der ärmsten Bezirke Berlins, heute ist er einer der reichsten. Auch hier wurde 1999 ein Quartiersmanagement eingeführt. Hohe Arbeitslosigkeit, Drogenhandel, leerstehende Wohnungen und verwilderte Grünanlagen prägten damals den Zustand. Heute schieben gut situierte Mittdreißiger/vierziger-Eltern teure Kinderwagen durch die Straße, tauschen sich über Yogaübungen aus und blicken dabei auf blitzblank sanierte Altbauten. Kaum zu glauben, dass es hier jemals Probleme gab mit Drogendealern in Gebüschen und verfallenen Altbauten, mit „Trinkern“, die mit ihren „Hunderudeln“ das Trafohäuschen auf dem Platz besetzten.
Die „Stadtmanager“_innen des Quartiersmanagements rodeten einfach das Gebüsch auf dem Platz und bauten das Trafohäuschen zum Nachbarschaftsheim mit Café um. Sie stellten Bänke auf, legten Spielplätze an und organisierten Weihnachtsmärkte. „Sie haben den Platz für alle Bewohner_innen zurückerobert“, sagt der bekannte Stadtforscher Hartmut Häusermann. Häusermann verfasste 1998 im Auftrag des Senats eine Untersuchung, in der die Einführung eines Quartiersmanagements vorgeschlagen wurde. „Alle Bewohner_innen“ ist hierbei jedoch zweifellos falsch. Von den Menschen, die vor 10 Jahren um den Helmholtzplatz herum wohnten, sind heute kaum noch welche übrig. Die vorgeblichen „sozialen Problemfälle“ sind völlig verschwunden und auch insgesamt haben 80 % der ehemaligen Bewohner_innen den Prenzlauer Berg verlassen. Für sie war im aufgewerteten Kiez mit seinen ins unermessliche gestiegenen Mieten einfach kein Platz mehr.

Weddinger Quartiersmanagement

Anders im Wedding. Hier treten die sozialen Probleme auch nach 10 Jahren Quartiersarbeit noch offen zu Tage. „Die soziale Ausgangslage in Wedding ist nicht vergleichbar mit der in Prenzlauer Berg“, sagt Katja Niggemeier, Quartiersmanagerin im Soldiner Kiez.Der Soldiner Kiez, bekanntgeworden als der Kiez mit der höchsten Mordrate Berlins, kann stellvertretend für viele soziale Konflikte im Stadtteil betrachtet werden. Zu Beginn der Quartiersarbeit im Soldiner Kiez lagen die Schwerpunkte auf baulichen Maßnahmen an Spielplätzen und Schulen. „Straßen, Plätze und Grünanlagen litten unter Verwahrlosung“, heißt es auf der Internetseite des Quartiersmanagements. Verwahrlosung bedeutet schlechtes Image und Imageverbesserung ist der dauerhafte Schwerpunkt der Quartiersmanagements. Und so werden längst fällige Erneuerungen, wie die Pflege von Spielplätzen und Grünanlagen als Erfolge des Quartiersmanagements in der Öffentlichkeit verkauft.
So rüstet der Kiez auf und „Orte der nachbarschaftlichen Begegnung“ werden geschaffen. Kinder können ohne Angst vor Heroinspritzen im Sand spielen und selbst bei Nacht braucht niemand mehr Angst zu haben, denn am Grünzug an der Panke ist für ausreichend Beleuchtung gesorgt. Ein Kiez für alle! Nur eben ganz wie im Prenzlauer Berg: für viele Bewohner_innen wird in der Aufwertung auch hier bald kein Platz mehr sein. Die Verdrängung ist Teil der Strategie.
Um die Verdrängung weiter anzukurbeln, werden im Wedding mittlerweile vor allem soziokulturelle Projekte wie die Kolonie Wedding gefördert. In Kooperation mit dem Wohnungunternehmen Degewo werden leer stehende Gewerberäume zu Projekträumen umgewidmet, mit denen Kunst- und Kulturinteressierte in den Kiez gelockt werden sollen. Die Kunst kommt jedoch nicht aus dem Kiez selbst. Auch im benachbarten Brunnenviertel bemüht sich die Degewo mit Straßenfesten und subventionierten Ladenräumen um eine Imageverbesserung der Nachbarschaft. Ziel: besserverdienende Mieter_innen zu gewinnen.Es gibt aber auch ablehnende Stimmen zur der Politik des Quartiersmanagement, und die sind alles andere als neu. Insbesondere sind 2011 die Praktiken des Quartiersmanagements Neukölln in die Kritik geraten. Mit dem Projekt „Task Force Okerstraße“ sollte in Zusammenarbeit mit privaten Akteur_innen durch Meldung unangepassten Verhaltens ein Bespitzelungsnetz entstehen, das zum Austausch der bestehenden Mieter_innenstruktur und so zur Aufwertung im Kiez führen sollte. Dabei zielte die Strategie offen auf die Verdrängung von Roma, Nicht-Deutschen und sogeannten „Trinkern“ im Kiez.

Finanzielle Hintergedanken

Sowohl am Helmholtzplatz als auch am Beispiel Brunnenviertel und Soldiner Kiez wird deutlich: das Quartiersmanagement ist eine systematische Verdrängung von einkommensschwachen Bewohner_innen, um die wirtschaftliche Potenz von Innenstadtgebieten touristisch und wirtschaftlich auszuschlachten. Finanziert wird das Verfahren zu 50 % aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und zu 50 % aus dem Programm „Soziale Stadt“.
Mit dem Programm „Soziale Stadt“, welches zusammen mit dem Quartiersmanagement 1999 vom Senat für Stadtentwicklung eingeführt wurde, soll verhindert werden, dass es in „Problemgebieten“ zu einer Abwärtsspirale kommt und damit einer weiteren Verschlechterung der Situation der Bewohner_innen. In der Praxis bedeutet dies jedoch lediglich eine Stabilisierung des Quartiers und eben nicht die Verbesserungen der Lebensbedingungen der ursprünglichen Bewohner_innen. Stabilisierung bedeutet soziale, polizeiliche und finanzielle Kontrolle, damit das Mieter_innenverhalten schön vorhersehbar und gewinnbringend wird. An der Ursache Armut ändert Quartiersmanagement nichts, es verdrängt nur die Einkommensschwachen in andere, noch nicht aufgewertete Bezirke, vornehmlich Außenbezirke.
Darüberhinaus unterstützt der Fokus der Quartiersmanager_innen auf Kreativwirtschaft und Dienstleister_innen aktiv die Verdrängung von Kleinbetrieben und für bürgerliches Empfinden unerwünschten Gewerben wie Sexshops und Spielcasinos.

Unangenehme Aussichten

In Berlin öffnet sich die Schere zwischen besseren Wohngegenden in Innenstadtnähe und schlechteren, die immer mehr an den Rand gedrängt werden, immer weiter.
Quartiersmanagement verhindert dies nicht, sondern trägt dazu bei. Die Verdrängung ist politisch gewollt. Wer sich nicht gegen Investor_innen, neoliberale Stadtplaner_innen und Quartiersmanager_inne durchsetzen kann, muss gehen. Ein Prozess, der inzwischen vielen unter dem Schlagwort „Gentrifizierung“ bekannt ist. Das Quartiersmanagement ist der Motor der Aufwertung der innenstadtnahen Bezirke, soziale Probleme erscheinen dabei als Hemmschuh. Die Existenz armer und unangepasster bzw. weniger finanzkräftiger Menschen ist genauso relavant für Grundstückspreise und Mieten wie Fluglärm oder der geplante Bau der A 100 in Friedrichshain. Auch Rassismus spielt eine Rolle. Gegenden, in denen viele Menschen mit Migrationshintergrund leben, werden in den Medien schnell als Slums der Großstadt bezeichnet, was erstens falsch und zweitens pure rassistische Hetze ist. In den vergangenen Jahrzehnten von Integrationsversuchen sollten diese Menschen so deutsch wie möglich gemacht werden. Doch so deutsch wie möglich wird eben nie deutsch genug sein.Die sogenannte besserverdienende Mittelschicht ist auf dem Weg nach Wedding und das Quartiersmanagement ist schon fleißig dabei, die Gehwege von Hundekot und sonstigem Abfall zu befreien. Die soziale Frage wird vom Quartiersmanagement nicht gestellt. Stattdessen werden Fahrradtouren vom Prenzlauer Berg in den Wedding organisiert, um auf das touristische und wirtschaftliche Potenzial des Bezirks aufmerksam zu machen.Wer sich nicht nach oben boxt, wird auch nicht gefördert. Investiert wird nur in die, die nach Meinung von Senat und Investoren auch eine Zukunft haben. Das ist Sozialchauvinismus in Reinform.

Eine Berliner HipHop-Gruppe hat es auf den Punkt gebracht:„Vielleicht fällt nur Licht auf dein Viertel wenn es brennt“.

Quartiersmanagement ist auf jeden Fall für sehr viele kein Lichtblick, sondern der Anfang vom Ende.

Reinhard Lakomy gestorben…

…früher hat er im Prenzlauer Berg gewohnt, jetzt ich…eine kleine Erinnerungsreise (04:21 … der Brüller! schöne Zukunftsvision, die leider nicht eingetreten ist) :

Helmholtzplatz: Straßenfest für „Zimmermeister Brunzel“

Zimmermeister Brunzel droht die Räumung
Straßenfest für den Erhalt der Ausstellung „Bauen und Wohnen in Prenzlauer Berg um 1900“
Samstag, dem 16. März 2013, zwischen 12 und 16 Uhr

Gründerzeitmuseum

„Hallo liebe Freunde,
nach und nach gehen die letzten Spuren des gelebten Lebens im
Prenzlauer Berg verloren… Könnt Ihr Euch noch an die
historische Husemannstraße und das Museum Berliner Arbeiterleben
dort erinnern? Als das Museum ab 1990 verschwand, wurden einige
historische  Ausstellungsstücke noch bis jetzt in der
Dunckerstraße 77 bei „Zimmermeister Brunzel“ gezeigt. Jetzt
sollen auch dort die letzten Spuren verschwinden… Dem
„Berlinischsten aller Bezirke“ geht so allmählich seine
historische Substanz gänzlich verloren…. Hat der Bezirk
wirklich kein Interesse daran, diese interessante Geschichte des
größten zusammenhängend erhaltenen Gründerzeitgebietes in Europa
für die Nachkommen, d.h. Kinder, Jugendliche und auch Besucher
des Bezirkes zu erhalten? Diese wichtigen historischen  Orte
müssen in Verantwortung oder zumindest mit Unterstützung des
Bezirksamtes Pankow und des Museums Pankow weitergeführt werden.
E i n e  Möglichkeit, dieses Anliegen zu unterstützen, ist am
kommenden Sonnabend mittags (16. März) die Teilnahme am Straßenfest.“ 

AI Thälmannpark: Von Anwohner*innen für Anwohner*innen

Als wir beginnen wollten, strömten immer noch die Leute in die schon recht ordentlich gefüllten Wabe. Die im Dezember 2012 gegründete Anwohner-Initiative Thälmannpark (AITP) lud zum Informations-und Mitmachabend ein.

Zu Beginn der Präsentation der Situation im Thälmannpark-Areal waren es über 100 Menschen, die sich voller Erwartung zunächst informieren wollten. Mit anschaulichen Bildern wurde Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Thälmannparkes dargestellt. Energetische Sanierung der Plattenbauten, architektonische Irrläufer, wie der Prenzlauer Bogen, die Anlage um den Kiezteich waren ebenso Themen, wie auch die Altlastensituation und die Vernachlässigung der Parkanlagen. Das aus unserer Mitte erarbeitete Wissen war für viele Anwesende neu und höchst interessant. Auch die Intervention eines der Immobilien-Investoren konnte den Eindruck eines fundierten und kenntnisreichen Vortrages nicht trüben.

Im zweiten Teil der Veranstaltung waren die Anwesenden aufgefordert, Ideen, Fragen, Kritik zu äußern und sie an zur Verfügung gestellten Wänden zu dokumentieren. Die Frage „Wie wollen wir hier leben?“ sollte ganz praktisch von den Anwohner*innen mit beantwortet werden.  Zu verschiedenen Themen konnte man seine Gedanken verschriftlichen, die dann Teil einer zusammenfassenden Dokumentation werden soll.

Die Aufforderung zur Selbstermächtigung der hier wohnenden und arbeitenden Menschen durchzog den Abend in der Wabe und war von der Anwohner-Initiative ausdrücklich so gewünscht. Dem bisherigen Feedback ist zu entnehmen, dass die Veranstaltung ein Erfolg war, dass die Wünsche, Befürchtungen, Anliegen und Ideen der Bewohner*innen eine Plattform gefunden haben und das der Wunsch zum Mitgestalten allgegenwärtig ist.

Dialog und Zusammenarbeit mit allen Protagonisten im Areal sind gewünscht, das selbstständige und autonome Agieren der Initiative gilt aber als Grundlage des Handelns.

Raik von der AITP

Wie geht es weiter?

Hier auch ein Beitrag zur Anwohner-Versammlung in der Wabe.